Nach 150 Jahren – Aus für Pferdekutschen im Central Park in New York

Warum sollen die Kutschfahrten verboten werden? Vor allem Tierschützer fordern schon lange ein Ende. Sie kritisieren, dass die Pferde überarbeitet und schlecht untergebracht seien, und dass sie leicht in Panik gerieten. Die Betreiber weisen die Vorwürfe zurück – und forderten mehr Regulierungen anstelle eines Verbots. Viele von ihnen argumentieren, die Immobilienbranche stecke hinter den Verbotsinitiativen, weil sie darauf hoffe, die hauptsächlich an der Westseite Manhattans gelegenen Ställe lukrativ umbauen zu können.
Wie kam das Gesetz zustande? Der New Yorker Stadtrat hat das Gesetz verabschiedet, das die Kutschfahrten abschaffen wird. Auf den Gesetzentwurf hatten sich Bürgermeister Zohran Mamdani und die Vorsitzende des New Yorker Stadtrats, Julie Menin, geeinigt. Ein Gesundheitsausschuss des Stadtrats hatte dem Papier zuvor ebenfalls zugestimmt.
Was sagt der US-Präsident dazu? Sogar US-Präsident Donald Trump mischt sich in die Diskussion ein. Das Ende der «fundamentalen New-York-Erfahrung» sei «so traurig», schreibt der in der Millionenmetropole geborene Trump bei seinem Online-Sprachrohr Truth Social. «Es war eine grossartige Tradition. Ein weiteres Stück Geschichte, das verschwindet. Es wird vermisst werden.»
Warum kommt die Verbotsinitiative gerade jetzt? Über das Thema wird in New York schon seit vielen Jahren gestritten. Immer wieder wurden Verbotsinitiativen angekündigt – beispielsweise von Mamdanis Vorvorgänger Bill de Blasio. Aber die Initiativen versandeten – und kochten immer dann wieder hoch, wenn es zu Unfällen mit den Pferden kam. Im Juni gab es dann einen besonders dramatischen Unfall: Ein 18-jähriger Tourist aus Indien, der mit seiner Familie in New York zu Besuch war, kam ums Leben. Er war seiner Mutter aus einer Kutsche hinterhergesprungen, nachdem sie herausgeschleudert worden war. Nach dem Unfall nahm der Druck deutlich zu, die Fahrten zu verbieten.
Wie soll es für die Kutscher weitergehen? Seit rund 150 Jahren rollen Kutschen durch den berühmten Central Park. Seine Regierung wolle nun dafür sorgen, dass die Rechte der Kutscher, Betreiber und Tiere geschützt werden, versprach Bürgermeister Mamdani – liess Details aber offen. Möglicherweise könnten einige der Kutscher künftig Gäste in speziellen Rikschas durch den Park fahren, schlug Stadtratsvorsitzende Menin vor.
Was würde das Verbot für andere Kutschfahrten-Orte bedeuten? Zumindest wird das Vorgehen in New York anderswo mit Interesse beobachtet, denn auch an anderen berühmtem Kutschfahrten-Orten gibt es schon lange auch viele kritische Stimmen. Allerdings ist die Situation überall unterschiedlich.
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