Machst du bei deiner Brustkrebs-Vorsorge alles richtig?

Video-Anleitung zum Selbstabtasten, Mammographie im Mythen-Check
Machst du bei deiner Brustkrebs-Vorsorge alles richtig?
Selbstabtasten ist der erste Schritt zur Früherkennung bei Brustkrebs. Vanesa Dautaj, Pflegefachfrau der Klinik Hirslanden, zeigt im Video, wie es geht. Warum du vor Schritt zwei – der Mammographie – keine Angst haben musst, erklärt Brustchirurg Konstantin Dedes.
Publiziert: 00:00 Uhr
Aktualisiert: 18.09.2026 um 17:17 Uhr
Bäckerei Freja in Zürich-Oerlikon: Trotz Ruhetag herrscht in der Backstube Betrieb. Auf dem Arbeitstisch aus Chromstahl liegt ein Teig. Für einmal wird daraus aber kein Brot gebacken. Die Masse ist für Vanesa Dautaj (28) gedacht, die an der Klinik Hirslanden in Zürich die Bettenabteilung der Gynäkologie und Interdisziplinären Chirurgie leitet. «Ich zeige anhand der Teigkugel in einem Video, wie man seine Brüste richtig auf Knoten untersucht», sagt die diplomierte Pflegefachfrau. «Denn die Selbstabtastung ist etwas vom Wichtigsten bei der Früherkennung von Brustkrebs.»
Mit Teig-Trick gegen die Zensur
Weil auf Social Media eine Demonstration an einer echten Brust zensiert würde, obwohl sie Leben rettet, ist der Workaround mit dem Teig nötig. Vanesa Dautaj legt Zeige-, Mittel- und Ringfinger zusammen und arbeitet sich mit kreisenden Bewegungen der Teigkugel entlang und zeigt die nötigen Handgriffe der Selbstuntersuchung (mehr dazu oben im Video).
«Mir war es wichtig, bei dieser Aktion mitzumachen», sagt Vanesa Dautaj nach dem Dreh. «Ich betreue mit meinem Team viele Brustkrebspatientinnen und erlebe ihre Schicksale hautnah mit. Gerade hatte ich eine Patientin mit Jahrgang 2004. Es trifft nicht nur ältere Frauen, sondern immer häufiger auch jüngere.»
Früherkennung ist Gold wert
Je früher man den Brustkrebs erkenne, desto grösser seien die Chancen auf Heilung. Gerade mit den Möglichkeiten der modernen Medizin, betont die Expertin. Um Erkrankten die bestmögliche Unterstützung zu bieten, arbeiten Vanesa Dautaj und ihr Team auch eng mit den Breast Care Nurses des Affidea brustCare Brust-Zentrum zusammen. Dieses ist Hauptkooperationspartner des zertifizierten Brustkrebszentrums an der Klinik Hirslanden in Zürich. Die Breast Care Nurses sind voll und ganz für die Patientinnen (und in selteneren Fällen auch Patienten) da und betreuen diese nach einer operativen Tumorentfernung und während Bestrahlung sowie Chemotherapie (mehr dazu in diesem Artikel).
Wie häufig sollten Frauen ihre Brust aber selbst nach Knoten oder anderen Veränderungen abtasten? «Einmal im Monat wäre optimal, zum Beispiel unter der Dusche. Du kannst dir auch eine Erinnerung im Kalender setzen», so Vanesa Dautaj. «Wenn dir das zu viel ist, kannst du auch einen anderen Rhythmus definieren. Zum Beispiel immer nach den Ferien.»
Die Selbstuntersuchung zu vernachlässigen, findet sie leichtsinnig. «‹Ich bin ja noch jung, ich kriege das eh nicht› oder ‹In meiner Familie hatte das niemand› sind keine Argumente. Es kann jede Frau treffen.»
Starke Partner bei Brustkrebs
Mit sechs zertifizierten Brustzentren in der ganzen Schweiz steht Hirslanden für höchste Fachkompetenz und Behandlungsqualität – von der Vorsorge und Früherkennung über die Behandlung bis zur Nachsorge bei Brustkrebs. Es gibt kein anderes Gesundheits-Netzwerk in der Schweiz, das so viel an gebündelter Kompetenz für die Betreuung von Brustkrebspatientinnen und -patienten aufweist.
Mit sechs zertifizierten Brustzentren in der ganzen Schweiz steht Hirslanden für höchste Fachkompetenz und Behandlungsqualität – von der Vorsorge und Früherkennung über die Behandlung bis zur Nachsorge bei Brustkrebs. Es gibt kein anderes Gesundheits-Netzwerk in der Schweiz, das so viel an gebündelter Kompetenz für die Betreuung von Brustkrebspatientinnen und -patienten aufweist.
Ertastest du bei der Selbstuntersuchung tatsächlich etwas, rät die Expertin dazu, nicht in Panik zu verfallen und auch nicht wie wild zu googeln, sondern umgehend einen Termin bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen machen. «Nicht jede Veränderung ist gleich Brustkrebs. Es kann zum Beispiel auch eine gutartige Zyste sein. Wichtig ist aber, dass es zeitnah ärztlich abgeklärt wird.»
Mammographie im Mythen-Check
Für die Früherkennung von Brustkrebs ebenfalls zentral ist die Mammographie, vor allem bei reiferen Frauen. Manche Kantone laden Frauen ab fünfzig zweijährlich zu dieser Röntgenuntersuchung der Brust ein. Die Kosten übernimmt dabei die Grundversicherung. In anderen Kantonen müssen sich Frauen aktiv darum bemühen. Weil auch immer mehr jüngere Frauen von Brustkrebs betroffen sind, wird aktuell darüber debattiert, die Altersgrenze für die Mammographie auf 45 Jahre zu senken.
