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Saturday, October 24, 2026

Pixii ist pleite und Fujifilm baut Instax aus – die Fotonews der Woche 43/2026

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Diese Woche hat die Fotografie zahlreiche Facetten gezeigt: vom Abschied eines Spezialisten für Messsucher bis zur millionenschweren Investition von Fujifilm in die Sofortbildtechnik. Während Oppo neue Maßstäbe bei Smartphone-Kameras setzt, feiern Retro-Technik und ein Forschungsprojekt die Vergangenheit.

Der französische Hersteller von digitalen Messsucherkameras Pixii befindet sich in der gerichtlichen Liquidation. Wie DPReview berichtet, hat das Handelsgericht im ostfranzösischen Besançon nahe der Schweizer Grenze das Sanierungsverfahren in eine Liquidation umgewandelt. Pixii war seit November 2025 zahlungsunfähig, wie aus den Registereinträgen hervorgeht. Ein letzter Versuch, das Unternehmen durch Investoren zu retten, scheiterte. Die Liquidation wurde am 22. Juli 2026 beschlossen und die Kanzlei Selarl Guigon Associés als Liquidator eingesetzt, um das Vermögen des Unternehmens zu verwerten. Der Kamerahersteller hatte bis Ende Juli 2026 Zeit, den Betrieb einzustellen.

Die Kameras von Pixii waren technisch innovativ, etwa durch eine enge Verbindung mit dem Smartphone statt eines eigenen Displays. Das Unternehmen bot Modelle mit Leica-M-Bajonett und Sensoren von Sony an. Das letzte verfügbare Modell, die Pixii Max, war mit einem Vollformatsensor ausgestattet und lieferte 24 Megapixel. Frühere Modelle wie die APS-C-Pixii (A2572+) boten 26 Megapixel. Die Preise, zuletzt etwa 2500 Euro für das Modell mit APS-C-Sensor und etwa 4000 Euro für das Modell mit Vollformatsensor, waren offenbar zu hoch, um eine ausreichend große Käuferschaft zu erreichen. Ein für 2027 geplantes Nachfolgemodell war bereits weitgehend entwickelt, konnte jedoch nicht mehr umgesetzt werden.

Es ist bedauerlich, einen Kamera-Hersteller scheitern zu sehen – insbesondere einen europäischen mit einigen innovativen Ansätzen. Pixii bot die einzige digitale Messsucher-Alternative zu den Kameras mit dem roten Punkt aus Wetzlar. Das Scheitern des französischen Unternehmens zeigt, wie schwer es ist, sich im Premiumsegment gegen einen etablierten Anbieter wie Leica zu behaupten. Das Konzept, moderne Technologie mit klassischer Messsucher-Fotografie zu kombinieren, war spannend. Doch der hohe Preis und die begrenzte Finanzkraft machten ein Überleben offenbar unmöglich. Dafür wären mindestens eine breitere Zielgruppe und günstigere Modelle nötig gewesen.

Fujifilm investiert massiv in seine Sofortbildsparte und kündigt eine Erweiterung der Instax-Filmproduktion um 3 Milliarden Yen (rund 16,5 Millionen Euro) an. Wie PetaPixel berichtet, sollen die neuen Produktionslinien am Standort Ashigara in der japanischen Präfektur Kanagawa im Frühjahr 2027 in Betrieb genommen werden und im Jahr 2028 ihre volle Kapazität erreichen. Zusammen mit früheren Ausbauten soll die Produktionskapazität bis dahin um rund 70 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 steigen.

Damit reagiert Fujifilm auf die anhaltend starke Nachfrage nach Sofortbildprodukten. Das Unternehmen fördert diesen Trend zudem gezielt durch Modellaktualisierungen und neue Kameras. So brachte Fujifilm 2026 mehrere neue Instax-Modelle auf den Markt, darunter die Instax Mini Evo Cinema und die Instax Mini 13, sowie spezielle Filmausführungen wie den Instax Square Soft Haze. Ein Vergleich mit der direkten Konkurrenz von Polaroid ist hier interessant: So ging Polaroid 2001 erstmals pleite und stellte nach einer zweiten Insolvenz im Jahr 2008 die Sofortbildproduktion ganz ein, um später vom „Impossible Project“, einer Art Foto-Start-up des österreichischen Unternehmers Florian Kaps, gerettet zu werden. Danach entwickelte sich Polaroid vorwiegend als eine Marke für Sofortbildfans, während Fujifilm mit Instax den Durchbruch im Massenmarkt schaffte.

