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Friday, September 11, 2026

Lehrpersonen liefern AI-Slop, Schüler nerven sich

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  • Der Doppelstandard von Lehrpersonen beim KI-Einsatz stört Schülerinnen, Schüler, Eltern und Forschende gleichermassen.
  • In Fort Worth (Texas) beanstandeten Lernende KI-generierte Folien mit Fehlern wie falschen Diagrammen und Figuren mit sechs Fingern.
  • In der Schweiz verlangen Kantone wie Zürich und Luzern Transparenz und kritische Prüfung beim KI-Einsatz, aber kein generelles Verbot.

Figuren mit sechs Fingern, falsche Wissenschaftsdiagramme und kaum erkennbare Tiere: Wie das Newsportal AOL berichtet, haben Schülerinnen und Schüler im texanischen Fort Worth fehlerhafte KI-Unterlagen im Unterricht kritisiert.

Lernende nerven sich ab AI-Slop

Rund zehn Schülerinnen und Schüler aus mehreren Schulen hätten sich am 8. September an einer öffentlichen Sitzung des Schulrats geäussert. Eine Schülerin habe von einem aus ihrer Sicht klar KI-generierten Lebensraum-Diagramm erzählt. Eine rund 80-seitige Präsentation habe Stoff enthalten, den sie bereits in der Primarschule gelernt habe. Andere Angaben würden in einer Prüfung als falsch gewertet, habe sie gesagt. Der Schulleiter habe die Kritik nicht beantwortet. Auch eine Medienanfrage sei unbeantwortet geblieben.

Schule ist OpenAI-Partner

Der Fort Worth Independent School District in Texas gehört zu 55 Schulsystemen in 20 US-Bundesstaaten, mit denen OpenAI zur Einführung von ChatGPT for Teachers zusammenarbeitet. Ob die AI-Slop-Folien und Arbeitsblätter mit ChatGPT erstellt wurden, ist nicht belegt. Laut AOL habe ein Sprecher des Schulbezirks im August 2026 erklärt, der genaue Einsatz des KI-Angebots sei noch nicht fertig ausgearbeitet gewesen.

Was hältst du davon, wenn Lehrpersonen KI für Unterricht, Noten und Feedback nutzen, aber Schülern KI verbieten?

Einsatz von KI unter Lehrpersonen weit verbreitet

In den USA ist KI-Nutzung unter Lehrpersonen bereits weit verbreitet. In einer landesweiten Erhebung der Walton Family Foundation und des Meinungsforschungsinstituts Gallup gaben 60 Prozent der befragten Lehrkräfte an öffentlichen US-Schulen an, im Schuljahr 2024/25 mindestens ein KI-Tool für ihre Arbeit eingesetzt zu haben. Mindestens monatlich verwendeten 37 Prozent KI für die Unterrichtsvorbereitung und 16 Prozent für Benotung oder Feedback.

Unmut gibts nicht nur in den USA

Auf seinem Blog «The Broken Copier» schreibt Englischlehrer Marcus Luther, dass er im Jahr 2025 Schülerinnen und Schüler aus drei Klassen des zehnten Schuljahrs zur KI-Nutzung durch Lernende und Lehrpersonen befragt hat. 71 Prozent waren stark oder eher dagegen, dass Lehrpersonen KI einsetzen, während sie ihren Schülerinnen und Schülern dieselbe Nutzung verbieten.

Eine Person aus der zehnten Klasse formulierte es so: «Das ist einfach eine weitere Art, wie sich Lehrpersonen heuchlerisch verhalten.» Weil nur Luthers eigene Klassen befragt wurden, sind die Ergebnisse nicht repräsentativ.

Für die Schweiz gilt: Empfehlungen, aber keine Pflicht

Für die obligatorische Schule sind in der Schweiz die Kantone zuständig. Sie legen Lehrpläne und Lehrmittel fest. Entsprechend kommen die Detailregeln zum KI-Einsatz von den Kantonen:

Zürich bezeichnet auf der eigenen Webseite KI als mögliche Hilfe bei der Planung und Durchführung des Unterrichts. Bei Beurteilungen sollen Lehrpersonen die Ergebnisse auf mögliche Fehler prüfen und offenlegen, in welchem Umfang sie KI eingesetzt haben. Persönliche und besonders schützenswerte Daten von Schülerinnen und Schülern dürfen sie nicht eingeben.

Luzern verlangt laut einem Grundlagenpapier, dass Lehrpersonen und Lernende KI-Inhalte kritisch hinterfragen und Quellen prüfen. Schulen müssen den Einsatz transparent regeln. Wer KI nutzt, trägt laut Grundlagenpapier die Verantwortung dafür. Auf Personendaten soll verzichtet werden. Falls das nicht möglich ist, müssen die Angaben anonymisiert oder so verändert werden, dass die betroffene Person nicht mehr direkt erkennbar ist.

Ein generelles Verbot für KI-Arbeitsblätter enthalten die genannten Schweizer Vorgaben nicht. Sie verlangen aber eine kritische Prüfung, Transparenz und Datenschutz. Die Verantwortung bleibt bei den Personen, die das KI-Werkzeug einsetzen.

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Michael Andai

Michael Andai (mia) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Er ist seit 2025 AI-Journalist und schreibt über alles rund um künstliche Intelligenz.

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