Folge der Trockenheit – Gemeinden schliessen Vitaparcours wegen Risikos in Wäldern

- Die Trockenheit des Sommers hat zahlreiche Bäume geschwächt. Es besteht Gefahr, dass sie umstürzen.
- Einige Gemeinden, besonders im Kanton Jura, haben darum beschlossen, ihren Vitaparcours zu schliessen.
Die Vitaparcours sind in der ganzen Schweiz eine wahre Institution in den Wäldern geworden. Die ausserordentliche Hitze und Trockenheit dieses Sommers haben ihr aber stark zugesetzt.
In Cornol JU war der Schrecken gross, als im Juli ein Baum auf einen Posten mit Parallelbarren stürzte. Der Baum sei wohl von den wiederholten Hitzewellen geschwächt gewesen, berichtet der Förster Dominique Wahl im Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Jetzt sieht man dort nur noch abgebrochene Holzteile und herausgerissene Schrauben.
Sicherungsarbeiten im Gang
Nicht weit entfernt, in Moutier, ist der Vitaparcours solange gesperrt, bis die Holzfäller ihre Arbeit erledigt haben. Normalerweise ist der freie Zugang zu den Wäldern garantiert. Aber die Gemeinden möchten kein Risiko eingehen.
Das sagen die Fachleute der betroffenen Gemeinden:
Die Gemeinde habe den Vitaparcours eingerichtet, damit er von der Bevölkerung genutzt werde, sagt der Chef des Infrastrukturdienstes von Moutier, Marco Fernandez. Sie trage für die Sicherheit dieser Menschen auch die Verantwortung.
In den nächsten Wochen werden gemäss Fernandez Sicherungsmassnahmen durchgeführt. Und er fügt hinzu: «Danach werden wir die Zone wahrscheinlich wieder öffnen können, aber mit einer Beschilderung, die darauf hinweist, dass Vorsicht weiterhin angebracht ist.»
In Delsberg ist der Vitaparcours aus dem gleichen Grund geschlossen, und er wird es wahrscheinlich noch mehrere Wochen bleiben. Der Gemeinderat der Stadt liess verlauten: «Eine Zone des Parcours birgt Risiken. Es war darum nötig, ihn zu schliessen. Sicherungsarbeiten werden durchgeführt.»
Auf Parcours im Wald verzichten?
Die Sperrungen sollen also nur vorübergehend sein. Aber besonders in den als fragil eingestuften Wäldern wird die Sicherheit ein Thema bleiben. «Es stellt sich die Frage, ob dieser Vitaparcours noch seinen Platz hat in dieser Art von Wald», sagt der Förster von Cornol, Dominique Wahl. «Man kann das Risiko nicht auf null Prozent reduzieren. Um das zu erreichen, müsste man alle Bäume fällen!»
Es gibt fast 500 Vitaparcours in der Schweiz. Auch beim Versicherungskonzern Zurich, der diese Strecken initiiert hat, heisst es, man müsse Lösungen finden, die dem Klimawandel Rechnung tragen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.