Fujifilm zeigt damit, dass in einer zunehmend digitalen Welt, in der durch KI eine immer größere Bilderflut entsteht, der Wunsch nach greifbaren und einzigartigen Bildern weiterhin besteht. Die Kombination aus Spaß, Nostalgie und dem sofortigen Ergebnis macht die Instax-Produkte zu einem globalen Phänomen. Mit seiner weiteren Expansion beweist das Unternehmen außerdem, dass die analoge Sofortbildfotografie auch im digitalen Zeitalter ihren Platz hat.

Mit dem Find X10 Pro Max bringt der chinesische Hersteller Oppo, der traditionell mit der BBK-Gruppe verbunden ist, ein Smartphone mit gleich drei 200-Megapixel-Rückkameras auf den Markt. Das Unternehmen ist für seine High-End-Smartphones bekannt und hat in Zusammenarbeit mit Hasselblad nun ein Kamerasystem entwickelt, das neue Maßstäbe setzen soll. Neben der Hauptkamera und dem Ultraweitwinkelobjektiv verfügt das Gerät über ein Periskop-Tele mit fester 70-mm-Brennweite (Kleinbild-äquivalent, 3-fach). Die Selfie-Kamera bietet 50 Megapixel. Der Hauptsensor ist 1/1,3 Zoll groß. Ultraweitwinkel und Tele nutzen kleinere 1/1,56-Zoll-Sensoren. Im Alltag speichert das Smartphone 26-Megapixel-Fotos: Dafür fasst es benachbarte Pixel zu größeren zusammen (Pixel-Binning) und senkt so das Rauschen.

Aus einer anderen Richtung kommt dagegen die neue „One75” des australischen Start-ups Flashback aus Brisbane. Die Digitalkamera soll das Gefühl klassischer Halbformatkameras in die digitale Ära bringen. Laut PetaPixel löst die One75 gerade einmal 13 Megapixel auf, die Sensorgröße verrät Flashback nicht. Halbformatkameras belichten nur die halbe Fläche eines Kleinbildnegativs, die Bilder der Kamera sind deshalb im Hochkantformat. Zudem hat die Kamera ein Aluminiumgehäuse und Messing-Bedienelemente sowie einen Xenon-Blitz. Weiterhin bietet sie Funktionen wie Doppelbelichtung und DNG-RAW-Export. Mit einem Preis von 179 US-Dollar und einem digitalen „Film“-Konzept, bei dem pro „Filmrolle“ bis zu 27 Aufnahmen möglich sind, spricht sie Nostalgiker und kreative Fotografen an. Die „One75“ ist eine eigenständige Fortsetzung der „One35“-Serie, die ebenfalls bereits auf Retro-Charme setzte.

Zusammen demonstrieren beide Konzepte, dass die Fotografie sich immer wieder neu erfindet, sowohl in durch das ausreizen technischer Grenzen, sowie als nostalgischer, ehr verspielter Trend. Oppo zählt zur ersten Sparte und bietet Smartphone-Technologie an, die auch für ambitionierte Fotografen spannend sein soll. Mit der hohen Auflösung und der Zusammenarbeit mit Hasselblad positioniert sich das Unternehmen als ernstzunehmender Akteur in der Smartphone-Fotografie. Ob die fotografische Praxis den technischen Daten standhält, muss sich in Tests zeigen. Die Sensorauflösung allein sagt noch nichts über die Bildqualität, die Optik und die Bildverarbeitung aus.

Die „One75” stellt in einer Welt der Megapixel und KI-Funktionen das Gegenkonzept einer hochauflösenden, technisch innovativen Kamera dar. Sie will zeigen, dass Fotografie auch ohne technische Superlative interessant sein kann. Durch ihr minimalistisches Design im Point-and-Shoot-Stil, das an analoge Zeiten erinnern soll, beweist sie Charme. Ob das Konzept im Alltag überzeugt, muss auch hier die Praxis zeigen.

Ein Team aus Filmemachern und Architekturfachleuten ist es gelungen, den vermutlichen Standort der beiden Personen zu bestimmen, die auf Louis Daguerres im Jahr 1838 aufgenommenem Daguerreotyp „Boulevard du Temple“ zu sehen sind. Es gilt als das früheste bekannte Foto, auf dem Menschen zu sehen sind. Es entstand während einer mehrminütigen Belichtungszeit und zeigt einen Schuhputzer und seinen Kunden. Wie Le Monde berichtet, wurde am rekonstruierten Standort in Paris am 15. Oktober 2026 eine Bronzeplakette eingeweiht. Für die Forschungsarbeit wurden 3D-Scans, historische Karten, Stiche, Gemälde und Pariser Archivmaterial genutzt, um die Position des Motivs zu rekonstruieren. Das Projekt gilt als Hommage an die Pioniere der Fotografie. Es zeigt zudem, welche Rolle der Fotografie dabei zufällt, Geschichte zu bewahren, und wie relevant es daher ist, ihre Glaubwürdigkeit in Zeiten von generativer KI zu schützen.

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