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Saturday, September 12, 2026

Zur Mitte hin: Die Bilder der Woche 37

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Unsere Bildauswahl aus der c't-Foto-Community zeigt diese Woche Bilder, die nicht nur durch den Goldenen Schnitt die Blickrichtung und Sehweise der Betrachtenden leitet. Viele starke Formen, wie ein konzentrischer Sternenhimmel, messerscharfe Linien in der Architektur oder ein verwischter, aber streng horizontaler Sonnenuntergang, zeigen, wie markante Formen wirken.

Im Kontrast dazu stehen zwei Bilder von Lebewesen, eine junge Frau und ein Vogel, die den Blick zum Wandern einladen, bevor er unweigerlich an den Augen innehält.

Astrofotografie

Sternenspuren über der Almhütte

(Bild: Lightpix84)

Die konzentrisch kreisenden Sternenspuren bilden ein gewaltiges Wirbelmuster um den Himmelspol und erzeugen eine Sogwirkung, die den Blick ins Zentrum zieht. Die beleuchtete Almhütte am unteren Bildrand bildet einen kompakten Ankerpunkt, der sich gegen die übermächtige Weite des Nachthimmels abhebt – ein klassischer Kontrast zwischen menschlichem Maßstab und kosmischer Dimension. Die dunkle Silhouette der Nadelbäume trennt beide Bildebenen wie eine natürliche Horizontlinie und verleiht der Komposition eine vertikale Struktur. Astrofotografisch überzeugend verbindet die Aufnahme Langzeitbelichtung mit landschaftlichem Kontext zu einem stimmigen Gesamtbild.

Matterhorn im Morgenlicht

Matterhorn Frühmorgens

(Bild: forms)

Das 4.478 Meter hohe Matterhorn in den Walliser Alpen bei Zermatt in der Schweiz, aufgenommen in den frühen Morgenstunden. Das erste Sonnenlicht erreicht nur den oberen Teil der markanten Felspyramide und färbt ihn in intensive Orange- und Rottöne, während die unteren Flanken noch vollständig im Schatten liegen. Der Himmel im Hintergrund bleibt gleichmäßig grau und ruhig. Der enge Bildausschnitt konzentriert sich ausschließlich auf den Gipfelbereich und blendet die umliegende Berglandschaft komplett aus. So rückt die ikonische Silhouette, eines der meistfotografierten Motive der Alpen, als einzelnes Monument ins Zentrum.

Nordsee

Nordsee

(Bild: Otto Hitzegrad)

Ist das ein Foto oder hat jemand den Sonnenuntergang mit einem breiten Pinsel über die Leinwand gezogen? Der Fotograf hat hier die Nordsee am Abend in pure Farbe aufgelöst – kein Wellengang, kein Horizont im klassischen Sinn, nur sanfte Streifen aus Gold, Rosé und Violett. Das Ergebnis erinnert an ein Gemälde von Mark Rothko, nur dass hier Wasser und Himmel die Farben liefern.

Frau in Unterwäsche

Chiara

(Bild: Thomas Ruppel)

Manchmal muss ein Porträt nicht unbedingt in Farbe sein, um alles zu sagen. Das Model steht vor einer schlichten Wand, schaut lässig zur Seite und zieht dennoch alle Blicke auf sich. Das Licht schmeichelt, der Schatten rechts rahmt die Szene wie ein natürlicher Vorhang und das florale Tattoo unter dem BH setzt ein stilles Ausrufezeichen. Schwarz-Weiß, wenig Aufwand, maximale Wirkung: So gelingt ein Indoor-Portrait mit Charakter.

Vogel auf Wiese

Nur kurz zu Besuch

(Bild: Zika)

Dieses Gespräch und weitere Interviews mit Persönlichkeiten aus der Fotowelt hören Sie in unserem Foto-Podcast Click Boom Flash. Jeden zweiten Sonntag neu und auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Dieses Braunkehlchen sitzt aufrecht auf der Spitze einer vertrockneten Pflanze mit kleinen, goldgelben Blütenköpfen. Das Foto wurde an den Elbwiesen in und um Dresden aufgenommen. Der Singvogel zeigt sein typisches braun-beiges Gefieder mit heller Brust und dunklem Kopf. Sein Blick ist nach rechts gerichtet. Im Hintergrund erstreckt sich eine unscharfe Wiese aus hohen Gräsern in warmen Herbsttönen. Der auch als Saxicola rubetra bezeichnete Zugvogel war hier in den Elbwiesen bei Dresden auf dem spätsommerlichen Durchzug gen Süden.

Architekturfotografie München

Neulich in München

(Bild: JeanFP)

Das Innere eines Münchner Gerichtsgebäudes verwandelt sich hier in eine streng geometrische Komposition aus Horizontalen und Diagonalen. Die umlaufenden Galerien staffeln sich nach oben und erzeugen eine pyramidale Tiefenwirkung, die den Blick ins Zentrum zieht. Der Kontrast zwischen dem kühlen Türkis des Bodens und den warmen Terrakotta-Wänden spaltet das Bild in zwei komplementäre Farbzonen, die sich gegenseitig steigern. Die zickzackförmigen Metallstreben der Glasbrüstungen rhythmisieren die horizontalen Linien und verleihen dem strengen Raster eine filigrane Textur. Künstliches Licht modelliert die einzelnen Etagen gleichmäßig und betont die architektonische Schichtung.

Bäume von unten

Strukturen

(Bild: Addi Beck)

Der Blick geht hier steil nach oben in ein Geflecht kahler Baumkronen, die sich vor einem hellen, gleichmäßig bedeckten Himmel abzeichnen. Durch die Froschperspektive entsteht eine radiale Komposition: Die Stämme streben von den Bildrändern zur Mitte und spannen ein Netz aus Linien auf, das an eine grafische Zeichnung erinnert. Durch den hohen Kontrast der Schwarzweißumsetzung wird das Motiv auf seine reine Struktur reduziert: Äste werden zu Linien und der Himmel zu einer leeren Fläche.

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