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Friday, October 23, 2026

Erste SRG-Umfrage – Vorerst drei Pattsituationen und ein klarer Ja-Trend

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Erste SRG-Umfrage Vorerst drei Pattsituationen und ein klarer Ja-Trend

Wäre am 11. Oktober abgestimmt worden, hätte das Stimmvolk mehrheitlich gegen die Behördenempfehlungen gestimmt.

Am 29. November 2026 entscheidet das Stimmvolk über vier eidgenössische Vorlagen: Zwei Initiativen und zwei Bundesbeschlüsse stehen an. Wäre vor zwölf Tagen abgestimmt worden, wäre die Feuerwerksinitiative klar angenommen worden. Zudem käme es zu einer Pattsituation mit leichtem Ja-Vorsprung bei der Initiative gegen die Heiratsstrafe und bei den Änderungen zum Kriegsmaterialgesetz. Einen Patt gäbe es auch bei der Finanzierung der 13. AHV-Rente, diesmal aber mit einem leichten Nein-Vorsprung. Damit würden die Stimmberechtigten bei drei der vier Vorlagen entgegen den Empfehlungen von Bundesrat und Parlament stimmen.

Spielraum bei Vorlage zur Finanzierung der 13. AHV-Rente

49 Prozent der Stimmberechtigten hätten die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Mehrwertsteuererhöhung bestimmt oder eher bestimmt abgelehnt. Damit verfügt die Nein-Seite über einen höheren Anteil an gefestigten Stimmabsichten als die Ja-Seite, wie das Forschungsinstitut GFS Bern schreibt. Dies zeige eine tiefe Meinungsbildung, sodass hier das Rennen noch nicht gelaufen sei, betont Co-Leiter Lukas Golder.

Aus soziodemografischer Sicht interessant ist, dass die Vorlage bei den Generationen unterschiedlich beurteilt wird. Während bei den 18- bis 39-Jährigen die Ablehnung klar überwiegt (56 % Nein, 35 % Ja), halten sich bei den 40- bis 64-Jährigen Ja und Nein annähernd die Waage (47 % Ja zu 49 % Nein). Bei den über 65-Jährigen besteht hingegen eine Ja-Mehrheit von 55 Prozent.

Feuerwerksinitiative: komfortable Zustimmungswerte

Bei der Feuerwerksinitiative gäbe es praktisch nichts zu sagen, sagt Golder. Mit 40 Prozentpunkten Vorsprung startet die Befürworterschaft in die Hauptkampagnenphase. Die Meinungsbildung ist bereits mittel bis weit fortgeschritten.

Bei allen Parteien zeigen sich Ja-Mehrheiten von 91 Prozent (Grüne) bis 53 Prozent (SVP). Auch nach soziodemografischen Merkmalen zeigen sich teils komfortable Zustimmungswerte. So würden beispielsweise 60 Prozent der Männer, gegenüber 76 Prozent der Frauen, ein Ja in die Urne legen. Somit zeigt sich: Umwelt-, Tierschutz- und Sicherheitsargumente punkten besser, als das Argument der persönlichen Freiheit.

Bei der Initiative gegen Heiratsstrafe geht noch was

55 Prozent der Stimmberechtigten würden der sogenannten Fairness-Initiative der Mitte zustimmen. Der relativ hohe Anteil der Unentschlossenen zeigt, dass bei der Stimmbevölkerung noch viel Unsicherheit vorherrscht und die Meinungsbildung wenig fortgeschritten ist.

Eine gesellschaftliche Trennlinie stellt GFS Bern entlang des Beziehungsstatus' fest. Verheiratete und Personen in eingetragener Partnerschaft unterstützen die Initiative mit 65 Prozent deutlich häufiger als etwa Alleinstehende (41 %).

Ja-Vorsprung zum Kriegsmaterialgesetz ohne absolute Mehrheit

Sieben Wochen vor dem Abstimmungssonntag hätten 49 Prozent der Stimmenden dem Kriegsmaterialgesetz zugestimmt. Die Ja-Seite liegt damit vorn, erreicht aber keine absolute Mehrheit. Zudem ist der Anteil Unentschiedener noch beträchtlich.

Spannend: GFS Bern ortet einen Graben zwischen den Sprachregionen. Während die Deutschschweiz mit 53 Prozent der Vorlage zustimmt, erfährt das Gesetz in der Romandie einen Zustimmungswert von nur 38 Prozent.

Die Umfrage zu den Abstimmungen vom 29. November 2026 ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut GFS Bern zwischen dem 5. und 18. Oktober 2026 durchgeführt worden. Der mittlere Befragungszeitraum war der 11. Oktober 2026. Insgesamt wurden die Antworten von 14'874 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Der statistische Fehler beträgt ±2.8 Prozentpunkte. Das heisst: Bei einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Telefonische Befragung

Telefonisch befragt wurden 506 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt. Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten.

Online-Befragung

Zusätzlich konnten online bereinigte Angaben von 13'853 Personen und via Social Media 515 Personen verwendet werden. Die Teilnehmenden wurden dazu unter anderem über die Webportale der SRG rekrutiert.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in-Verfahren), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. So nehmen zum Beispiel typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil. Diese Daten werden jedoch mittels Gewichtungen an die tatsächliche Zusammensetzung der Stimmberechtigten angepasst. Es werden dabei räumliche (Wohnort), soziodemografische (Alter oder Geschlecht) und politische Gewichtungsfaktoren eingesetzt. Durch diese Gewichtung wird die Repräsentativität der Stichprobe optimiert. Ziel ist, auch die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von GFS Bern.

News, Hintergründe und Analysen zu den Abstimmungen vom 29. November 2026.

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