Zehntausende US-Dollar extra: Trump machte Mitarbeitern fürstliche Weihnachtsgeschenke

Zehntausende US-Dollar extraTrump machte Mitarbeitern fürstliche Weihnachtsgeschenke
09.09.2026, 11:20 Uhr

Der US-Präsident ist bekannt dafür, dass er loyale Begleiter unterstützt, teils sogar finanziell. In vier Fällen beschenkte Trump Mitarbeiter des Weißen Hauses zu Weihnachten mit enorm viel Bargeld. Seine Freigebigkeit könnte gegen Gesetze verstoßen.
US-Präsident Donald Trump hat einem Bericht zufolge vier Mitarbeitern im Weißen Haus zu Weihnachten fürstliche Geldgeschenke gemacht. Wie die "Washington Post" berichtet, zahlte er drei Mitarbeitern jeweils etwa 45.000 US-Dollar (rund 38.600 Euro) und einem weiteren 20.000 Dollar (rund 17.100 Euro). Hervor gehen die Zahlen aus von der US-Regierung veröffentlichten Unterlagen.
Die drei Mitarbeiterinnen, darunter befindet sich Trumps persönliche Referentin Natalie Harp, nannten die Zahlungen in den Offenlegungen laut der Zeitung: "Bargeldgeschenk zu den Feiertagen." Die jeweils gezahlten rund 45.000 US-Dollar entsprechen einem Drittel ihres Gehalts. Das liegt einem Jahresbericht an den Kongress zufolge bei 150.000 Dollar. Das fürstliche Weihnachtsgeschenk macht also einen erheblichen Anteil am Gesamtverdienst der Mitarbeiterinnen aus.
Richard Painter, ehemaliger Ethikberater von Präsident George W. Bush, verwies darauf, dass die Aufstockung der Gehälter von Bundesbediensteten durch externe Quellen durch das Bundesgesetz verboten seien. "Er versucht ganz offensichtlich, es ihnen finanziell zu erleichtern, im Staatsdienst im Weißen Haus zu arbeiten", sagte Painter der "Washington Post". "Das darf man nicht tun."
Ein Sprecher des Weißen Hauses bestritt dagegen, dass die Zahlungen gegen Vorschriften verstießen. "Der Präsident hat seit Langem die Gewohnheit, Menschen in seinem Umfeld Weihnachtsgeschenke zu machen, darunter gelegentlich auch Mitarbeiter und Berater, sowohl in der Regierung als auch während seiner Zeit in der Privatwirtschaft", sagte Davis Ingle.
Es gibt Grenzen für Geschenke
Die 35-jährige Harp wurde vielfach als "menschlicher Drucker" im Weißen Haus bezeichnet. Sie führt stets ein tragbares Gerät mit sich, um dem US-Präsidenten seine Nachrichtenartikel und Social-Media-Beiträge immer auf Wunsch ausdrucken und zur Verfügung stellen zu können. Bei den beiden anderen begünstigten Frauen handelt es sich um Chamberlain Harris, eine 26-jährige persönliche Assistentin von Trump und die 31-jährige Kommunikationsberaterin Margo Martin. Die vierte beschenkte Person ist Walt Nauta, der Leiter des Oval Office. Er soll 20.000 Dollar erhalten haben - bei 175.000 Dollar Jahressalär.
Painter erklärt, dass für Bundesbedienstete Beschränkungen hinsichtlich der Geschenke bestehen, die sie geben oder annehmen dürfen, um sicherzustellen, dass Regierungsentscheidungen unparteiisch bleiben. Wie hoch diese Grenzen sind, sagte er nicht.
Don Fox, der ehemalige Vorsitzende des Office of Government Ethics (OGE) in der Obama-Regierung, schränkte ein, dass aus den vorliegenden Fakten nicht eindeutig hervorginge, dass die Zahlungen gegen das Verbot der Einkommensaufstockung verstoßen. Das wäre aber etwa der Fall, wenn Trump die Zuwendungen erst geleistet hätte, nachdem einer der Mitarbeiter erklärte, er werde in die Privatwirtschaft wechseln, weil er von seinem Gehalt nicht leben könne. Dann hätte Trump ein solches "Weihnachtsgeld" leisten können, um das Gehaltsgefälle auszugleichen, so Fox.
Es gibt grundsätzlich jedoch Vorschriften, die es Mitarbeitern untersagen, ihren Vorgesetzten Geschenke zu machen, da befürchtet wird, dass diese dazu missbraucht werden könnten, um sich Gunst zu verschaffen. Eine hohe Zahlung an einen Untergebenen sei jedoch "kein Fall, den sich die OGE jemals wirklich vorgestellt hat", sagte Fox. "So etwas kommt einfach nicht vor." Um dies zu untermauern, erklärt er gegenüber der "Washington Post", das teuerste Geschenk, an das er sich als Bundesbeamter von einem Vorgesetzten erinnern könne, sei ein Obstkorb zur Weihnachtszeit gewesen.
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