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Wednesday, October 28, 2026

Brandkatastrophe Crans-Montana – Staatsanwältinnen verzichten auf Befragung von Jessica Moretti

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  • Im Strafverfahren zur Brandkatastrophe vom 1. Januar in Crans-Montana wird es vorerst keine weitere konfrontative Befragung des Ehepaars Moretti geben.
  • Eine solche war für kommenden Montag in Sitten geplant.
  • Die Anwälte von Jessica Moretti hielten das aus psychischen Gründen für unzumutbar.

In einem Schreiben vom 27. Oktober teilen die beiden Staatsanwältinnen einem am Verfahren beteiligten Anwalt mit, «auf die Befragung von Jessica Moretti an der für den 2. November 2026 vorgesehenen Sitzung zu verzichten». Somit wird sich am Montag nur Jacques Moretti den Fragen der Staatsanwältinnen stellen müssen.

Mehrere Personen gehen an Polizisten in blauen Uniformen vorbei.
Legende: Hier erschienen sie noch gemeinsam zu einer Befragung im Strafverfahren zur Brandkatastrophe: Jessica Moretti und ihr Ehemann Jacques am 5. Juni in Sitten. KEYSTONE / Jean-Christophe Bott

Diese Wende im Strafverfahren hängt mit der Verhaftung von Jacques Moretti im vergangenen Sommer zusammen. Er wird verdächtigt, seiner Ehefrau gegenüber Gewalt ausgeübt zu haben, und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

Psychotherapeutische Bescheinigung

Am 26. Oktober übermittelten die Anwälte von Jessica Moretti, Mes Yaël Hayat und Nicola Meier, den Staatsanwältinnen «eine psychotherapeutische Bescheinigung», die am 2. Oktober von einer Psychologin ausgestellt worden war.

In dieser Bescheinigung, von der das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) Kenntnis erhalten hat, schreibt die Psychologin, dass «sich Jessica Moretti derzeit in einem besonders schweren Zustand psychischer Fragilität befindet. Bereits vor dem kürzlichen körperlichen Übergriff durch ihren Ehemann wies sie einen akuten posttraumatischen Belastungszustand im Zusammenhang mit dem Brand vom 1. Januar auf, zu dem die erhebliche psychische Belastung durch das derzeit laufende Gerichtsverfahren hinzugekommen ist.»

«Destabilisierende Konfrontation»

Die Spezialistin fügt hinzu, dass «der kürzliche Übergriff zu dieser bereits bestehenden Verletzlichkeit hinzugekommen ist». Sie präzisiert, dass «in diesem Kontext die Aussicht, ihrem Ehemann bei einer gemeinsamen Befragung gegenüberzustehen (...), eine besonders destabilisierende Konfrontation darstellt».

In ihrem Schreiben an die Staatsanwältinnen betonen Mes Yaël Hayat und Nicola Meier, ihrer Mandantin sei die Fortsetzung der Untersuchung ein Anliegen und sie werde sich «zu dieser Anhörung einfinden, um weiterhin Fragen zu beantworten, wie sie es bis zum heutigen Tag stets getan hat».

Die Anwälte stellten den Antrag, dass «Unterbrechungen während ihrer Befragung angeordnet werden können (...) angesichts des aktuellen Gesundheitszustands» von Jessica Moretti.

«Konfrontation kontraindiziert»

Die Staatsanwältinnen haben jedoch diesen Vorschlag der Anwälte nicht berücksichtigt. «Angesichts des letzten Absatzes der psychotherapeutischen Bescheinigung verzichten wir darauf, Jessica Moretti zu befragen», schreiben sie.

Im betreffenden Absatz schreibt die Psychologin, dass «eine solche Konfrontation derzeit kontraindiziert erscheint, da sie ein reales Risiko einer akuten psychischen Dekompensation mit sich bringt», und es «aus klinischer Sicht dringend empfohlen wird, die für den 2. November vorgesehene Befragung zu verschieben».

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