Weiche Kost fürs Höllenhuhn – Dino-Schädel entdeckt – er mochte wohl gerne Früchte

In der Kreidezeit kam ein neues Buffet auf: Blütenpflanzen und ihre Früchte. Insekten, Säugetiere und Vögel griffen zu. Die Dinosaurier schienen es zu ignorieren.
Nun beschreibt ein Forschungsteam Infernogallus jamesi, das «Höllenhuhn»: zahnlos, rund zwölf Kilo schwer, gefunden in der Hell-Creek-Formation in Montana, USA.
Anfang Bildergalerie
-
Bild 1 von 2. Der Schädel von Infernogallus jamesi passt in eine Handfläche. Das Skelett stammt aus der Hell-Creek-Formation in Montana und damit aus der jüngsten Kreidezeit, kurz vor dem Aussterben der Dinosaurier vor rund 66 Millionen Jahren. Bildquelle: Funston et al., Nature Communications.
-
Bild 2 von 2. So könnte das Höllenhuhn ausgesehen haben – klein, bunt und auf der Jagd nach einem fruchtigen Snack. Bildquelle: Illustration Danielle Dufault.
Ende der Bildergalerie
Zurück zum Anfang der Bildergalerie.
Der erste intakte Schädel dieser Dinogruppe überrascht: Die Kiefermuskeln waren kaum für kräftiges Zubeissen gebaut. Sie schoben den Unterkiefer vor und zurück, Rillen an Schnabel und Gaumen zermalmten so weiche Nahrung. Ähnlich kaut heute der Borstenkopfpapagei, ein Fruchtfleischfresser.
Das Team vermutet deshalb, dass Früchte auch beim Höllenhuhn einen grossen Teil der Nahrung ausmachten, nebst anderen weichen Pflanzenteilen.
Caenagnathiden, die Dinogruppe des Höllenhuhns, hatten lange, grazile Gliedmassen und Knochen voller Luftkammern – ähnlich wie heutige Vögel. Solche Skelette blieben selten erhalten, meist findet man nur einzelne Bruchstücke.
Dafür gibt es diverse Gründe: Ihre zarten Knochen verwittern leichter, werden zertrampelt, von Aasfressern zerbissen oder vom Wasser fortgespült, bevor Sediment sie zudeckt. Und bei der Suche übersieht man sie leicht. In Hell Creek sind Dinos unter 70 Kilo meist nur unvollständig erhalten und wurden erst spät beschrieben.
Ein fast vollständiges Skelett eines Zwölf-Kilo-Tiers ist darum ein Glücksfall. Laut den Forschenden zeigt er: Unterschätzt ist womöglich nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Vielfalt der Lebensweisen.
Als kleiner Pflanzenfresser hatte das Höllenhuhn gute Karten, das Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren zu überstehen. Damit kamen vermutlich die Vögel durch. Doch es starb aus, vielleicht weil es zu spezialisiert war: Fruchtfleisch gibt es nur saisonal, Samen halten lange.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.