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Friday, September 11, 2026

Umweltschützer warnen vor Ölpest an Straße von Hormus

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Auf Satellitenbildern ist ein riesiger Ölteppich in der Straße von Hormus zu erkennen, der rasch größer wird. Die Verschmutzung könnte von einem Tanker stammen, den die USA kürzlich angegriffen haben.

Die Deutsche Presse-Agentur zitiert die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Demnach breitet sich der ein Ölteppich in besorgniserregender Weise aus. Die Verschmutzung befinde sich auf der östlichen Seite der Meeresenge. Innerhalb eines Tages habe sich die Fläche ungefähr verdoppelt, hieß es in einer Mitteilung.

"Die auf Satellitenbildern sichtbare betroffene Meeresfläche betrug am 9. September etwa 200 Quadratkilometer. Am 10. September waren bereits rund 400 Quadratkilometer betroffen", teilten die Umweltschützer mit.

Gefahr durch Ölverschmutzung an Küste

Demnach könnte das Öl von dem Rohöltanker "Riesco" stammen, der zuletzt nahe dem Ausgangspunkt der Verschmutzung geortet wurde. Seitdem sei kein Signal mehr von dem Schiff empfangen worden.

Schwarzweißbild, auf dem ein Schiffsheck aus dem Meer ragt (08.09.2026)
Aufnahme des US-Militärs von sinkendem Tanker "Riesco" (am Dienstag)Bild: via REUTERS

Ein am Mittwoch aufgenommenes Bild des europäischen Copernicus-Programms zeigt bräunliche Streifen auf der Wasseroberfläche an der östlichen Einfahrt zur Meerenge, etwa 20 Kilometer vor der Küste Irans. Ein weiteres Copernicus-Bild desselben Ortes, das am Donnerstag aufgenommen wurde, zeigt Spuren ähnlicher Länge, die aber verwirbelt wirken.

Mehrere Forscher und Experten sagten der Nachrichtenagentur AFP, es handele sich höchstwahrscheinlich um Ölteppiche in einem Gebiet in der Nähe von Korallenriffen, die im Rahmen der Ramsar-Konvention als Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung gelistet sind.

Nur Treibstoff oder gefährliches Rohöl?

Satellitenbilder alleine reichen allerdings nicht, um sicher festzustellen, ob Kohlenwasserstoffe auf dem Wasser treiben. Zudem könnte es sich dabei sowohl um schnell verdunstende Treibstoffreste handeln oder eben auch um einen sehr viel gefährlicheren Rohölfilm.

Vincent Kerbaol ist Leiter der maritimen Satellitenüberwachung beim Unternehmen CLS aus Frankreich. Nach seiner Einschätzung geben die Copernicus-Bilder "starke Hinweise" auf "Verschmutzungen, die wahrscheinlich von Schiffen stammen".

Ähnlich sieht das Leon Moreland, Forscher bei der in Großbritannien ansässigen Nichtregierungsorganisation "Conflict and Environment Observatory". Auch er sagte AFP, "aufgrund ihres Aussehens, ihrer Morphologie und Ausbreitung sowie des Fehlens von Anzeichen für Phytoplankton oder Algenblüten mit hoher Wahrscheinlichkeit um Ölteppiche. Sky Truth, eine gemeinnützige Organisation aus den USA, die Umweltüberwachung betreibt, kommt ebenfalls zu diesem Schluss.

Nach Einschätzung von Greenpeace hat der Austritt wahrscheinlich am Dienstagabend oder in der folgenden Nacht begonnen. Zu dem Zeitpunkt seien auch entsprechende Wärmesignaturen erfasst worden.

Angriff des US-Militärs

Die USA hatten die "Riesco" und weitere Tanker, die mit dem Iran in Verbindung gebracht werden, nach eigenen Angaben angegriffen. Auf Bildern nach dem Angriff, die das US-Militär veröffentlichte, ist zu sehen, wie die "Riesco" mutmaßlich sinkt.

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs mit fortlaufenden Angriffen auf Öltanker durch die Kriegsparteien ist es immer wieder zum Austreten von Öl in der Straße von Hormus gekommen. Besonders kritisch für die Umwelt ist es, wenn das Öl auf die Küste trifft.

Im August hatte es Berichte über Öl an der zum Iran gehörenden Insel Gheschm gegeben. Dort sind Nistplätze von Meeresschildkröten und wichtige Fischgründe bedroht.

AR/wa (dpa, afp)

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