Konflikt mit Saudi-Arabien: Trump setzt womöglich auf Erdogans Hilfe gegen Huthis

Konflikt mit Saudi-ArabienTrump setzt womöglich auf Erdoğans Hilfe gegen Huthis
14.10.2026, 04:59 Uhr
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Nach dem verheerenden Huthi-Angriff auf Riad schlägt die Militär-Allianz zurück. In Sanaa wird eine Ölanlage getroffen. Der türkische Präsident sichert Saudi-Arabien Unterstützung zu. Auch Trump telefoniert mit dem Kronprinzen.
Im Jemen spitzt sich der Konflikt zwischen den mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen und der von Saudi-Arabien angeführten Militär-Allianz weiter zu. Die Huthis warfen der Allianz am Dienstag Angriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa vor. Das Militärbündnis bestätigte, dort sei ein Öldepot getroffen worden. Zuvor waren Zivilisten davor gewarnt worden, sich der Anlage zu nähern. Am Abend geriet dann ein Gebäude des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Saudi-Arabien bei einem Angriff in Brand, außerdem wurden vier Menschen in Riad durch Trümmerteile abgefangener Raketen verletzt. In der Hauptstadt war eine heftige Explosion zu hören.
Die Huthis hatten zuletzt wiederholt Flughäfen in Saudi-Arabien angegriffen, als Vergeltung für die saudi-arabische Unterstützung der jemenitischen Regierungstruppen im wieder aufgeflammten Bürgerkrieg in dem Land. Am Samstag waren bei einem Raketenangriff auf Riad 13 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, die Türkei werde an der Seite Saudi-Arabiens stehen. Die Türkei und Pakistan hatten im Sommer einen gegenseitigen Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien unterzeichnet. US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben mit Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman gesprochen. Er werde Erdoğan möglicherweise bitten, zugunsten Saudi-Arabiens einzugreifen, sagte er danach vor Journalisten. Die USA als langjähriger Sicherheitsgarant Saudi-Arabiens haben bislang Bemühungen Riads zurückgewiesen, die USA direkt in den Krieg gegen die Huthis hineinzuziehen.
Der von den Huthis betriebene Fernsehsender Al-Masirah berichtete, die Militär-Allianz habe die zentrale Station Sabah der Yemen Petroleum Company (YPC) angegriffen - ein Treibstoffdepot am Rande von Sanaa. Die Allianz teilte mit, sie habe die Station und andere Orte angegriffen. Ziel der Offensive sei es, die Fähigkeiten der Huthis zu neutralisieren, Saudi-Arabien, den Jemen und internationale Wasserstraßen zu bedrohen. Die Huthi-Rebellen nutzten Standorte in Sanaa, Hodeida und Dhamar, um ihr Arsenal an Raketen und Drohnen für Angriffe auf Saudi-Arabien und Handelsschiffe im Roten Meer aufzustocken, hieß es weiter.
Trump vermutet Eskalation wegen der US-Zwischenwahlen
Mit der Unterstützung der international anerkannten Regierung des Jemen durch Saudi-Arabien sollen die plötzlichen Geländegewinne der Huthis vom September rückgängig gemacht werden. Die Miliz war an der Küste des Roten Meeres bis zur wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vorgerückt. Die Straße, das südliche Tor zum Roten Meer, ist für Energielieferungen aus Saudi-Arabien und anderen Ländern noch wichtiger geworden, seit der Iran im Februar die Straße von Hormus zwischen dem Golf und dem Indischen Ozean geschlossen hat. Das Wiederaufflammen des Jemen-Konflikts ist eine Folge des umfassenderen Krieges zwischen den USA und dem Iran, der mit dem amerikanisch-israelischen Angriff auf die Islamische Republik am 28. Februar begann.
Trump beklagte sich derweil auf seiner Plattform Truth Social über die Huthis. Diese benähmen sich "äußerst schlecht", so der der US-Präsident. "Ich dachte, sie hätten vor einem Jahr ihre Lektion gelernt, als wir sie in Grund und Boden bombardiert und auf ihre Bitte hin damit aufgehört haben". Nun seien sie wieder aktiv, wahrscheinlich auf Geheiß des Irans, und versuchten, die Ölpreise hochzutreiben, "wahrscheinlich vor den US-Wahlen - NICHT NETT".
Mit Blick auf die in drei Wochen stattfindenden wichtigen Zwischenwahlen sagte der US-Präsident, jemand sollte der Huthi-Miliz erklären, dass er selbst nicht bei den Wahlen antrete – und schob dann eine Warnung nach: "Aber ich werde nach den Wahlen da sein und ich werde niemals vergessen!"
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