Das sagt der Arzt – Hochziehen oder Schnäuzen: Was ist besser für die Nase?

Wie merkt man, dass der Herbst da ist? Im Bus und im Zug wird wieder «geschnudert», gehustet und die Nase geschnäuzt. Was viele nicht wissen: Beim Schnäuzen kann einiges schiefgehen.
Gefahren des falschen Schnäuzens
«Wenn man zu stark schnäuzt, können die Eingänge der Nebenhöhlen und des Mittelohrs verstopfen. Das kann sehr unangenehm sein», erklärt Hals-Nasen-Ohren-Arzt Christian Maranta. Ausserdem könne zu starkes Schnäuzen Schmerzen in den Nebenhöhlen verursachen und es könnten kleine Adern beim Naseneingang platzen, was zu Nasenbluten führe.
Damit sich der feste Schleim richtig löst, empfehle ich langanhaltend, mit mässigem Druck zu schnäuzen.
Eine weitere potenzielle Gefahr: Wenn man zu fest schnäuzt, kann der Schleim in die Nasennebenhöhlen oder sogar ins Mittelohr gelangen. Das begünstigt Entzündungen. Allerdings betont HNO-Arzt Christian Maranta, dass die Wahrscheinlichkeit dafür eher klein sei. «Da kann ich beruhigen. Man muss schon sehr fest schnäuzen, dass dies geschieht.»
Wie schnäuze ich richtig?
Es gibt verschiedene Arten von Schleim in der Nase: Der eher flüssige Schleim, den man beispielsweise bei Heuschnupfen hat, löst sich relativ leicht. Der feste Schleim, den man von Erkältungen kennt, benötigt etwas mehr Fingerspitzengefühl.
«Damit sich der feste Schleim richtig löst, empfehle ich langanhaltend, mit mässigem Druck zu schnäuzen», sagt Maranta. Wichtig sei, dass man jeweils nur ein Nasenloch schnäuzt. Falls sich der feste Schleim nicht löst, kann man probieren, ihn mit Salzwasser zu lösen.
Maranta empfiehlt, beim Schnäuzen Papiertaschentücher zu verwenden. «Diese können nach dem Gebrauch entsorgt werden. Das ist hygienischer als Stofftaschentücher, bei denen die Bakterien in der Hosentasche bleiben.»
Der Körper ist eigentlich dafür gemacht, dass man den Schleim hochzieht.
Wichtig ist zudem auch die Pflege der Nasenhaut, wenn sich eine Erkältung anbahnt. Man sollte bereits frühzeitig Feuchtigkeitscreme nutzen, damit die Haut nicht zu sehr gereizt wird.
Nasenschleim hochziehen besser als schnäuzen
Nun stellt sich die Frage, ob man den Schleim nicht einfach hochziehen kann. «Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass das Hochziehen besser ist, als das Schnäuzen», erzählt Maranta. «Beim Schnäuzen kommt der Schleim zwar aus der Nase. Allerdings bauen sie dadurch Druck auf die Öffnungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs auf. Die Öffnungen können so vom Schleim blockiert werden.»
Der Körper sei eigentlich dafür gemacht, dass man den Schleim hochzieht, sagt Maranta. «Die Flimmerhärchen auf den Zellen sind so ausgerichtet, dass man den Schleim hochzieht und dann schluckt. Im Magen sterben die Keime des Nasenschleims ab.»
Als Kompromiss schlägt Maranta vor, dass man in der Öffentlichkeit mit Bedacht und wenig Druck schnäuzt. Im Privaten soll man aber auch mal die Nase hochziehen.
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