Lüthi und der Bowling-Effekt – plötzlich Hoffnung für Luzern

Zuletzt in die U21 versetzt
Lüthi und der Bowling-Effekt – plötzlich Hoffnung für Luzern
Mitten in eine schwierige Phase des FC Luzern kommt Loïc Lüthi als Hoffnungsträger. Speziell: Vor zwei Wochen war der Innenverteidiger noch in die U21 versetzt worden.
Publiziert: vor 23 Minuten
- Der FC Luzern steckt mit nur einem Sieg aus sieben Ligaspielen in einer schwierigen Phase fest
- Loïc Lüthi überzeugt gegen YB als Innenverteidiger und hält Samuel Essende lange in Schach
- Zwei Wochen nach der U21-Versetzung steht Lüthi beim FCL wieder in der Startformation
Florian RazReporter Fussball
Meist beginnt es mit einem Wispern. Hier ein Spieler, der enttäuscht ist. Dort ein Berater, dem etwas nicht passt. Da einer aus dem Klubumkreis, der glaubt, dass das Kader eigentlich zu Höherem berufen wäre.
Stimmen die Resultate nicht, kann aus dieser Mischung im Schweizer Klubfussball rasch ein Sturm entstehen, der einen Trainer mit sich reisst.
Portmann ist in einer schwierigen Phase
Vor der Partie gegen die Young Boys hat es rund um den FC Luzern zu wispern begonnen. Nur ein Sieg in sechs Spielen. Talente, die in ihrer Entwicklung stagnieren. Eine desaströse erste Halbzeit auswärts beim FC Zürich, mit dem sich die Innerschweizer vor der Saison eigentlich auf Augenhöhe gesehen haben.
Udo Portmann (49) erlebt in seinem ersten Job als Cheftrainer einer Profimannschaft gerade eine holprige Phase. Vor dem Gastspiel der Berner stellt sich darum die Frage: Kann er sich als Trainer schnell genug entwickeln, um die Mannschaft da rauszuführen?
Nach 97 Minuten lautet die Antwort verhalten optimistisch: ja, vielleicht. Da sind einerseits die nackten Fakten. Wieder verloren. Wieder mehr als zwei Gegentore kassiert. Von den letzten sieben Ligapartien bloss jene gegen die Grasshoppers gewonnen. Hier findet sich wenig Grund für Optimismus.
Aber da ist eben auch der Auftritt gegen YB. Der kann den Luzernern durchaus Mut machen. Vor allem, weil endlich eine Lösung für die Probleme in der Innenverteidigung gefunden scheint: Loïc Lüthi gelingt ein Auftritt, wie ihn seine Mannschaft dringend gebraucht hat: aggressiv, offensiv, mutig.
Das grösste Lob für seinen Auftritt ist, dass sich Gerardo Seoane tatsächlich mit dem Gedanken trägt, seine Torgarantie Samuel Essende auszuwechseln, und dazu nach dem Spiel erklärt: «Die Luzerner Innenverteidiger haben ihn sehr gut in Schach gehalten.»
Damit bekommt auch Bung Meng Freimann etwas vom Lorbeer ab, das der YB-Trainer verteilt. Aber vor der Pause ist es in erster Linie Lüthi, der Essende so lange bearbeitet, bis dieser schon fast frustriert wirkt.
«Das sieht man dann in den Highlights»
Wobei der Liga-Topskorer in der 92. Minute natürlich trotzdem zum 3:2 trifft. «Am Ende ist es halt das, was die Leute in den Highlights sehen», sagt Lüthi nach Spielschluss trocken. Und doch will sich der Sommerzugang an die positiven Dinge halten: «Wir sind endlich wieder als Mannschaft auf dem Feld gestanden. Das haben wir vor ein paar Wochen vermissen lassen.»
Tatsächlich wirkt der FCL so geschlossen wie schon lange nicht mehr. Möglich, dass das auch an einem Teamausflug unter der Woche liegt. Die Spieler sind gemeinsam ins Bowling gegangen. Lüthi soll am treffsichersten gewesen sein und sagt: «Es tat gut, mit den Mitspielern mal über andere Dinge als Fussball zu reden.»
Mit dem Bowling-Effekt zu mehr Zusammenhalt. Und vielleicht auch zu mehr Selbstvertrauen. Gegen YB wird jedenfalls klar, wie sehr diese Mannschaft einen Innenverteidiger braucht, der wie Lüthi aktiv Zweikämpfe sucht – und sie sogar noch gewinnt.
Die U21 wird zum Sprungbrett
Speziell an Lüthis starkem Auftritt: Vor zwei Wochen wird er noch für ein Spiel in die Luzerner U21 versetzt. Doch was wie eine Degradierung für einen wirkt, der als Hoffnungsträger aus Winterthur gekommen ist, wird zum Sprungbrett in die Startformation in der Super League.
Bleibt die Frage, was die Luzerner machen müssen, damit es nach der Nati-Pause endlich wieder einmal zu einem Sieg reicht. Nochmals ins Bowling? Rudern auf dem See? Loïc Lüthi lächelt. Und sagt dann: «Also jetzt erst mal zwei Tage Eistonne, bevor irgendetwas anderes gemacht wird.»
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 12 | 26 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 13 | 16 | 28 | |
3 | FC Sion | 13 | 11 | 26 | |
4 | FC Zürich | 12 | -1 | 20 | |
5 | FC St. Gallen | 12 | -3 | 19 | |
6 | Servette FC | 12 | 1 | 16 | |
7 | FC Basel | 12 | -4 | 14 | |
8 | FC Luzern | 13 | -7 | 13 | |
9 | FC Thun | 12 | -10 | 13 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 13 | -13 | 11 | |
11 | FC Vaduz | 13 | -5 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 13 | -11 | 7 |
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