InquirerEco concerns raised over land conversion in Tarlac Aeta communitiesESPNSources: Simmons told to leave Chiefs team meeting by Reid, MahomesESPN DeportesJazz toma ventaja temprano frente a LakersThe Jerusalem PostIDF chief pushed back on Netanyahu order for ‘action’ against Iran, fearing political motivesPunchFULL LIST: NDC names Peter Obi, Henry Dickson, others as campaign council membersDaily MaverickANALYSIS: Inside the big shiny plan to change how local government worksZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioThe South AfricanCats to burps: The Kiffness trolls President Trump [video]SRF NewsGrosser Preis der USA – Antonelli siegt in Austin – doch die WM-Entscheidung ist vertagtNU.nlSven Kockelmann wint Sonja Barend Award voor interview met Dick SchoofNational PostTrump says decision nearing on Iran: deal or ‘finish it off’Rai NewsSerie A, Serie A, Udinese-Milan0-2: i rossoneri agganciano la terza piazza e la Roma
The Daily Newsstand · Free, Always
Sunday, October 25, 2026

Geldgeschichte – Wie die Schweiz zum Sparen erzogen wurde

Translate

Mit Anreizen und Traditionen entstand in der Schweiz eine ausgeprägte Sparkultur. Ein Blick auf ihre Anfänge.

25.10.2026, 20:52

Bis weit ins 20. Jahrhundert musste man sich für Notlagen weitgehend selbst wappnen – externe Hilfe gab es kaum. Deshalb wurde insbesondere die weniger begüterte Bevölkerung zum Sparen animiert.

Hand legt Münze in Spardose auf Tisch mit Vase.
Legende: Eine Münze in die Sparkasse im Jahr 1963. e-pics / Comet Photo

Gemeinnützige Institutionen gründeten ab 1800 kleine, regionale Sparkassen, um «bei der ärmeren Klasse den Sinn für Arbeitsamkeit und Sparsamkeit zu wecken, und ihr das Mittel an die Hand zu geben, den sauer verdienten Sparpfennig mit Sicherheit aufzubewahren und zinstragend zu machen», wie es in den Statuten der Ersparniskasse des Kantons Zug heisst. Später sorgten vermehrt auch Kantonalbanken und Raiffeisenkassen für gute Sparbedingungen.

Ganz uneigennützig war das starke Engagement der bürgerlichen Gesellschaft für reichlich fliessende Spareinlagen nicht: Diese erhofften sich durch grössere Rücklagen der ärmeren Schichten und eine weniger starke Beanspruchung der kirchlichen, kommunalen oder von reichen Privatleuten initiierten Armenfürsorge. Das Motto hiess: Sparsamkeit als Hilfe zur Selbsthilfe.

Schliesslich erlaubten die Spargelder den Banken, in umfangreicherem Masse Kredite zu vergeben, beispielsweise an Bauern oder das Gewerbe zur Beschaffung von Investitionsmitteln wie Saatgut, Vieh oder Maschinen, was wiederum den wirtschaftlichen Fortschritt befeuerte.

Motivationshilfe Sparkässeli

Das stärkste Symbol, Geld für spätere Bedürfnisse auf die Seite zu legen, war das Sparkässeli. Ab 1900 fand es in der Schweiz weite Verbreitung. Die meist ovalen Dosen aus Metall wurden von den Banken an willige Sparerinnen und Sparer ausgeliehen. Der Schlüssel zum ersparten Münz- und Notenschatz blieb jedoch bei den Banken.

Wenn das volle Kässeli sporadisch zur Bank gebracht und am Schalter geöffnet wurde, sackte der Kassier das Geld ein und schrieb es dem Sparkonto gut. Wollte man Geld abheben, fragte die Person am Schalter nicht selten nach den genauen Gründen – eine Art zusätzliche soziale Hürde im Sinne des Sparens.

Notgro­schen verliert an Bedeutung

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts vollzog sich eine entscheidende Wende, die den Charakter des Sparens grundlegend veränderte. Auf sozialpolitischer Ebene büsste mit der 1948 eingeführten Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und den nach und nach eingeführten Obligatorien für die Krankenkasse und andere Versicherungslösungen das zuvor stark propagierte Credo des Sparens einen Teil seiner Bedeutung ein.

Das freiwillige Sparen für Notlagen wurde durch ein staatlich verordnetes Sparen in Form von verbindlichen Prämienzahlungen ersetzt.

Fokus auf die versuchte Jugend

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam die von der Lehrerschaft getragene Sparerziehung mittels Schulsparkasse hinzu. Statt auf die Schule oder die Eltern als Vermittler für Finanzwissen zu bauen, gingen nun die Banken direkt auf die Jugendlichen zu.

Die Zürcher Kantonalbank konstatierte in ihrem Geschäftsbericht von 1948, dass die jungen Leute «der Versuchung zu unüberlegten Ausgaben besonders ausgesetzt» seien, weshalb es für sie ein spezielles Jugendsparheft brauche.

Die ab den 1970er-Jahren verteilten Sparkässeli dienten zwar noch dem Ursprungszweck, verloren aber durch die leichte Verwundbarkeit bei gezielten Hammerschlägen die Symbolkraft für eisernen Sparwillen.

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.