Nato stellt Plan gegen möglichen russischen Angriff vor

- Die Nato hat eine «Theorie des Sieges» veröffentlicht, um einem möglichen russischen Angriff auf ein Bündnisland zu begegnen.
- Die Strategie des obersten Nato-Befehlshabers Alexus Grynkewich beruht auf drei Schritten: blockieren, abschwächen und brechen.
- Die Nato betrachtet eine militärische Konfrontation mit Russland derzeit nicht als unmittelbar bevorstehend oder unvermeidlich.
Seit Monaten führt Russland einen hybriden Krieg gegen Europa. In den letzten Wochen warnten Sicherheitsdienste verschiedener europäischer Länder zunehmend davor, dass Russland einen Angriff auf ein Nato-Land plane.
Nun scheint die Nato einen Plan zu haben, wie sie der russischen Bedrohung begegnen soll. Das transatlantische Bündnis veröffentlichte eine «Theorie des Sieges» im Falle eines russischen Angriffs. Die Strategie soll vor allem dazu dienen, die Bündnispartner zu beruhigen und Russland abzuschrecken.
«Blockieren, abschwächen und brechen»
«Blockieren, abschwächen und brechen»: So wird die Strategie vom obersten Befehlshaber der Nato, US-General Alexus Grynkewich, zusammengefasst. «… wir werden jeden Angriff abwehren und abschwächen und, wenn er dennoch nicht aufhört, werden wir die Kräfte brechen, die die Aggression gegen uns führen», sagte er am Warschauer Sicherheitssymposium. Detaillierter sieht der Plan so aus:
Blockieren: Die alliierten Streitkräfte sollen einen Angriff an der Grenze sofort blockieren, um zu verhindern, dass «der Feind» Gebiete erobert.
Abschwächen: Vorrückende Truppen «des Feindes» sollen aus der Luft, von See und vom Land aus angegriffen werden, um dem Angriff seine Dynamik zu nehmen.
Brechen: Sollte der Angriff anhalten, soll «der Feind» gebrochen werden, indem Nachschubwege, Kommunikationsverbindungen und Kommandonetzwerke angegriffen werden.
Der Plan stütze sich direkt auf Erfahrungen, die in der Ukraine und im Nahen Osten gewonnen wurden, so Grynkewich. Konkret sollen Präzisionswaffen mit einer grossen Anzahl autonomer Systeme wie Drohnen kombiniert werden.
Plan soll Eskalation verhindern
Grynkewich betonte, dass die Nato kein Interesse daran habe, das Territorium eines Gegners zu erobern. Indem die Allianz das Ziel streng auf die taktische und operative Neutralisierung des Gegners beschränke, wolle die Nato dem Feind jeglichen Vorwand für eine Eskalation nehmen, sagte er.
Was hältst du von der Nato-Strategie?
Zudem fügte der General an, dass das Bündnis derzeit eine militärische Konfrontation mit Russland «nicht unmittelbar bevorstehend oder unvermeidlich» betrachtet. Gleichzeitig kommt die Veröffentlichung des Plans zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäer wieder vermehrt an der Unterstützung der USA unter Trump zweifeln.
Grynkewich, ein US-Amerikaner, wies diese Zweifel vehement zurück. «Ich möchte den einer Milliarde Bürgerinnen und Bürgern unseres Bündnisses versichern, dass wir die Lage im Griff haben», erklärte General Grynkewich. «Wir wissen, was wir tun müssen. Wir wissen, wie wir es tun würden.»
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
