Begehrte Arktisinsel – Präsident Trump und sein Interesse an Grönland – eine Chronologie

Die USA, Dänemark und Grönland haben einen Durchbruch im Streit um die grösste Insel der Welt verkündet. Das Grönland-Abkommen folgt auf eine Zeit geopolitischer Spannungen. Ausgelöst wurden diese durch Trumps Bestreben, die halbautonome Arktisinsel kontrollieren zu wollen.
August 2019
In einer überraschenden Ankündigung schlägt US-Präsident Donald Trump vor, Grönland von Dänemark abzukaufen. Grönland ist seit 1979 weitgehend autonom, gehört aber nach wie vor zum Königreich Dänemark.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bezeichnet Trumps Kaufwunsch als «absurd». Trump sagt daraufhin einen geplanten Besuch in Dänemark ab und nennt Frederiksens Äusserung «gemein».
Januar 2025
Zwei Wochen vor seinem zweiten Amtsantritt erklärt Trump, er werde den Einsatz militärischer oder wirtschaftlicher Mittel nicht ausschliessen, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen.
Sein ältester Sohn, Donald Trump Jr., reist nach Grönland und erklärt, die Bevölkerung werde «enorm davon profitieren, wenn Grönland Teil unserer Nation wird».
März 2025
Der US-Vizepräsident JD Vance besucht den US-Militärstützpunkt Pituffik Space Base im Norden der arktischen Insel und erklärt, Dänemark leiste keine besonders gute Arbeit bei der Gewährleistung der Sicherheit in Grönland.
Januar 2026
Nach der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro erklärt Trump gegenüber den Medien: «Wir brauchen Grönland.» Das Weisse Haus teilt mit, dass der Präsident verschiedene Optionen abwägt, darunter auch den möglichen Einsatz militärischer Gewalt.
Anfang Bildergalerie
-
Bild 1 von 2. Dänische Soldaten beim Ankommen im Hafen von Nuuk, Grönland, am 18. Januar 2026. Bildquelle: Mads Claus Rasmussen / Ritzau Scanpix / via REUTERS (Archiv).
-
Bild 2 von 2. Trump erklärte am 21. Januar 2026, er und Nato-Generalsekretär Mark Rutte hätten «den Rahmen für eine künftige Einigung geschaffen». Bildquelle: REUTERS / Jonathan Ernst (Archiv).
Ende der Bildergalerie
Zurück zum Anfang der Bildergalerie.
Deutschland, Frankreich, Schweden, Norwegen, Finnland und die Niederlande entsenden Truppen nach Grönland, um dort gemeinsam mit dänischen Streitkräften ein Signal der Unterstützung und Abschreckung zu senden. Bei einer Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos schliesst Trump einen Militäreinsatz jedoch aus und deutet an, dass eine Einigung in Sicht sei. Am 28. Januar beginnen die ersten diplomatischen Verhandlungen.
April 2026
Trump lässt wiederholt seiner Frustration über Grönland freien Lauf, unter anderem in einem Social-Media-Beitrag, in dem er das Land als «grosses, schlecht geführtes Stück Eis» bezeichnet, das unter US-Kontrolle stehen sollte.
September 2026
Nach monatelangen Verhandlungen kündigt Trump ein Abkommen mit Kopenhagen und Nuuk an und erklärt, dass die USA «dauerhafte Kontrolle» über die Sicherheit erhalten und alle sensiblen Investitionen ihrer Gegner auf der Insel blockieren können. Dänemark erklärt, das Abkommen werde seine Souveränität über Grönland nicht beeinträchtigen, und die Nato werde eine Rolle bei der Sicherheit der Insel spielen.
SRF-Korrespondent: «Abkommen ist eine Win-Win-Win-Situation»
Box aufklappen Box zuklappen
Einschätzung von Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann:
Der Vertrag kann als Win-win-Situation interpretiert werden. Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen ist es für US-Präsident Donald Trump wichtig, einen Fortschritt in den Verhandlungen zu sehen.
Für Dänemark ist es ein Riesengewinn, wenn der alte Alliierte Amerika nicht als Feind dasteht, der alles Dagewesene infrage stellt.
Die grössten Siegerinnen und Sieger dürften aber die Menschen in Grönland sein. Denn, es ist ihr Land und ihre Natur, die sie hier seit Tausenden von Jahren bewohnen – wenn sie das also nun weiterhin machen können, dann ist das ein enormer Erfolg.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.