Neuer Schweizer «Tatort» – «Ich bin meist textsicher, manchmal stottere ich ein bisschen»

Benjamin Raue spielt im neuen Schweizer «Tatort» eine der Hauptrollen. Der deutsche Schauspieler mit Trisomie 21 erzählt, was ihn am Set begeistert, welche Szenen ihn herausforderten – und warum er am liebsten einmal James Bond spielen würde.
Benjamin Raue
Schauspieler
Benjamin Raue ist ein deutscher Schauspieler. Der 24-jährige steht seit über zehn Jahren auf der Bühne oder vor der Kamera. Derzeit absolviert Raue als erster Mensch mit Trisomie 21 eine reguläre Ausbildung an der Berliner Schauspielschule Starter. Der gebürtige Berliner hat bereits in einigen TV-Produktionen mitgewirkt, beispielsweise im ZDF-Mehrteiler «Herzstolpern», in den Serien «SOKO Leipzig», «Der Bergdoktor» und im Schweizer «Tatort - Frei wie ein Adler». In seiner Freizeit interessiert sich Raue für Sport, Klettern und Musik.
SRF: Herr Raue, am Sonntag läuft «Frei wie ein Adler» mit Ihnen in der Rolle des Jacob Göldi. Wie fühlen Sie sich kurz vor der Premiere?
Benjamin Raue: Ich freue mich. Der Film ist super geworden. Oh ja, richtig cool!
Welche Bedeutung hat die Krimireihe für Sie?
Ich bin ein Fan vom Tatort und schaue ihn immer gerne mit meiner Mutter.
Ich musste ganz viele starke Gefühle zeigen: Traurigkeit, Wut, Angst.
Wie können wir uns einen Drehtag am «Tatort»-Set vorstellen?
Ich stehe gerne früh auf, dann gibt es ein leckeres Frühstück am Set. Dann sind Schminken und Kostüm dran, danach übe ich den Text mit meinem Coach. Und dann drehen wir. Das bereitet mir Freude. Die Kamera interessiert mich sehr. Das ist sehr spannend.
Der neue Zürcher «Tatort – Frei wie ein Adler» dreht sich um den Mord an der Ex-Frau des ehemaligen Rockerbosses Simon Bärfuss (Ronald Zehrfeld) und das Verschwinden ihrer Tochter. Die Ermittlungen der Kommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) führen unter anderem zu Jacob Göldi (Benjamin Raue), einem jungen Mann mit Trisomie 21.
Der Film ist inklusiv besetzt und thematisiert Vorurteile, Diskriminierung und die Frage, wie Menschen mit Beeinträchtigungen als Tatverdächtige behandelt werden.
Ausstrahlung: Sonntag, 8. November 2026, um 20.05 Uhr auf SRF 1 und Play SRF.
Gab es auch Herausforderungen bei den Dreharbeiten?
In einer Szene muss ich auf ein Motorrad steigen. Das war schwierig. Und ich musste ganz viele starke Gefühle zeigen: Traurigkeit, Wut, Angst. Ich musste viel Text lernen. Aber ich bin meist textsicher, manchmal aber stottere ich ein bisschen. Das ist halt so.
Sie absolvieren derzeit eine Schauspielschule in Berlin. Was lernen Sie aktuell?
Ich hatte eben erst meine Stufenprüfung. Da musste ich einen Podcast aufnehmen, mich bewegen, Texte vortragen und singen.
In welchem Film würden Sie gerne mitspielen? Wie wäre es zum Beispiel mit James Bond?
James Bond, 007, richtig? Da habe ich noch nie mitgespielt. Aber das wäre toll, auf jeden Fall.
Lieber Bond oder Bösewicht?
Den James Bond natürlich – mit einer Pistole.
Zurück zum «Tatort»: Wie finden Sie die Schweizer Kommissarinnen Ott und Grandjean?
Sie sind echt toll und mutig. Einfach cool.
Sie haben in Zürich gedreht. Wie gefällt Ihnen die Schweiz?
Zürich ist eine schöne Stadt. Ich fliege mit meinem Bruder dorthin – an die Premiere des neuen «Tatort».
Was steht heute nach dem Interview bei Ihnen noch an?
Nachher gehe ich nach Hause und mache meinen Feierabend vor dem Fernseher. Morgen ist wieder ein neuer Tag.
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