Ewigkeitschemikalie PFAS – Wie der Neuanfang auf dem Bauernbetrieb trotz PFAS gelingen kann

Bauernbetriebe, deren Böden mit den Ewigkeitschemikalien PFAS belastet sind, stehen vor grossen Herausforderungen. Weist beispielsweise ihr Fleisch zu hohe PFAS-Werte auf, darf dieses nicht mehr verkauft werden. Die Chemikalien bedrohen Existenzen.
«Ehrlich gesagt: Ich bekam Angst», sagt Peter Meier, Landwirt aus Rheineck SG. Als vor etwa zwei Jahren erste Berichte über PFAS-Belastungen auf St. Galler Höfen auftauchten, liess ihm das Thema keine Ruhe. Er liess seine Böden untersuchen. Das Resultat: Alle sind belastet.
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Bild 1 von 3. Peter Meier musste seinen Betrieb umkrempeln. Er verzichtet nun auf Nutztierhaltung. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 3. Der Landwirt und seine Frau Barbara führen neu einen Gnadenhof. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. Im Herbst hängt Nebel über dem Hof in Rheineck SG. Der sprichwörtliche Nebel wegen PFAS hat sich mittlerweile aufgelöst. Bildquelle: SRF.
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Peter Meier wurde schnell klar, dass sein Fleisch wahrscheinlich nicht mehr verkauft werden kann. Die existenzielle Frage stand im Raum: Wie weiter? Bäuerin Barbara Meier sagt: «Wir hatten viele schlaflose Nächte.»
Gnadenhof als Lösung
Die Lösung des Bauernpaares: Gnadenhof statt Nutztierhaltung. Auf dem Hof finden nun Tiere, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr genutzt werden können, ein Zuhause. «Wir haben lange überlegt – bis wir auf ein Inserat der Stiftung für Nutztiere stiessen.»
Die Stiftung suchte damals einen neuen Hof, um Tiere unterzubringen. Dass es auf Meiers Betrieb in Rheineck PFAS in den Böden hat, sei auch in der Stiftung intensiv diskutiert worden, sagt Präsident Markus Bosshard: «Da die hoch belasteten Flächen nicht mehr für die Produktion verwendet werden, sind wir das Risiko eingegangen.»
Konkret bedeutet das: Weniger belastete Weiden dienen weiterhin der Futtergewinnung. Da die Tiere nicht geschlachtet werden, gelangen PFAS nicht mehr in Lebensmittel. Auf den stark belasteten Flächen werden Hecken oder Blumenwiesen gepflanzt.
Ackerbau und Gemüseproduktion?
Im ganzen Kanton St. Gallen sind bis zu 100 Betriebe von PFAS betroffen. Lösungen wie jene für das Bauernpaar Meier sind selten. Bei einem Teil der Betriebe wäre es möglich, auf Ackerbau oder Gemüseproduktion umzustellen, weil gewisse Pflanzen weniger PFAS aufnehmen.
Bruno Inauen, Leiter des St. Galler Landwirtschaftsamts, sagt: «Es werden nicht alle Betriebe eine Lösung finden. Bei starker Bodenbelastungen ist es schlicht nicht möglich, Milch und Fleisch zu produzieren. Es wird Betriebe geben, die Flächen aufgeben und eine andere Lösung suchen müssen.»
Auf die betroffenen St. Galler Bauernbetriebe kommen ungewisse Jahre zu. Peter und Barbara Meier haben diese Zeit bereits hinter sich, weil sie rechtzeitig umgedacht haben.
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