CDU-Mann mit deutlicher Mehrheit: SPD-Kandidat Willingmann scheitert bei Vize-Wahl im Magdeburger Landtag

CDU-Mann mit deutlicher MehrheitSPD-Kandidat Willingmann scheitert bei Vize-Wahl im Magdeburger Landtag
06.10.2026, 18:28 Uhr

Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags in Sachsen-Anhalt verzeichnet die AfD gleich mehrere Erfolge: Erstmals stellt sie einen Landtagspräsidenten, ein radikaler Fraktionskollege bekommt genügend Stimmen fürs Vize-Amt. Ein bisheriger SPD-Minister scheitert hingegen klar.
Bei der Wahl eines Vizepräsidenten im Landtag von Sachsen-Anhalt ist der SPD-Kandidat Armin Willingmann durchgefallen. 33 Abgeordnete stimmten für ihn, 48 votierten mit Nein. Es gab keine Enthaltungen, eine abgegebene Stimme war ungültig. Willingmann ist amtierender Minister in der abgewählten schwarz-roten Landesregierung. Er war bei der Landtagswahl Spitzenkandidat der Sozialdemokraten.
Vor seiner politischen Karriere war der inzwischen 63-Jährige bis 2016 Rektor der Hochschule Harz. Zunächst wurde er Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, ab 2021 übernahm er als Minister die Bereiche Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt.
Zuvor war der AfD-Abgeordnete Tobias Rausch als Landtagspräsident gewählt worden und sein als Hardliner bekannter Fraktionskollege Hans-Thomas Tillschneider zum Vize. Rausch ist der erste AfD-Politiker, der ein solch hohes parlamentarisches Amt in Deutschland bekleidet. Weiterer Vize ist der CDU-Abgeordnete Carsten Borchert, der mit deutlicher Mehrheit von den Abgeordneten gewählt wurde. Der dritte Vize-Posten bleibt damit vorerst unbesetzt.
Nach der Wahl Tillschneiders hatten SPD und Linke angekündigt, ihre Kandidaten für die Vize-Posten zunächst zurückzuziehen. Dadurch stand bei der Wahl zum zweiten Vize nur der CDU-Kandidat Borchert auf dem Wahlzettel. Er erhielt 64-Ja-Stimmen. Bei der Wahl zum dritten Vize trat dann Willingmann an - und fiel durch. Über die Herkunft der Stimmen kann zunächst nur gemutmaßt werden. Fakt ist aber, dass SPD, Linke, Grüne und CDU nicht geschlossen für ihn gestimmt haben können. Die vier Parteien kommen zusammen nämlich auf 39 Stimmen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.