Passkontrolle am Flughafen – Gefälscht oder echt? Dieser Mann entlarvt Pässe in 10 Sekunden

Zum Start der Herbstferien herrscht am Flughafen Zürich Hochbetrieb. Während Tausende in den Urlaub fliegen, jagt die Kantonspolizei gefälschte Pässe. Ausweisspezialist Dave Squindo stösst immer wieder auf kuriose Dokumente, die selbst ihn überraschen.
03.10.2026, 07:29
«Wir sehen innerhalb von 10 Sekunden, ob ein Pass gefälscht ist oder nicht», sagt Dave Squindo. Er ist Ausweisspezialist am Flughafen Zürich.
Diese Reisepässe fallen auf
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Bild 1 von 5. Palau stempelt ein ökologisches Versprechen direkt in die Reisepässe aller Besuchenden, das diese bei der Einreise persönlich unterschreiben müssen. Bildquelle: Reddit/Deep_Concentrate_409.
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Bild 2 von 5. Unter UV-Licht verwandelt sich der kanadische Pass in ein farbenfrohes Spektakel aus Ahornblättern, Feuerwerk und historischen Motiven. Bildquelle: Government of Canada.
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Bild 3 von 5. Im Eck des kirgisischen Passes galoppiert ein Pferd: Beim schnellen Durchblättern entsteht ein Daumenkino. Bildquelle: Reddit/ElectronicDeer5550.
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Bild 4 von 5. Der Pass aus dem Vatikan wird ausschliesslich an Personen verliehen, die im Dienst der Kirche stehen. Bildquelle: Reddit/Limp-History-2999.
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Bild 5 von 5. Belgien erzählt in seinem Reisepass die Geschichte seiner berühmten Comicfiguren: Beim Durchblättern begegnen Reisende unter anderem Tim und Struppi, den Schlümpfen oder Lucky Luke. Bildquelle: Imago/Belga.
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Rund 35'000 Reisepässe prüfen die Beamtinnen und Beamten der Kantonspolizei Zürich täglich am Flughafen Kloten. Wenn sie stutzig werden, prüfen Spezialisten wie Squindo den Pass.
Was die Fälscher verrät
Sie achten dabei auf jedes Detail: Wasserzeichen, Farbwechsel, Hologramme, UV-Merkmale, die Druckqualität, Manipulationsspuren, den Chip und das Foto.
Pro Jahr gehen der Kantonspolizei am Flughafen Zürich etwa 350 bis 400 Fälschungen ins Netz.
Wer versucht, mit einem gefälschten Dokument einzureisen, dem droht im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine hohe Geldstrafe.
Exoten an der Passkontrolle
Trotz der Routine wird Dave Squindo immer wieder überrascht. «Manche Pässe sind so selten, da muss man wirklich Glück haben, dass man dann genau bei der Arbeit ist», sagt er.
Einer der seltensten Pässe, die er je in den Händen hielt, war der vatikanische Pass. Dieser wird ausschliesslich an Personen verliehen, die im Dienst der Kirche stehen. Wer nicht mehr für den Vatikan arbeitet, muss den Pass wieder abgeben.
Auch Pässe aus Vanuatu im Südpazifik oder St. Kitts und Nevis in der Karibik gehören zu den absoluten Raritäten am Flughafen Zürich.
Versteckte Überraschungen
Sein persönlicher Favorit bleibt trotz der weltweiten Vielfalt der Schweizer Pass – nicht nur wegen des Designs: «Der Schweizer Pass ist extrem sicher und voller fälschungssicherer Elemente.»
Doch auch andere Länder begeistern den Spezialisten. Der neue kirgisische Pass etwa enthält ein Daumenkino: Blättert man die Seiten schnell durch, galoppiert ein Pferd durch das Dokument.
Im belgischen Pass findet man Comiczeichnungen – eine Hommage an die Comic-Kultur des Landes.
Nationalstolz im Taschenformat
Trotz der gestalterischen Freiheit müssen alle Reisepässe globale Standards erfüllen.
Sie weisen standardisierte Formate auf, nutzen ähnliche Sicherheitsmerkmale wie Mikrochips und müssen, neben den Landessprachen, zwingend auf Englisch beschriftet sein.
Diese Pässe gibt es schon lange nicht mehr
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Bild 1 von 3. Die Sowjetunion existiert seit 1991 nicht mehr. Entsprechend sind auch ihre Reisepässe längst ungültig. Bildquelle: Imago/Pond 5 Images.
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Bild 2 von 3. Mit dem Zerfall Jugoslawiens verschwanden auch dessen Reisepässe. Trotzdem tauchen vereinzelt noch Exemplare auf. Bildquelle: iStock/Yau Ming Low.
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Bild 3 von 3. In diesem Pass der Bundesrepublik Deutschland erinnern zahlreiche DDR-Stempel an die Grenzübertritte zwischen Ost und West. Bildquelle: Imago/Jürgen Ritter.
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Die aufwendige Gestaltung dient einerseits als Schutz vor immer professionelleren Fälschungen.
Andererseits dient ein Reisepass als optische Visitenkarte des jeweiligen Landes.
Ein Pass, der keiner ist
An der Grenzkontrolle kommt es immer wieder zu kuriosen Begegnungen. Squindo erinnert sich an einen Mann, der mit einem sogenannten Fantasiepass einreisen wollte. Dabei handelt es sich um ein Dokument, das zwar echt aussieht, aber von einer Organisation ohne staatliche Autorität stammt.
Im Fall des Mannes am Flughafen Zürich handelte es sich um einen Pass eines indigenen Volkes aus Kanada. «Glücklicherweise hatte er auch noch einen regulären kanadischen Pass dabei, womit er doch noch einreisen konnte», sagt der Spezialist.
Pässe längst vergangener Staaten
Manchmal tauchen Reisende sogar mit Pässen von Staaten auf, die längst Geschichte sind, wie Jugoslawien oder die Sowjetunion.
Diese Dokumente sind gleich doppelt ungültig: Nicht nur existieren die Länder nicht mehr, die Pässe sind meist auch seit Jahrzehnten abgelaufen.
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