Jahrelanger Einfluss auf Boden: Elefantenkadaver "hinterlassen riesige kahle Stellen"
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Jahrelanger Einfluss auf BodenElefantenkadaver "hinterlassen riesige kahle Stellen"
14.10.2026, 10:05 Uhr
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Mit bis zu sechs Tonnen Gewicht prägen Elefanten die afrikanische Landschaft. Eine neue Studie zeigt nun, wie massiv ihre Kadaver den Boden auf rund 80 Quadratmetern umgestalten. Der Effekt hält länger an, als Forscher bislang vermutet haben.
Mit ihrem markanten Rüssel, den großen Ohren und einem Körpergewicht von bis zu sechs Tonnen prägen Elefanten das Bild der afrikanischen Savanne. Und das nicht nur zu Lebzeiten: Ihre Kadaver beeinflussen die Prozesse im Ökosystem noch mindestens acht Jahre nach dem Tod, zeigt eine im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienene Studie.
Das internationale Forschungsteam um Courtney Reed und Deron Burkepile von der University of California untersuchte dafür 40 Kadaver von Afrikanischen Savannenelefanten (Loxodonta africana) im Kruger-Nationalpark.
Kadaver verändern ihre Umgebung deutlich
Beginnend wenige Tage nach dem jeweiligen Todesfall nahmen sie an den Fundorten der Kadaver systematisch Boden- und Pflanzenproben in verschiedenen Abständen - direkt am Kadaver, im nahen Umfeld und in einer Distanz von 15 Metern - über einen Zeitraum von fast acht Jahren hinweg.
Die Pflanzen an der Stelle würden nach dem Tod des Elefanten im Grunde "auf null zurückgesetzt", erklärt Burkepile. Durch das immense Gewicht wird die Vegetation plattgedrückt und der Boden anschließend durch Scharen von Aasfressern stark bearbeitet. "Elefantenkadaver vernichten zunächst die gesamte Biomasse und hinterlassen riesige kahle Stellen", ergänzt Courtney Reed.
Sobald die Zersetzung einsetzt, werden riesige Nährstoffmengen freigesetzt, die die Bodenchemie beeinflussen: Der Ammoniumgehalt steigt um das 31-Fache, der Nitratgehalt um das 7-Fache und der Phosphorgehalt im Durchschnitt um das 3-Fache.
Dünger mit Nebenwirkungen
Doch was wie ein Dünge-Booster klingt, hat für die Pflanzenvielfalt nachteilige Folgen: Die hohe Ammoniumkonzentration sorgt für eine Nährstofftoxizität und die Artenvielfalt von Mikroorganismen und Pflanzen nimmt ab. Diese Entwicklung sei auch bei anderen Tierkadavern zu beobachten, schreibt das Team in seiner Studie.
"Kadaver anderer Säugetiere wie Elche oder Bisons können den Artenreichtum der Bodenmikroorganismen verringern", heißt es. Aufgrund ihrer enormen Größe hätten Elefantenkadaver jedoch länger anhaltende Auswirkungen. Und auch der Wirkungsbereich eines Elefantenkadavers sei deutlich größer, nämlich rund 80 Quadratmeter. Bei Moschusochsen sind es dagegen beispielsweise nur etwa 12 Quadratmeter, bei Bisons noch deutlich weniger.
Nach einiger Zeit besiedeln schnell wachsende und Ammonium-tolerante Pflanzen das Gebiet. Im Kruger-Nationalpark sind diese der Studie zufolge für Weidetiere besonders interessant, weil sie sehr nahrhaft sind. Die Beweidung der Flächen nimmt in der Folge um mehr als das Dreifache zu und viele Pflanzenfresser kehren jahrelang immer wieder zu den Kadaver-Stellen zurück.
Ein Effekt mit langfristigen Folgen
Der von ihnen ausgeschiedene Dung erhält den Nährstoffreichtum im Boden über Jahre hinweg aufrecht und verhindert eine Wiederbesiedlung durch artenreiche Pflanzengemeinschaften. Auch acht Jahre nach dem Tod eines Tieres ist die mikrobielle und pflanzliche Vielfalt noch immer nicht zurückgekehrt.
"Diese Ergebnisse zeigen, dass riesige Elefantenkadaver zwar "Coldspots" der Artenvielfalt, aber "Hotspots" der Ökosystemprozesse erzeugen", so die Forschenden. "Das ist eine bisher verborgene ökologische Funktion von Megaherbivoren, die im Vergleich zu Kadavern kleinerer Tiere sowohl hinsichtlich ihres Ausmaßes als auch ihrer Dauer extrem ist."
Auch der Mensch verändert den Prozess: durch Dezimierung der Elefantengruppen. "Wenn Mega-Kadaver als Hotspots für Nährstoffeinträge in den Boden und Ökosystemaktivitäten fungieren, bedeutet ihr Verlust eine doppelte Einbuße: Wir verlieren mit den Elefanten nicht nur die lebenden "Ökosystem-Ingenieure", sondern auch die langfristigen ökologischen Auswirkungen, die durch ihre Kadaver entstehen", erklärt das Team. So könnte das Verschwinden von Mega-Kadavern zu einem grundlegenden Wandel in der Struktur und Funktionsweise von Ökosystemen beitragen.
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