The Jerusalem PostQatari electricity lifeline for Lebanon includes two power plants, LNG supply dealESPN DeportesAmérica: 30 jugadores en 11 partidos y es líderESPNSources: Hurts to miss season after blood clots discovered in QB's lungsRTP DesportoCristiano Ronaldo suspenso 30 dias por abandonar estágio da SeleçãoDaily MaverickDIGITAL POLITICS OP-ED: Borders, ballots, court clashes — how the anti-immigrant movement is setting SA’s elections agendaZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioFootball ItaliaYaya Touré: ‘Slovan come to Roma to win, Gasperini was incredible at Atalanta’Business AMLeveringen van Patriot-raketten nemen af terwijl Zelensky om Amerikaanse hulp vraagtWirtualna PolskaPutin chce "nowej Jałty" i zatrzymanie żołnierza podejrzanego o szpiegostwo [SKRÓT DNIA]سكاي نيوز عربيةعلى الملأ.. نتنياهو ينشر فيديو لـ"مكالمة الدعم" مع ترامبThe Independent‘We are the shame of Europe’: France imposes curfews to stop growing riotsCBS SportsArch Manning remains Texas starting QB, but Steve Sarkisian says he needs a 'better version' of Longhorns star
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 19, 2026

Sorge ums Trinkwasser – Immer mehr Gemeinden verlieren ihre eigenen Wasserquellen

Translate

Die Ausgangslage: Die Schweizer Trinkwasserversorgung ist dezentral organisiert: Rund 2400 meist kleine, kommunale Betriebe stellen das Wasser bereit. Mehr als die Hälfte davon beliefert Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Dieses System gerate aber zunehmend unter Druck, warnen der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) und der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA).

Warum kleine Versorger verschwinden: Hauptgrund sind Verunreinigungen des Grundwassers, vor allem durch Nitrat oder Pestizid-Rückstände. Kleinere Versorger verfügen oft nicht über die finanziellen und technischen Möglichkeiten, um das Wasser mit aufwendigen Verfahren aufzubereiten. Sie geben deshalb ihre eigenen Fassungen – die Anlagen zur Gewinnung von Grundwasser – auf und kaufen das Trinkwasser von grösseren Versorgern ein.

Konflikte um Schutzzonen: Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Trinkwasserfassungen wurden einst ausserhalb von Siedlungen erstellt, befinden sich heute aber in dicht bebauten Gebieten. Gebäude, Strassen oder andere Anlagen liegen nun mancherorts zu nahe an den Fassungen. Rund zehn Prozent der Fassungen verfügen heute über keine oder nur provisorische Schutzzonen. In solchen Fällen verlängern die Behörden Bewilligungen teilweise nicht mehr.

Kleines Gebäude mit Zaun auf einer Wiese, Hintergrund mit Hügeln.
Legende: Nicht wenige Fassungen liegen heute mehr oder weniger mitten im Siedlungsgebiet, manche direkt an einer Strasse. Hier ein Beispiel aus dem Kanton Solothurn. SVGW

Die Folgen der Zentralisierung: Mit jeder aufgegebenen Fassung verliert die Schweiz eine unabhängige Wasserquelle. Kleinere Gemeinden werden dadurch stärker von überregionalen Lieferanten abhängig. Gerade in Trockenperioden könne dies problematisch werden, argumentiert der SVGW. Die Erfahrungen des trockenen Sommers 2026 hätten gezeigt, dass Wasser nicht immer dort verfügbar sei, wo es benötigt werde.

Der Ruf nach pragmatischen Regeln: Nach Ansicht der Branchenverbände seien die Regulierungen derzeit zu streng. Viele Grenzwerte für Pestizidrückstände seien als Vorsorgemassnahme sehr tief angesetzt. Die Verbände fordern deshalb mehr Spielraum: Einwandfreie Brunnen sollen nicht vorschnell stillgelegt werden müssen, nur weil ein strenger Vorsorgewert knapp überschritten wird. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sagt dazu, tiefe Höchstwerte würden dabei helfen, Risiken zu erkennen, bevor eine Gesundheitsgefährdung entstanden sei.

Weniger Bürokratie bei Schutzzonen: Auch bei den Schutzzonen um die Brunnen verlangen die Verbände mehr Flexibilität. Oft reiche ein Weg oder ein Gebäude zu nah an der Fassung, um eine Erneuerung der Bewilligung zu verhindern. Statt solche Fassungen stillzulegen, wollen die Verbände solche Risiken überwachen und technisch absichern dürfen.

Der grösste Teil des Schweizer Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser. Damit dieses sauber bleibt, reicht es nicht, nur die unmittelbare Umgebung einer Trinkwasserfassung zu schützen. Entscheidend sind auch jene Flächen, aus denen Regenwasser versickert und später ins Grundwasser gelangt. Diese werden als «Zuströmbereiche» bezeichnet.

Politik und Behörden wollen diese Bereiche künftig besser schützen. Das Ziel: Verunreinigungen sollen gar nicht erst ins Grundwasser gelangen. So müssen sie später nicht mit aufwendigen und teuren Verfahren aus dem Trinkwasser entfernt werden.

Die Branchenverbände kritisieren allerdings, dass dies zu langsam vorangehe. Sie fordern, dass die Kantone die Zuströmbereiche rascher festlegen und schützen. Dort könnten je nach Risiko strengere Vorgaben für den Umgang mit Pestiziden, Dünger oder anderen potenziellen Schadstoffquellen gelten.

Das Prinzip Schwammland: Neben neuen Regeln fordert der VSA ein Umdenken im Umgang mit Regenwasser. Heute leiten Bäche, Drainagen und Kanalisationen den Regen meist sofort ab. Beim Konzept des «Schwammlands» soll Regenwasser möglichst dort gespeichert werden, wo es fällt. Moore, Auen, Wälder und gesunde Böden wirken dabei wie ein Schwamm: Sie nehmen Wasser auf und geben es in Trockenzeiten langsam wieder ab. Das bremst Hochwasser, speist das Grundwasser und schützt vor Dürren.

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.