Giftige Rauchwolken durch Waldbrände in Indonesien treffen auch Nachbarländer
Stand: 16.10.2026 • 12:20 Uhr
Eine besonders schwere Brandsaison macht Indonesien zu schaffen. Die dortigen Torfbrände sind nur schwer zu bekämpfen und der giftige Rauch belastet auch die Nachbarländer. In einem Nationalpark auf Java gab es vier Tote.
Indonesien kämpft weiter gegen schwere Brände, die weite Flächen von Wäldern und Torfgebieten verwüstet haben. Nach Einschätzung von Experten und Expertinnen handelt es sich um die stärksten seit Beginn vergleichbarer Aufzeichnungen vor 40 Jahren. Zehntausende Helferinnen und Helfer sind im Einsatz, um die Feuer vor Ort zu bekämpfen. Der giftige Rauch der Brände zieht auch nach Singapur, Malaysia und Osttimor.
Die Feuer sind während der Trockenzeit, die zwischen Oktober und November endet, zwar normal. In diesem Jahr haben sich jedoch durch das Klimaphänomen El Niño verstärkt.
Tote bei Brand in Nationalpark
Bei der Bekämpfung eines Waldbrands in einem Nationalpark auf der indonesischen Insel Java kamen vier Menschen ums Leben. Die Einsatzkräfte waren bei den Löscharbeiten von dichtem Rauch und Flammen eingeschlossen worden.
Sie gehörten einer zwölfköpfigen Löschtruppe an, die mit Mitarbeitern des Nationalparks, Mitgliedern einer örtlichen Feuerwehrgruppe und freiwilligen Helfern besetzt war.
Giftiger Rauch in der Stadt Palangkaraya - auch in Nachbarländern wurden schon Schulen geschlossen.
Zwei Kilometer zu Fuß durch bergiges Gelände
Die Polizeichefin von Probolinggo, Asmida Rizki Siregar, sagte, der Rettungseinsatz sei dadurch erschwert worden, dass sich das Unglück in einer abgelegenen Gebirgsregion ereignet habe, die mit Autos nicht zu erreichen sei.
Sie hatte die Rettungskräfte dabei unterstützt, die Opfer auf Tragen rund zwei Kilometer durch steiles Gelände zu transportieren. Die Behörden untersuchen nun, ob Fahrlässigkeit oder strafbares Verhalten die Todesfälle begünstigt haben könnten.
Weitere Gefahren durch Brandrodungen
Brandrodungen auf Sumatra sowie im indonesischen Teil der Insel Borneo verschlimmern die Lage. Seit Monaten kämpft der Inselstaat gegen Brände, die weite Flächen von Wäldern und Torfgebieten verwüstet haben.
Die Arbeit der Löschkräfte wird zudem teils von Wasserknappheit erschwert. Das Forstministerium registrierte mit Stand Donnerstagabend landesweit 799 mögliche Brandherde anhand von Satellitendaten, ein deutlicher Anstieg gegenüber 372 am Vortag. Mehr als drei Viertel der erfassten Fälle betrafen sechs besonders brandgefährdete Provinzen auf Sumatra und Borneo.
Auf Sumatra haben die Brände knapp 300 Häuser zerstört und etwa tausend Dorfbewohner zur Evakuierung gezwungen. Bewohnerinnen und Bewohner hatten das Feuer, das sich ihrem Dorf in der Provinz Bangka Belitung im Südosten Sumatras näherte, erstmals am Samstag bemerkt, erklärte Bürgermeister Riza Herdavid am Dienstag. Daraufhin hätten sie versucht, es selbst mit tragbaren Pumpen zu löschen. "Sie dachten, die Lage sei unter Kontrolle", sagte er.
Aber da es sich um ein Torfgebiet handelt, schwelte der Brand weiterhin unter der Oberfläche. Dann habe der Wind gedreht und den Brand rasch auf das Dorf zugetrieben.
Die Folgen der Brände in Indonesien sind auch in Singapur, Malaysia und Osttimor zu spüren.
Brände lösen Gesundheitskrisen aus
Giftiger Rauch und Smog haben auch in Nachbarländern eine Gesundheitskrise ausgelöst. Rauchschwaden erreichten teils sogar die Philippinen. Malaysia ordnete wegen der sich verschlechternden Luftqualität die Schließung Hunderter Schulen in mehreren Bundesstaaten an.
Außenminister Mohamad Hasan wies Forderungen einiger Abgeordneter zurück, Schadensersatz von Indonesien zu verlangen. Die Krise müsse auf diplomatische Weise und durch Mechanismen des südostasiatischen Staatenbunds ASEAN gelöst werden.
Malaysia koordiniere Hilfsmaßnahmen für Indonesien und will sich für eine engere regionale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Rauchbelastung einsetzen, sagte Außenminister Hasan. Auch Singapur forderte eine engere Zusammenarbeit. Premierminister Lawrence Wong erklärte, die Behörden ermittelten gegen Unternehmen, die mutmaßlich mit Wald- und Torfbränden in Indonesien in Verbindung stünden und damit zur Verschärfung der Rauchbelastung beigetragen hätten.
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