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Wednesday, September 23, 2026

KI-Update: Klage gegen OpenAI, Kill Switch, Neue Modelle, AI Summit, Mobilfunk

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Im Februar tötete eine 18-Jährige im kanadischen Ort Tumbler Ridge acht Menschen und nahm sich danach das Leben. Vor der Tat führte die Attentäterin auffällige Gespräche mit ChatGPT, die bei OpenAI eine Warnmeldung auslösten. Das Unternehmen entschied sich jedoch dagegen, die Behörden zu informieren.

Nun klagt die Provinzregierung von British Columbia gegen OpenAI, und zwar am Firmensitz in San Francisco. Justizministerin Niki Sharma verlangt, dass OpenAI für die Schäden aufkommt, etwa für die Betreuung der Überlebenden und den Abriss der Schule, an der niemand mehr arbeiten wollte. Es ist nicht das erste Verfahren dieser Art. Bereits mehr als zwei Dutzend Klagen von Angehörigen laufen, dazu ermittelt die Royal Canadian Mounted Police. OpenAI äußerte sich bislang nicht.

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OpenAI erweitert seine GPT-6-Familie um zwei günstigere Modelle namens Sol und Luna. Die Nutzungskosten sinken um 50 Prozent gegenüber den Vorgängern. Sol zielt auf schwierige Aufgaben wie das Schreiben von Programmcode, Luna auf große Mengen einfacher Arbeiten wie das Zusammenfassen von Dokumenten. An der Denkleistung ändert sich laut dem Analysedienst Artificial Analysis wenig. Auffällig ist, dass OpenAI einige übliche Vergleichstests weglässt.

Spektakulärer klingt die zweite Meldung. Ein internes Modell soll nach nur einem Monat Training über 100 offene mathematische Probleme gelöst haben, darunter zwei Millennium-Probleme, auf die je eine Million Dollar ausgelobt ist. Die Fachwelt muss das erst prüfen. In einem offenen Brief warnen führende Forscher, das reine Lösen von Aufgaben durch KI untergrabe das Verständnis der Mathematik. OpenAI beruft eine Beratungsgruppe mit dem Mathematiker Timothy Gowers, behält sich das Forschungstempo aber selbst vor.

Elon Musks xAI hat mit Grok 4.7 ein neues KI-Modell veröffentlicht. Es steht ab sofort für Entwickler bereit und soll insbesondere bei Coding, agentischen Aufgaben und Wissensarbeit deutlich leistungsfähiger sein als sein Vorgänger. Das Modell basiert auf einem neuen, größeren Basismodell und wurde im Reinforcement Learning mit einem anspruchsvolleren Aufgabenmix trainiert. Für verbesserte Coding-Fähigkeiten nutzte das Unternehmen zudem anonymisierte Daten der Entwicklungsumgebung Cursor.

Während die Fortschritte bei allgemeinen Aufgaben laut ersten Benchmarks überschaubar bleiben, zeigt Grok 4.7 bei komplexer, agentischer Arbeit über längere Zeiträume deutliche Verbesserungen. Auffällig ist jedoch der hohe Tokenverbrauch: Obwohl die API-Preise mit zwei Dollar pro Million Eingabetokens vergleichsweise günstig sind, benötigt das Modell für Aufgaben im Schnitt deutlich mehr Output-Tokens als Konkurrenzmodelle. Dadurch fallen die tatsächlichen Kosten pro erledigter Aufgabe teils höher aus als bei effizienteren Alternativen.

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Anthropic hat Claude Opus 5.5 vorgestellt, das erste Modell einer neuen Reihe. Es soll die Leistung des Vorgängers erreichen, in der Nutzung aber rund 40 Prozent günstiger und etwa 30 Prozent schneller sein. Zwei kleinere Varianten namens Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 folgen in den kommenden Wochen.

Ein Schwerpunkt liegt auf Sicherheit. Automatische Filter sollen heikle Anfragen etwa aus Cybersicherheit und Biologie erkennen und auf ein schwächeres Modell umleiten. Ob das zuverlässig gelingt, wird sich zeigen. Hauptzielgruppe bleiben Kunden aus Finanzwirtschaft, Rechtswesen und Softwareentwicklung.

Der AI Summit Barcelona setzt anders als andere KI-Konferenzen auf die Praxis. Die Leitfrage lautet, wie sich KI sinnvoll und gewinnbringend einsetzen lässt. Viele Unternehmen wissen genau, was sie für KI-Tools ausgeben, doch der Nutzen bleibt schwer messbar. Neben Vorträgen gibt es daher Fallstudien und Workshops dazu, warum manche Projekte scheitern. Ein Entwickler berichtet, dass er statt in einem sechsköpfigen Team heute allein arbeitet und statt Code nur noch Prompts für Claude schreibt.

Immer wieder geht es um Datenhoheit, Cybersicherheit, europäische Infrastruktur und den AI Act. Die Veranstaltung spiegelt Kataloniens Ambitionen wider, europäische KI zu bauen. Bis 2030 investiert die Region eine Milliarde Euro in souveräne Cloud-Infrastruktur, Chip-Technologie, Supercomputing und Talentförderung. Von den Weltuntergangsszenarien der führenden KI-Entwickler ist hier wenig zu spüren, die Stimmung bleibt pragmatisch.

Vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington trafen sich bereits Vertreter beider Länder in New York. Themen waren der Handelskonflikt und Sicherheitsrisiken beim Einsatz von KI.

US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, man habe der chinesischen Seite einen Mechanismus für den Austausch wichtiger Informationen zur KI-Entwicklung vorgeschlagen. Details nannte er nicht, sprach aber von einem sehr erfolgreichen Treffen mit Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng.