Viele Frauen fürchten sich jedoch vor der Mammographie, weil sie als schmerzhaft gilt. Und es kursieren auch immer wieder Erzählungen, wonach die Untersuchung durch die Röntgenstrahlen Brustkrebs auslöst. Wir haben bei PD Dr. med. Konstantin Dedes nachgefragt. Er ist Brustchirurg und klinischer Direktor des Brustzentrums Zürichsee an der Hirslanden Klinik Im Park und am See-Spital – und räumt mit Mythen rund um die Mammographie auf.
1. Ist die Mammographie gefährlich und verursacht selbst Brustkrebs?
PD Dr. med. Konstantin Dedes: Nein. Die Strahlenbelastung ist bei einer modernen digitalen Mammographie äusserst gering. Sie entspricht etwa der natürlichen Hintergrundstrahlung, der man beispielsweise während einer Flugreise über den Atlantik ausgesetzt ist. Das Risiko, durch diese minimale Dosis Krebs auszulösen, ist rein theoretisch und wird durch den Nutzen der Früherkennung von Krebs um ein Vielfaches überwogen.
2. Ist die Untersuchung so schmerzhaft, wie manche sagen?
Das Schmerzempfinden ist sehr individuell, meist handelt es sich aber nur um ein kurzes Druckgefühl. Das Zusammendrücken der Brust ist technisch notwendig, um das Gewebe dünn aufzufächern – nur so entsteht ein scharfes Bild bei minimaler Dosis. Der Druck dauert nur wenige Sekunden pro Aufnahme. Frauen, die zyklische Brustschmerzen haben, spüren den Druck etwas stärker.
3. Kann der Druck Tumore zum Platzen bringen und Krebszellen verstreuen?
Das ist unmöglich. Ein bösartiger Tumor ist kein Ballon, der unter Druck platzen könnte. Tumorgewebe ist fest im Gewebe verwachsen. Weder Kompression noch Abtasten führen dazu, dass sich Krebszellen ablösen oder gar Metastasen bilden.
4. Macht das regelmässige Selbstabtasten die Mammographie überflüssig?
Nein, aber es ergänzt sie. Das Abtasten ist extrem wichtig, weil Frauen mit der regelmässigen Selbstkontrolle die Zeit zwischen einer Vorsorgemammographie und der nächsten überbrücken können. Allerdings lassen sich Tumore mit den Fingern meist erst ab einer Grösse von etwa 1 bis 2 Zentimetern ertasten. Die Mammographie hingegen erkennt Gewebeveränderungen und winzige Kalkeinlagerungen bereits im Millimeterbereich – lange bevor sie spürbar sind oder Symptome verursachen.
5. Kann der Ultraschall die Mammographie vollständig ersetzen?
In der Regel nicht, vielmehr ergänzen sich beide. Die Mammographie ist der Goldstandard, um Mikrokalk sichtbar zu machen – oft das früheste Anzeichen für Vorstufen von Brustkrebs. Das schafft der Ultraschall nicht. Er eignet sich aber hervorragend bei dichtem Drüsengewebe, das vor allem jüngere Frauen haben, und unterscheidet zuverlässig zwischen flüssigen Zysten und festen Knoten. In der Praxis nutzt man bei dichtem Gewebe oft die Kombination aus beidem.
6. Manche denken: «Meine Mutter war nie bei einer Mammographie, ich brauche das auch nicht.» Liegen sie richtig?
Das ist eine falsche Strategie. Über 80 Prozent aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken, haben keine familiäre Vorbelastung oder genetische Disposition. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das persönliche Risiko hängt in erster Linie vom Alter und der Brustbeschaffenheit ab, nicht nur von der Familiengeschichte.
7. Belasten Mammographien unnötig die Grundversicherung?
Nein, im Gegenteil. Das Mammographie-Screening führt dazu, dass Tumore in sehr frühen Stadien entdeckt werden. Früh erkannte Karzinome bedeuten, dass oft deutlich schonendere, weniger invasive und somit auch kostengünstigere Therapien benötigt werden. Eine späte Diagnose mit aufwendigen Systemtherapien belastet das Gesundheitssystem finanziell um ein Vielfaches.
8. Ist es sinnvoll oder unsinnig, die Altersgrenze herunterzusetzen?
Das ist ein Abwägen von Nutzen und Risiko. Der Nutzen bei Frauen ab 50 Jahren ist unbestritten am höchsten, weshalb das systematische Screening meist im Alter von 50 bis 69 beziehungsweise 74 Jahren empfohlen wird. Neuere Untersuchungen sprechen aber schon von einem Nutzen ab 45 Jahren. Bei jüngeren Frauen unter 50 Jahren ist das Brustgewebe meist dichter, was die Aussagekraft der Mammographie verringert und mehr Fehlalarme mit Abklärungsbedarf nach sich zieht. Sonderfälle sind eine hohe familiäre Belastung oder ein hohes genetisches Risiko, zum Beispiel durch BRCA-Mutationen, von denen auch Hollywoodstar Angelina Jolie betroffen war. Hier ist der Einstieg ab 30 oder 35 Jahren medizinisch absolut geboten – dann oft in Kombination mit Ultraschall und MRT.
Mehr zum Thema Mammographie erfährst du auch hier.
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Am Freitag, 6. November, kannst du von 13 bis 16 Uhr zudem Breast Care Nurse Rie Blumer vom Brustzentrum Zürichsee treffen. Sie beantwortet alle Fragen rund um die Vorsorge für deine Brustgesundheit und zeigt am Brustmodell auf, auf welche Veränderungen du bei der Selbstuntersuchung achten solltest. Nutze die Gelegenheit, um wertvolle Informationen zur Früherkennung von Brustkrebs zu erhalten.
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