Digitaler Polizeiposten – Anzeige per Videocall erstatten – der Service ist gefragt

Digitaler Polizeiposten Anzeige per Videocall erstatten – der Service ist gefragt
Nach den Kantonen Zürich und Basel-Stadt werden digitale Polizeiposten im Aargau eingeführt. Die Nachfrage ist gross.
Seit dem 1. Oktober können Aargauerinnen und Aargauer per Videocall mit einer Polizistin oder einem Polizisten sprechen. Man muss also nicht mehr zwingend auf den Posten, um Anzeige zu erstatten. Das Pilotprojekt läuft für sechs Monate.
Digitale Stützpunkte gibt es bereits in den Kantonen Zürich und Basel-Stadt. Die Nachfrage sei gross, heisst es auf Anfrage.
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Bild 1 von 2. Raffael Geiser, Chef des Polizeistützpunkts Aarau, an seinem Arbeitsplatz im Amtshaus Aarau. Von hier aus führt er die Videocalls per Teams. Bildquelle: SRF/Kim Lehmann.
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Bild 2 von 2. Der Vorteil für die Aargauerinnen und Aargauer: Sie müssen für viele Anzeigen nicht mehr an den Schalter, sondern buchen einen Online-Termin. Bildquelle: SRF/Kim Lehmann.
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Im Aargau sitzen die Polizeibeamten während der Videocalls im Amtshaus in Aarau. Neun Polizistinnen und Polizisten arbeiten dafür in einem Teilzeitpensum.
«Die Kantonspolizei prüft damit, wie sie ihre Dienstleistungen besser auf die veränderten Bedürfnisse der Bevölkerung ausrichten kann. Ebenso möchte sie ihre Erreichbarkeit ausserhalb der bisherigen Öffnungszeiten verbessern», begründet sie den neuen Service.
Für Anzeigen jeder Art
Der Videocall mit der Polizei soll eine Ergänzung zum schweizweiten Portal «Suisse ePolice» sein. Auf dieser Plattform kann man in diversen Kantonen einfache Diebstähle oder Sachbeschädigungen rund um die Uhr über ein Formular online melden.
In der Videokonferenz kann man grundsätzlich alles zur Anzeige bringen: «Was nicht geht, sind Notrufe oder Anzeigen, wo Polizeipräsenz vor Ort nötig ist, bei Einbrüchen zum Beispiel», erklärt Raffael Geiser, Chef des Polizeistützpunkts Aarau.
Auch verlorene Ausweise darf man per Videocall melden – oder eine Beratung zu polizeilichen Themen verlangen. Für das Aargauer Pilotprojekt gilt, dass nur Taten und Vorfälle gemeldet werden können, die im Aargau passiert sind. Zudem muss man im Aargau wohnhaft sein.
Wann muss man den Notruf anrufen? Das rät die Kapo Aargau
Für betroffene Bürgerinnen und Bürger spart der Videocall vor allem Zeit. Sie müssen nicht mehr am Schalter Schlange stehen, um ihr Anliegen zu melden. Sie können einen im Vorfeld vereinbarten Videotermin wahrnehmen. «Der digitale Polizeiposten ist zeit- und ortsunabhängig», sagt Raffael Geiser, Chef des Polizeistützpunkts Aarau. Termine für die Videokonferenzen gibt es von Montag bis Freitag, bis abends um 21 Uhr. Am Wochenende ist der Videoschalter von 9 bis 16 Uhr zugänglich.
Grosse Nachfrage in den Kantonen Zürich und Basel-Stadt
Die Kantonspolizei Zürich kennt den digitalen Polizeiposten seit Sommer 2024. Das Konzept komme gut an, heisst es im aktuellsten Geschäftsbericht: «Der Online-Polizeiposten wird rege genutzt. Nach der erfolgreichen Pilotphase hat die Kantonspolizei Zürich den Online-Polizeiposten Anfang Juli 2025 in den Regelbetrieb überführt.»
Das Angebot entlaste die herkömmlichen Polizeiposten nachhaltig. Der Service werde kontinuierlich weiterentwickelt, um die steigenden Nutzerzahlen des Online-Polizeipostens zu bewältigen.
Auch die Kantonspolizei Basel-Stadt bietet seit März 2026 einen ausgebauten digitalen Polizeiposten an. «Seit Beginn dieser Möglichkeit waren es etwas über 2600 Videocalls», erklärt Rooven Brucker, Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, auf Anfrage. Der Service bleibe bis auf Weiteres und werde ausgebaut.
Und der Datenschutz?
Die Videocalls werden beim neuesten Projekt im Aargau nicht aufgezeichnet. Telefoniert wird über die Kommunikationsplattform Microsoft Teams. «Wir sind bezüglich Datensicherheit auf einem hohen Niveau», sagt Raffael Geiser vom Polizeistützpunkt Aarau.
Im Kanton Basel-Stadt können Unterlagen auf digitalem Weg verschlüsselt eingereicht werden. «Die Anzeige erfolgt absolut diskret», sagt die Kantonspolizei.
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