CS-Crash: Keller-Sutter will schärfere Regeln für Boni-Banker

Bankenregulierung
CS-Crash: Keller-Sutter will schärfere Regeln für Boni-BankerDer Bundesrat hat neue Regeln für Banken beschlossen. Zum Beispiel sollen Banker ihre Boni zurückzahlen müssen, wenn die Bank in eine Krise gerät. Die Medienkonferenz mit Karin Keller-Sutter – jetzt live.
Darum gehts
- Der Bundesrat will die Banken an die kurze Leine nehmen.
- Zum Beispiel sollen Boni künftig zurückgefordert werden können.
- Zudem soll die Finanzmarktaufsicht mehr Macht erhalten.
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12.08.2026
Mi 14:00
Das will der Bundesrat
Die Finanzkrise 2008 und der Untergang der Credit Suisse 2023 haben in der Politik Druck zum Handeln erzeugt. Heute präsentierte Finanzministerin Karin Keller-Sutter (FDP) Massnahmen, wie sie die Banken an die kurze Leine nehmen will.
Bonis müssen zurückgezahlt werden
Wer von seiner Bank Boni bekommt, soll diese nur noch teilweise sofort ausbezahlt bekommen – sofern man im obersten Management ist. «Diese Vergütungskomponente ist an die künftige Erfolgs- und Risikoentwicklung zu binden», so der Bundesrat. Bei Regelverstössen sind diese Vergütungsbestandteile zu streichen, zu kürzen oder zurückzufordern, heisst es weiter.
Diese Regel betrifft alle systemrelevanten Banken. Dazu zählt nicht nur die UBS, sondern zum Beispiel auch die Postfinance, Raiffeisen und gewisse Kantonalbanken.
Zudem müssen alle Banken ab 250 Mitarbeitenden ein «Verantwortlichkeitsregime» einführen. Warum genau 250? Das sei die SECO-Definition eines mittelgrossen Unternehmens, so der Bund. Die Behörden wollen von diesen Banken vor allem wissen, welche Mitarbeitenden auf den oberen Führungsebenen wofür zuständig sind.
Dies ist eine Folge des Greensill-Skandals, der massgeblich zum Untergang der CS beigetragen hat. Die CS hat behauptet, man wisse nicht, wer bankintern für diesen Fall verantwortlich war. Das soll künftig nicht mehr möglich sein.
FINMA wird transparenter – und kriegt mehr Befugnisse
Die Finanzmarktaufsicht FINMA geriet bei der CS-Pleite besonders in die Kritik. Sie habe zu wenig unternommen, zu spät reagiert – und sei mit zu wenig Macht ausgestattet. Mit diversen Massnahmen will der Bundesrat die Behörde nun stärken.
Die FINMA soll zum Beispiel die Öffentlichkeit künftig aktiv über ihre Untersuchungen informieren, sobald diese abgeschlossen sind. Bisher hält sie solche Informationen meist zurück – was ihr grosse Kritik einbrachte. Zudem soll sie künftig Bussen in Höhe von maximal 10 Prozent des Jahresgewinns verhängen können und gegen fehlbare Banker gar Berufsverbote erlassen.
So geht es jetzt weiter
Das Paket des Bundesrates umfasst insgesamt 12 Massnahmen. Es geht nun in die Vernehmlassung und dann ins Parlament. Nicht Teil der heute präsentierten Massnahmen sind die Eigenkapitalvorschriften. Diese berät bereits das Parlament, im September entscheidet der Ständerat.
Stefan Lanz arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Er ist Bundeshausjournalist mit langjähriger Erfahrung.
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