US-Präsident Donald Trump möchte den Begriff „Artificial Intelligence“ durch „Superintelligence“ ersetzen. Das kündigte er vor der UN-Vollversammlung an. Der Zusatz „artificial“ lasse die Technologie „fake“ erscheinen, das sei sie aber nicht. Forderungen nach einer langsameren KI-Entwicklung erteilte er eine Absage, er werde eine Technologie nicht abwürgen, die größer werde als die Industrielle Revolution.

Seine Äußerung ist auch eine Reaktion auf Warnungen aus der Branche vor Gefahren durch KI, die er mit jenen zum Klimawandel verglich. Einige Experten halten den Begriff dagegen tatsächlich für problematisch, kritisieren daran aber vor allem den Teil „Intelligenz“. Dieser vermenschliche die Technologie und schreibe Maschinen Fähigkeiten wie Denken oder Entscheiden zu.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat eine Verordnung erlassen, die weitere Sicherheitsmechanismen für KI-Systeme einfordert. Die Government Operations Agency soll bis November 2026 ein Empfehlungspapier vorlegen. Geprüft werden soll unter anderem ein gesetzlich vorgeschriebener „Kill Switch“ für alle Frontier-Modelle, den eine unabhängige Organisation fortlaufend kontrolliert.

Zusätzlich sollen bis Mai 2027 die Regeln für unabhängige KI-Prüforganisationen stehen, bis Dezember 2027 das Registrierungsverfahren. Diese Fristen wurden vom ursprünglichen 1. Januar 2029 vorgezogen. Das Papier enthält zwei Seitenhiebe gegen Trump. Es betont, Kalifornien beherberge 32 der 50 bestgelisteten privaten KI-Firmen, obwohl kein anderer Bundesstaat so stark reguliere, und kritisiert offen die „mangelnde Führungsstärke des Präsidenten und der Kongressführer“.

In Deutschland fließt in diesem Jahr rund 50 Prozent mehr Geld in KI als im Vorjahr. Etwa 40 Prozent entfallen auf generative KI wie ChatGPT, Claude oder Microsoft Copilot, der Rest auf Anwendungen wie Bilderkennung, Prognosesysteme oder Sprachverarbeitung. Das teilte der Digitalverband Bitkom unter Berufung auf Zahlen des Marktforschers IDC mit. Der deutsche KI-Markt wächst demnach auf 28,7 Milliarden Euro.

Im internationalen Vergleich wirken die Zahlen klein. Laut Gartner erreichen die weltweiten KI-Ausgaben in diesem Jahr rund 2,7 Billionen US-Dollar, dominiert von Investitionen in Infrastruktur. Auf Deutschland entfällt somit etwa ein Prozent der globalen Ausgaben.

In der EU werden die Gespräche über Haftungsregeln für KI-Schäden wieder aufgenommen. Laut Politico bereiten vier Abgeordnete einen Antrag vor, getragen von drei der größten Fraktionen im EU-Parlament. Ziel ist es, KI-Firmen für Schäden haftbar zu machen, die ihre Systeme auf unvorhergesehene Weise verursachen.

Konkret sollen die EU-Produkthaftungsregeln auf universell einsetzbare und sogenannte Frontier-Modelle ausgeweitet werden. Die bestehende Richtlinie erfasst zwar Software und KI-Systeme, greift aber nur bei fehlerhaften Produkten. Nicht abgedeckt sind Fälle, in denen sich eine KI unvorhergesehen verhält, etwa wenn ein Modell aus seiner Trainingsumgebung ausbricht und eine reale Firma hackt. Genau solche Szenarien soll die neue Regelung erfassen.

Vodafone und der Netzausrüster Ericsson haben in einem Testnetz zwei KI-Funktionen erprobt, eine Live-Übersetzung für Telefonate und einen Filter gegen Hintergrundgeräusche. Beide laufen komplett im Netz, sodass weder ein bestimmtes Smartphone noch eine zusätzliche App nötig ist. Getestet wurde die Übersetzung zwischen Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Die Übersetzung muss man aktiv einschalten, ohne Zustimmung werden laut Vodafone keine Gesprächsinhalte gespeichert.

Vodafone ist damit nicht allein. Schon im März zeigte die Deutsche Telekom einen ähnlichen netzseitigen KI-Assistenten, entwickelt mit ElevenLabs. Wann solche Funktionen im Handy landen und was sie kosten, ist noch offen. Der Vorteil der Anbieter liegt in der Unabhängigkeit vom Gerät. Die Kehrseite: Google und Apple könnten solche Funktionen einfach in ihre Betriebssysteme einbauen.

Ein Start-up aus San Francisco will mithilfe lebender Nervenzellen die Erstellung von KI-Videos schneller und günstiger machen. Dazu arbeitet The Biological Computing Co. mit Amazon Web Services zusammen. Gemeinsam wollen sie ein Modell anbieten, das Videos fünfmal schneller und deutlich günstiger erzeugen soll.

Trotz des Namens betreiben keine Gehirnzellen das Videomodell, verkauft wird gewöhnliche Software. Die Biologie steckt allein in der Entwicklung. Die Firma züchtet Nervenzellen auf Chips, reizt sie mit Strom und misst, wie sich die Signale ausbreiten. Daraus leitet sie Regeln ab und baut einen kleinen Adapter, der an ein bestehendes KI-Modell andockt und Videos länger scharf halten soll. Verfügbar ist bisher nur eine Anmeldung für den Frühzugang, handfeste Belege für den Vorteil fehlen.

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