Haarlaser-Studio – Günstige Preise, teure Folgen: «Venus Beauty» verärgert Kundinnen

Um was geht es? Dauerhafte Haarentfernung per Laser ist beliebt, aber teuer: Eine einzige Ganzkörperbehandlung kann über 1000 Franken kosten. Die Kosmetik-Kette «Venus Beauty» ist in der ganzen Deutschschweiz vertreten. Sie lockt mit günstigen Preisen von rund 190 Franken pro Ganzkörper-Sitzung oder 1800 Franken fürs Zehner-Abo. Andernorts zahlt man schnell mal das Dreifache oder noch mehr. Doch der Frust folgt oft auf dem Fuss.
Was ist das Problem? Obwohl «Venus Beauty» auf ihrer Webseite von sechs bis zwölf Behandlungen für «ein optimales Ergebnis» spricht, wird eine Zürcher Kundin über vier Jahre lang 34 Mal gelasert – selbst dann, als Hautveränderungen auftreten. Ihre Kritik: mangelhaftes Beratungsgespräch und fehlende Sicherheitsvorkehrungen wie das Abdecken von Venen. Statt die Behandlung irgendwann abzubrechen, habe das Personal immer neue Abos verkauft.
Gemäss Daniel Mahler, Facharzt für Dermatologie in Luzern, sind vier bis zehn Behandlungen realistisch, um Haare um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. Eine lebenslange Haarfrei-Garantie gebe es nie. Die Anzahl Behandlungen variiere je nach Körperzone, Hauttyp und Haarfarbe. Tritt keine Verbesserung mehr ein, sollte man aber nicht unbegrenzt weiterlasern.
Venus Beauty schliesst Filialen und taucht unter: Eine Berner Kundin kauft ein Zehner-Abo für knapp 1000 Franken. Noch vor der ersten Behandlung schliesst die Filiale in Bern. Das Geld kriegt sie jedoch nicht zurück – stattdessen wird sie angehalten, die Filialen in Zürich oder Baden zu besuchen. Nach Intervention ihres Rechtsschutzes verspricht «Venus Beauty» schliesslich die Rückzahlung und taucht dann ab: «Emails wurden ignoriert», erzählt die Bernerin dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Auf die Betreibung ihres Rechtsschutzes antwortet «Venus Beauty» frech mit Rechtsvorschlag.
Kundinnen aus der ganzen Schweiz betroffen: Auf der Bewertungsplattform Trustpilot liegt «Venus Beauty» bei miserablen 1,6 von 5 Sternen. Viele Kundinnen erlebten das gleiche mit geschlossenen Studios in Luzern, St. Gallen, Aarau, Basel oder Bern. Von 13 Filialen sind aktuell nur noch fünf übrig. In vielen Fällen verweigert «Venus Beauty» die Rückzahlung von Abos und will Kundinnen mit Gutscheinen abspeisen. Oder als Variante: «Venus Beauty» verspricht zwar eine Rückzahlung, das Geld kommt aber nie.
Normalerweise nicht, sagt Daniel Mahler, Facharzt für Dermatologie. Aber es kann zu Nebenwirkungen wie Rötung, Juckreiz, Brennen oder einer leichten Schwellung kommen. Bei zu hoher Energie oder ungeeigneten Einstellungen können jedoch Verbrennungen mit Blasen entstehen, was zu dunklen oder hellen Hautflecken führen kann.
Darf das Laser-Studio die Rückzahlung verweigern? Nein. SRF-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner stellt klar: «Man kann Kundinnen bei einer Filial-Schliessung zwar in ein anderes Quartier verweisen, nicht aber in eine andere Stadt. Das ist nicht zumutbar.» In solchen Fällen besteht ein ausserordentliches Kündigungsrecht. Das Restguthaben muss ausbezahlt werden – Gutscheine müssen Betroffene nicht akzeptieren.
Vor einer Behandlung sollte man stets auf einem ausführlichen Aufklärungsgespräch bestehen, bei dem Haut- und Haartyp analysiert werden. Bei der Laser-Behandlung müssen Muttermale, Tattoos und Gefässe zwingend abgedeckt werden. Seit rund zwei Jahren müssen Mitarbeitende in Laserstudios zudem über einen offiziellen Fachausweis verfügen.
Was sagt «Venus Beauty» zur Kritik? Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück: Die Zürcherin sei schriftlich genügend aufgeklärt worden. Ihre 34 Behandlungen seien als «Auffrischungen» auf eigenen Wunsch erfolgt. Venen und Muttermale würden stets abgedeckt. Bei Filialschliessungen sei man ab 30 Autominuten Entfernung «kulant» und zahle Guthaben zurück. Was aber gemäss Betroffenen nachweislich oft ausblieb. Immerhin: Nach Intervention des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» erhielten die Berner und die Zürcher Kundin ihr Geld plötzlich doch zurück.
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