Repräsentative Befragung: Fast jeder zweite Erwachsene hält Mittagsschlaf

Der kurze Powernap kann wieder fit machen. Eine Analyse zeigt: Mittagsschlaf ist beliebt in Deutschland. Eines gilt es aber zu beachten.
dpa | Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland hält laut einer repräsentativen Befragung mindestens einmal pro Woche einen Mittagsschlaf. Die meisten gönnen sich ein- bis zweimal die Woche ein Schläfchen, gefolgt von der Gruppe, die täglich einen Powernap macht, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet. Nicht erfragt wurde, inwiefern Menschen gern häufiger ein Mittagsschläfchen machen würden, es aber – etwa wegen ihrer Berufstätigkeit – nicht können.
Von rund 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gaben rund 45 Prozent an, in den vergangenen vier Wochen mindestens einmal wöchentlich einen Mittagsschlaf gehalten oder sich hingelegt und dabei nichts aktiv getan zu haben, wie das RKI mitteilte. Bei den Frauen waren es 47 Prozent, bei den Männern 44.
Die meisten gönnen sich ein- bis zweimal die Woche ein Schläfchen, gefolgt von der Gruppe, die täglich einen Powernap macht. Den täglichen Mittagsschlaf halten den Angaben nach vor allem Menschen ab 65 Jahren sowie Menschen mit niedrigen formalen Bildungsabschlüssen.
Ein kurzer Mittagsschlaf von unter 60 Minuten wirke sich positiv aus, hieß es vom RKI. Menschen fühlten sich danach weniger müde und leistungsfähiger.
Ein Viertel der Erwachsenen, die mindestens einmal die Woche einen Mittagsschlaf macht, schläft den Angaben nach 60 Minuten oder länger. Ein so langer Mittagsschlaf ist laut RKI allerdings mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Depressionen verbunden.
Es geht dabei um einen statistischen, keinen ursächlichen Zusammenhang, wie es vom RKI hieß. Die Befragung zeigt also nicht, dass der lange Schlaf die Krankheiten auslöst. Es kann zum Beispiel auch so sein, dass Menschen mit mehr Grunderkrankungen ein höheres Schlafbedürfnis haben.
Frauen unter 45 Jahren machen im Vergleich zu älteren Altersgruppen häufiger mindestens einmal pro Woche einen verlängerten Mittagsschlaf. Dazu schreibt das RKI: „Die erhöhte Belastung durch Care-Arbeit und ein dadurch verringerter Nachtschlaf könnten eine mögliche Erklärung sein.“
Und wie lange schlafen Erwachsene nachts?
Auch dazu hat das RKI tausende Menschen befragt. Das Ergebnis: Die erwachsene Bevölkerung schläft im Schnitt 7 Stunden und 26 Minuten pro Nacht. Unter der Woche schlafen Erwachsene im Schnitt mit 7 Stunden und 15 Minuten etwa weniger als am Wochenende mit 7 Stunden und 53 Minuten. Junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren schlafen am Wochenende sogar mehr als eine Stunde länger als an Wochentagen (8 Stunden und 23 Minuten versus 7 Stunden und 20 Minuten).
Nach Empfehlung vieler Schlafmediziner sollten Erwachsene sieben bis neun Stunden pro Nacht schlafen, ab 65 Jahren sieben bis acht Stunden. Dabei wird ausdrücklich betont, dass der individuell benötigte Schlaf sehr unterschiedlich ausfällt.
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