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Wednesday, November 4, 2026

Rachel (24) stirbt an «Rhabdo»: Nicht nur Sportler sind betroffen

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  • Die 24-jährige Rachel Apa starb nach dem New-York-Marathon an Rhabdomyolyse.
  • Die seltene Erkrankung kann durch Überanstrengung, Verletzungen, Medikamente oder Infektionen ausgelöst werden.
  • Typische Warnzeichen sind Muskelschmerzen, Schwäche und dunkler Urin.
  • Im schlimmsten Fall drohen Nierenversagen und Herzrhythmusstörungen.

Rachel Apa ist tot. Sie starb am Sonntag nach ihrer Teilnahme am New-York-Marathon an Rhabdomyolyse, auch Rhabdo genannt. Das ist eine seltene, aber gefährliche Muskelerkrankung, die durch Anstrengung ausgelöst werden kann. Das erzählte der Vater der 24-Jährigen der «New York Times». Doch extreme Anstrengung ist nicht der einzige Auslöser des Muskelzerfalls, der laut Studie bei sieben bis 20 Prozent der Fälle zum Tod führt.

So selten ist die Rhabdomyolyse

Genaue Zahlen zur Häufigkeit gibt es nicht. Die Erkrankung gilt jedoch als selten. Laut «New York Times» werden in den USA jährlich etwa 26’000 Fälle gemeldet. Dies bei rund 349,7 Millionen Einwohnenden. Das sind ungefähr 0,0074 Prozent. Die meisten Fälle würden bei Leistungssportlern registriert.

Grundsätzlich kann jeder Mensch eine Rhabdomyolyse entwickeln. Die Erkrankung tritt jedoch häufiger bei Kindern unter zehn Jahren und Personen über 60 Jahren auf. Auch Menschen mit Übergewicht entwickeln eher eine Rhabdomyolyse, genauso wie Männer.

Welche Auslöser gibt es neben Überanstrengung?

«Im Prinzip kann alles, was die Muskeln schädigt, diese Krankheit auslösen», erklärte Jonas Caflisch, Sportwissenschaftler und Gründer der Indigo Fitness Clubs, gegenüber 20 Minuten. Entsprechend zählten Quetschungen, schwere Verbrennungen oder Blitzschlag zu den möglichen Ursachen. Auch langes Liegen in derselben Position und Operationen können dazu führen.

Neben den körperlich-traumatischen Ursachen kann eine Rhabdomyolyse auch toxikologisch-pharmakologische sowie metabolisch-systemische Ursachen haben:

  • toxikologisch-pharmakologisch: etwa infolge der Einnahme von Cholesterinsenkern (vor allem die Kombination aus Fibraten und Statinen), durch übermässigen Alkoholkonsum und Drogenmissbrauch (Kokain, Heroin, LSD, Ecstasy, Amphetamine) oder durch Antibiotika.
  • metabolisch-systemisch: zum Beispiel infolge bakterieller oder viraler Infektionen, Entzündungen oder durch krankhafte Muskelspannung oder Gefässverschlüsse. Auch eine gestörte Regulation des Salzhaushalts (Elektrolytstörung) und eine Überhitzung des Körpers, etwa infolge eines Hitzschlags, können dazu führen.

Schmerzen, Schwäche, dunkler Urin: Das sind die sichtbaren Symptome

Bevor sie drei Kilometer vor dem Ziel zusammenbrach, textete Rachel ihrem Vater erst «Aua», dann «Aua, aua». Was genau schmerzte, ist unklar. Doch oft äussert sich der Muskelzerfall durch Muskelschmerzen und -krämpfe. Laut dem deutschen Bundesministerium für Gesundheit treten diese vor allem «in den rumpfnahen Muskelpartien» auf. Etwa in den Schultern, Oberschenkeln und im Kreuz. Weitere Anzeichen können ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, schneller Pulsschlag, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sein. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

Weniger sichtbar, aber auch typische Symptome

Wichtig: Dass diese Symptome auftreten, bedeutet jedoch nicht, dass sicher eine Rhabdomyolyse besteht. Die Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Für Gewissheit kann nur eine ärztliche Untersuchung sorgen.

Dunkelfärbung des Urins ist ein Alarmsignal

Bei einer Rhabdomyolyse kann sich der Urin braun verfärben. Dies, weil durch die Zersetzung der Muskeln Myoglobin freigesetzt wird. Dabei handelt es sich um ein Eiweiss, das in den Muskelzellen für den Sauerstofftransport zuständig ist und dem Muskel seine rote Farbe verleiht. Dieses gelangt dann in die Blutbahn und wird über die Niere ausgeschieden. Im Urin macht sich das durch die dunkle Färbung bemerkbar.

Im schlimmsten Fall kann der Zersetzungsstoff zu akutem Nierenversagen führen. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit «eine vergleichsweise häufige Komplikation». Es werde angenommen, dass das Myoglobin dafür sorgt, dass die Harnproduktion abnimmt oder sogar ganz zum Erliegen kommt. So war es auch bei drei Schottinnen, die sich 2018 beim Personal Training übernommen hatten. Trotz ausreichenden Trinkens mussten sie kaum auf die Toilette. Ihr Fall zeigt, wie entscheidend schnelles Handeln sein kann.

So kann gegengesteuert werden

Wie eine Rhabdomyolyse behandelt wird, hängt davon ab, was sie ausgelöst hat. So gilt es, das Problem bei den Wurzeln zu packen und die Ursache zu beseitigen, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Das kann zum Beispiel das Absetzen eines Medikaments bedeuten. Der Gewebeschaden kann dagegen laut DocCheck Flexikon nur durch körpereigene Reparaturmechanismen beseitigt werden. Alle weiteren Therapiemassnahmen seien entsprechend nur symptomatisch.

Hast du früher schon einmal von Rhabdomyolyse gehört?

Auch dabei wird das Vorgehen im Einzelfall entschieden: Sind die Beschwerden milde und gehen auf einen Muskelzerfall durch sportliche Überanstrengung zurück, können bereits Schonung und ausreichendes Trinken helfen. Ob das der Fall ist, muss aber medizinisches Fachpersonal entscheiden. Mitunter muss dem Körper aber Flüssigkeit durch einen Venenkatheter zugeführt werden, um ihm beim Abtransport der schädlichen Stoffe zu helfen und die Niere zu schützen. In schweren Fällen kann auch eine Dialyse nötig sein. Lebensbedrohliche Elektrolytstörungen wie zu viel Kalium im Blut, das Herzrhythmusstörungen auslösen kann, müssen medikamentös behandelt werden.

Das Bundesgesundheitsministerium betont, dass trotz der möglichen Komplikationen die Behandlung einer Rhabdomyolyse bei den meisten Menschen erfolgreich ist. Rund 80 Prozent der Betroffenen mit einem ausgeprägten Muskelzerfall und Nierenversagen erholten sich wieder.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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