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Tuesday, October 6, 2026

Akte Embolo für Amdouni ein Glücksfall – der Robin Hood der Nati

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«Eine kleine Wette führte zu dieser Geste»: Zeki Amdouni erklärt auf Frage von 20 Minuten seinen Pfeil-und-Bogen-Jubel.20min / Sebastian Rieder

Darum gehts

  • Zeki Amdouni (25) nutzt die Absenz von Breel Embolo und trifft in zwei Nati-Spielen dreimal.
  • Der Burnley-Stürmer glänzt als hängende Spitze und geniesst alle Freiheiten im Angriffsspiel der Schweiz.
  • Seinen charakteristischen Pfeil-und-Bogen-Jubel erfand Amdouni einst bei Lausanne-Sport dank einer Wette mit einem Freund.

Zwei Spiele, drei Tore. Zeki Amdouni ist einer der grossen Gewinner der neuen Nations-League-Kampagne. Der 25-jährige Genfer nutzt die Absenz von Breel Embolo und tritt wie Robin Hood aus dem Unterholz. Und er zeigt, dass er die Hauptrolle im Sturm nicht nur tragen, sondern auch geniessen kann.

«Wie wir aktuell in der Nati spielen, gefällt mir sehr», sagt Amdouni vor dem anstehenden Heimspiel gegen Nordmazedonien in Luzern. Der Grund ist schnell erklärt: Er bekommt im Dickicht der gegnerischen Verteidigung alle Freiheiten.

Der Mann mit Pfeil und Bogen: Die Robin-Hood-Geste ist zum Markenzeichen von Zeki Amdouni geworden.

Der Mann mit Pfeil und Bogen: Die Robin-Hood-Geste ist zum Markenzeichen von Zeki Amdouni geworden.freshfocus

Amdouni darf sich fallen lassen, zwischen den Linien auftauchen, sich aufdrehen – oder plötzlich in die Spitze starten. «Ich kann mein Spiel variieren – in die Tiefe gehen oder mich zurückfallen lassen», sagt er.

Seine Lieblingsrolle? Neuneinhalb, die hängende Spitze. «Diese Rolle liegt mir sehr, weil ich rund um den Strafraum sehr gefährlich bin. Je näher ich am Tor bin, desto besser.»

Genau das hat er zuletzt eindrücklich bewiesen. Gegen Nordmazedonien und Slowenien fand der Pfeil von Amdouni mehrfach den Weg ins gegnerische Herz.

Es ist ein krasser Kontrast zu England, wo der Genfer mit Burnley nach dem Abstieg aus der Premier League nicht nur gegen die nächste Relegation, sondern auch um seinen Platz kämpft. Das Fehlen von Embolo ist in diesen Tagen ein Glücksfall für ihn.

«Breel ist ein Spieler, den wir brauchen»

Amdouni lässt sich bei der Embolo-Frage aber nicht aus dem Busch locken: «Man hat auch an der Weltmeisterschaft gesehen, dass Breel ein Spieler ist, den wir brauchen», sagt er.

Wenn Embolo da wäre, würde Amdouni sogar gerne mit ihm zusammenspielen. «Wir könnten uns ergänzen und zusammenspielen – wir brauchen die besten Spieler bei uns.»

Bis es wieder so weit ist, übernimmt Amdouni vorne. «Ich versuche, vorne so viel wie möglich einzubringen, damit man sein Fehlen nicht zu sehr spürt.»

Vom Burnley-Kämpfer zum Nati-Torjäger

Dass der Torjäger momentan so frei aufspielt, liegt auch an der hohen Kadenz an Spielen in der englischen Championship. «Für mich war der Verbleib bei Burnley eine gute Entscheidung, weil ich den Club kenne und der Verein mich halten wollte», sagt er. Nach seiner Verletzung habe vor allem eines gezählt: Spielpraxis.

Das 2:0 gegen Nordmazedonien: Amdouni trifft in Skopje mit einer sehenswerten Finte.SRF

«Man sieht jetzt, wie gut mir das tut: Ich kann praktisch alle drei Tage 90 Minuten durchspielen.» Amdouni ist wieder fit, spielt regelmässig – und trifft nun auch für die Schweiz. Eine Entwicklung, die ihm sichtlich Selbstvertrauen gibt und die er gerne mit einem speziellen Torjubel garniert.

Eine kleine Wette als Ursprung

Nach seinen Treffern markiert Amdouni gerne den Robin Hood. Eine Geste, die inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden ist, auch wenn die Inspiration nicht von der englischen Legende herrührt.

Die Idee entstand einst bei Lausanne-Sport – bei einer kleinen Wette mit einem Freund. «Ich hatte damals keinen festen Jubel. Er schlug mir die Pfeil-und-Bogen-Geste vor, weil jener Jubel damals kaum von Stürmern genutzt wurde», erklärt er auf Frage von 20 Minuten. «Seither mache ich ihn nach Toren und freue mich, ihn jetzt auch wieder für die Nati zu zeigen.»

Sebastian Rieder

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.

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