Enzootische Pneumonie – Auch Kanton Bern bekämpft Tierseuche – harter Schlag für Züchter

Darum geht es: Die für Schweine ansteckende Lungenkrankheit Enzootische Pneumonie hat nun auch den Kanton Bern erreicht. Insgesamt müssen deshalb in drei Schweinezuchtbetrieben im Seeland und im Oberaargau 1500 Muttersäue geschlachtet werden. Wichtig zu wissen: Für den Menschen ist die Atemwegserkrankung ungefährlich, Schweinefleisch kann unbedenklich gegessen werden.
Eine Art Lungenentzündung bei Schweinen
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Die durch ein Bakterium verursachte Enzootische Pneumonie bei Schweinen ist mit einer Lungenentzündung beim Menschen vergleichbar. Die Schweine haben Fieber, Husten und verlieren den Appetit. Nur wenige Tiere sterben an der langwierigen Krankheit. Die Enzootische Pneumonie ist bei Schweinen in Europa weitverbreitet, teilweise werden die Tiere dagegen geimpft. In der Schweiz gelten jedoch besondere Vorschriften. Beispielsweise ist die Impfung von Schweinen gegen Enzootische Pneumonie verboten. Vielmehr werden hierzulande diverse Tierkrankheiten rigoros bekämpft, wenn sie auftreten. Geregelt ist dies alles in der Tierseuchenverordnung des Bundes.
Auch in der Zentralschweiz: Am stärksten von der Schweinekrankheit betroffen war zum Wochenbeginn der Kanton Luzern. Auch in den Kantonen Solothurn, Schwyz, Thurgau und Waadt wurden Fälle von Enzootischer Pneumonie nachgewiesen. Dort mussten in zahlreichen Betrieben ebenfalls Schweine geschlachtet werden. Trächtige Muttersäue wurden gemäss Tierschutzgesetz eingeschläfert.
Der Verlust von Tieren ist für die betroffenen Familien und Angestellten sehr einschneidend.
Schwierige Situation: «Die Situation ist für die betroffenen Betriebe sehr ernst», sagt Stefan Müller, Geschäftsführer des Verbands der Schweineproduzenten Suisseporcs. Die Unsicherheit sei gross. Und: «Der Verlust von Tieren ist für die betroffenen Familien und Angestellten sehr einschneidend.»
Hoch ansteckend: Die Enzootische Pneumonie ist unter Schweinen sehr ansteckend. Dabei spiele es kaum eine Rolle, auf wie kleinem Raum die Schweine gehalten werden, denn die Krankheit wird über die Luft übertragen. Es habe beim aktuellen Ausbruch aber auch eine Weiterverbreitung durch den Tierverkehr gegeben, so Müller. Und: «In den nächsten zehn Tagen sollte komplette Klarheit herrschen, welche Betriebe noch betroffen sind und welche nicht.»
Angesichts des grossen Ausmasses hat man letzte Woche zusammen mit dem Bund entschieden, dass eine ‹Totalsanierung› gemacht wird.
Radikale Methode: Grundsätzlich könnte die Seuche durch medikamentöse Behandlung von betroffenen Tieren bekämpft werden, so Stefan Müller. Aber: «Angesichts des grossen Ausmasses hat man letzte Woche zusammen mit dem Bund entschieden, dass eine ‹Totalsanierung› gemacht wird.» Heisst: Ein Teil der Mutterschweine muss getötet werden, betroffene Betriebe müssen vollständig von Tieren geräumt werden.
Einbussen für Betriebe: Für manche Schweinezüchter oder -mäster kann dies ein finanziell harter Schlag sein. Ein Teil des Verlustes sei zwar oft von kantonalen Versicherungen abgedeckt, sagt der Suisseporcs-Vertreter. Zusätzlich könnten sich Betriebe privat gegen Seuchenausbrüche versichern. Fehle eine solche Versicherung, könne dies für den einzelnen Zuchtbetrieb jedoch zu grossen finanziellen Einbussen führen.
SRF 4 News aktuell, 23.9.2026, 7.50 Uhr ; srf/sda/snep;from;brus
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