Dank Geld von Trump-Unterstützer: Paramount übernimmt Warner Bros

- Der von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison kontrollierte Paramount-Konzern hat Warner Brothers für rund 110 Milliarden Dollar übernommen.
- Das neue Unternehmen trägt den Namen Skydance und muss eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar bewältigen.
- Besonders CNN steht im Fokus: Kritiker befürchten politische Einflussnahme durch den Trump-Unterstützer Ellison auf den Nachrichtensender.
In Hollywood bricht eine neue Ära mit den traditionsreichen Studios Paramount und Warner Brothers unter einem Dach an. Der von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison beherrschte Paramount-Konzern schloss die gut 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner ab.
Die Familie hatte Paramount erst im vergangenen Jahr übernommen. Das neue Unternehmen mit dem Namen Skydance steht nun vor einer komplexen Integration und muss dabei eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar bewältigen.
Hollywood befürchtet eine Welle des Stellenabbaus. Liberale in den USA befürchten eine politische Einflussnahme des Trump-Unterstützers Ellison auf den Warner-Nachrichtensender CNN.
Ellison und Ynon Kreiz am Drücker
Der führende Kopf beim neuen Konzern ist der Filmproduzent David Ellison, der sich in den vergangenen Jahren unter anderem mit dem zweiten «Top Gun»-Film einen Namen machte. Er ist der Sohn von Larry Ellison, dessen Milliarden-Garantie den Megadeal überhaupt erst möglich gemacht hatte.
Kurz vor Abschluss der Übernahme holte Ellison den bisherigen Chef des Spielzeugriesen Mattel, Ynon Kreiz, in eine Doppelspitze. Ellison soll für die Strategie zuständig sein, während Kreiz sich um das operative Geschäft kümmert. Anlegern wurden Einsparungen von sechs Milliarden Dollar nach drei Jahren versprochen.
Sorge um Zensur
Das Schicksal von CNN bekam in Debatten um die Übernahme besondere Aufmerksamkeit. CNN berichtet oft kritisch über US-Präsident Donald Trump. Dieser wettert oft gegen den Sender und verbannte ihn zuletzt aus dem Weissen Haus. Ellison ist fest im Trump-Lager etabliert und der Paramount-Sender CBS schlug nach der Übernahme des Konzerns durch seine Familie einen freundlicheren Ton gegenüber dem Präsidenten und dessen Regierung an.
Kritiker des Warner-Deals warnten deswegen davor, dass CNN in der Hand der Ellisons die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Paramount sagte zu, ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium für CNN zu bilden. Der bisherige Chefredakteur Mark Thompson soll den Sender weiterführen.
30 Filme pro Jahr
Paramount sagte im monatelangen Ringen um die Fusion unter anderem zu, in den ersten zwei Jahren nach dem Zusammenschluss mindestens 30 Filme der beiden Studios pro Jahr in die Kinos zu bringen. In den drei Jahren danach sollen es 32 Filme sein. Für jeden Film, den die Studios darunter liegen, soll eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden. Ausserdem wird der neue Dachkonzern mit dem Namen Skydance in den kommenden fünf Jahren zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar für Produktionen in den USA ausgeben.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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