Brasiliens Präsident Lula gewinnt Stichwahl, Bolsonaro erkennt das Ergebnis nicht an - News kompakt: Das Wichtigste kurz gefasst
Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva ist zum Sieger der Präsidentenwahl in Brasilien erklärt worden. Sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro erkennt das offizielle Ergebnis jedoch nicht an und kündigte rechtliche Schritte an. Hintergrund ist die kurzfristige Verlängerung der Öffnungszeit der Wahllokale um zwei Stunden. Das Oberste Wahlgericht erklärte den 80-jährigen Lula mit 51,8 zu 48,2 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger.

Lula hatte in der ersten Wahlrunde mit rund 45 Prozent noch hinter Flávio Bolsonaro gelegen, der auf rund 47 Prozent kam. Lula, der Brasilien bereits von 2003 bis 2010 regierte und seit 2023 erneut Präsident ist, steht damit vor einer schwierigen vierten Amtszeit. Die Rechte konnte ihre Position bei den Wahlen vor drei Wochen im Parlament deutlich ausbauen: Bolsonaros Liberale Partei (PL) stellt mit 121 der 513 Abgeordneten die stärkste Kraft in der Abgeordnetenkammer und verfügt über 28 der 81 Sitze im Senat. Dadurch dürfte Lula bei zentralen Vorhaben auf erheblichen politischen Widerstand stoßen.
Machado kehrt nach Monaten im Exil nach Venezuela zurück
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist nach Angaben ihrer Partei rund zehn Monate nach ihrer heimlichen Ausreise in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die 59-Jährige sei wieder auf venezolanischem Boden, teilte die Oppositionspartei Vente Venezuela mit. US-Außenminister Marco Rubio zufolge haben von den USA unterstützte Gespräche die Voraussetzungen für eine sichere Rückkehr geschaffen. Diese seien das direkte Ergebnis von Verhandlungen, in deren Rahmen bereits Hunderte politische Gefangene freigelassen und Hunderte Vertreter der Opposition aus dem Exil zurückgekehrt seien, schrieb Rubio auf der Plattform X.

Erst am Donnerstag hatten tausende Menschen in Venezuela Machados Rückkehr gefordert. Machado hatte Venezuela im Dezember vergangenen Jahres heimlich verlassen, nachdem sie seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2024 untergetaucht war. Zuletzt lebte Machado im Exil in Panama.
Serbien steht nach Parlamentswahl vor einem Machtwechsel
Serbiens Langzeit-Präsident Aleksandar Vučić steht nach 14 Jahren im Amt vor dem Aus: Nach der vorgezogenen Parlamentswahl in dem südosteuropäischen Land hat sich die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista am Sonntag zur Siegerin über Vucics Serbische Fortschrittspartei (SNS) erklärt. "Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden in fast allen Wahllokalen überzeugend in Führung liegen", sagte Studentska Lista-Kandidat Radomir Saicic. Vučić hatte zuvor seine Niederlage eingeräumt.

Nach der Projektion der Wahlforschungsgruppe CRTA habe die Studentenliste 51,5 Prozent der Stimmen auf sich vereint, sagte Programmdirektor Rasa Nedeljkov auf einer Pressekonferenz. Die SNS kam der Projektion zufolge auf 40,4 Prozent. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ungarns Regierungschef Peter Magyar gratulierten der Studentska Lista zu ihrem Sieg.
Stichwahl entscheidet über Staatsoberhaupt in Bulgarien
Im EU- und NATO-Land Bulgarien fällt die Entscheidung über das künftige Staatsoberhaupt in einer Stichwahl. Wie aus einer Hochrechnung des bulgarischen Meinungsforschungsinstituts Mjara hervorgeht, erreichte keiner der Kandidaten schon im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Zudem lag die Wahlbeteiligung mit 22,2 Prozent weit unter den notwendigen mehr als 50 Prozent. Damit wird es am kommenden Sonntag eine Stichwahl zwischen der jetzigen Präsidentin Ilijana Jotowa und Ex-Interimsregierungschef Andrej Gjurow geben.
Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Streit um Ukraine-Kurs
Jotowa kam den Angaben zufolge auf 35 Prozent der Stimmen, der prowestliche Andrej Gjurow auf 31,9 Prozent. Er schnitt damit deutlich besser ab als vorhergesagt. Jotowa, eine ehemalige Journalistin und sozialistische Europaabgeordnete, hatte das Präsidentenamt erst im Januar von Rumen Radew übernommen. Dieser war zurückgetreten und hatte anschließend die Parlamentswahl gewonnen und das Amt des Ministerpräsidenten übernommen.
Kanzler Merz will Beziehungen zu Japan, Südkorea und Singapur vertiefen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bricht an diesem Montag zu einer mehrtägigen Asienreise auf. Bis Ende der Woche wird der Kanzler Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Reise dient nach Regierungsangaben insbesondere der Vertiefung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den asiatischen Staaten.

Zudem wird Merz am Freitag die 19. Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul eröffnen. Auch ein Besuch der demilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea ist geplant. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist an diesem Montag nach China. Beide Reisen seien unabhängig voneinander, betonte der Regierungssprecher, aber über die Inhalte habe man sich abgesprochen.
Sturmtiefs verursachen massive Beeinträchtigungen in Europa
Zwei Stürme kurz hintereinander haben in Deutschland und anderen Teilen Europas zu Stromausfällen in mehr als 150.000 Haushalten und zur Streichung hunderter Flüge geführt. Von den Stromausfällen am Sonntag waren nicht nur gut 140.000 Haushalte in Großbritannien und Frankreich, sondern auch etwa 10.000 weitere rund um Freiburg im Breisgau im Süden Deutschlands betroffen.

Hunderte Flüge fielen aus, darunter auch Verbindungen über den Amsterdamer Flughafen Schiphol, einen der meistgenutzten Airports Europas. Binnen 24 Stunden zogen die beiden Sturmtiefs "Luise" und "Manja" über Europa. International tragen sie die Namen "Austen" und "Boelo".
as/pg/haz (dpa, afp, rtr, ap)
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