Swiss-Chef gibt kultiger Schweizer Flugverbindung einen Korb

Kein Comeback in Sicht
Swiss-Chef gibt kultiger Schweizer Flugverbindung einen Korb
Schlechte Nachrichten für das Tessin: Swiss-Chef Jens Fehlinger sieht keine Zukunft für die Flugverbindung zwischen Lugano und Genf. Die bisherigen Versuche hätten gezeigt, dass sich die Strecke langfristig nicht rentiert.
Publiziert: vor 29 Minuten
- Swiss-Chef Jens Fehlinger schliesst Rückkehr von Flügen Lugano–Genf vorerst aus
- Stattdessen setzt Swiss auf Rail & Fly für Tessiner Reisende
- Direktflüge seit 2019 eingestellt, vorher 50-Plätze-Maschinen genutzt
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft
Kommt die Flugverbindung zwischen Lugano TI und Genf zurück? Wenn es nach Swiss-Chef Jens Fehlinger (46) geht, vorerst nicht! Im Interview mit dem «Corriere del Ticino» macht der Airline-Boss deutlich, dass sich Flüge ab Lugano für die Swiss wirtschaftlich nicht rechnen. Die Fluggesellschaft hatte sich bereits 2019 vom Flughafen Lugano-Agno verabschiedet. Seither hoffen Politik und Wirtschaft im Tessin auf eine Rückkehr.
Doch Fehlinger dämpft die Erwartungen. Entscheidend seien die Nachfrage, die Ticketpreise und die Betriebskosten. Nicht jeder Flughafen lasse sich profitabel mit dem Flugzeug erschliessen. Statt neuer Flüge verweist der CEO auf die Bahnverbindungen. Mit Rail & Fly könnten Reisende aus Lugano, Locarno und Bellinzona bequem den Flughafen Zürich erreichen. Das sei aus Sicht der Swiss derzeit die beste Lösung.
Ganz ausschliessen will Fehlinger eine Rückkehr nach Lugano nicht. Sollte sich die Wirtschaftlichkeit eines Tages verbessern, würde die Airline die Verbindung erneut prüfen. In absehbarer Zeit rechnet er allerdings nicht damit.
Politisch gibt es dennoch Hoffnung. Eine Gesetzesänderung soll künftig auch europäischen Fluggesellschaften erlauben, die Strecke Lugano–Genf zu bedienen. Bislang verhindert das sogenannte Kabotageverbot solche Inlandflüge. Ob sich ein ausländischer Anbieter findet, bleibt allerdings offen.
Ab 1980 flog Crossair
Die Verbindung zwischen Lugano und Genf war einst eine wichtige Verbindung zwischen dem Tessin und der Romandie. Bereits 1980 nahm die Schweizer Regionalfluggesellschaft Crossair die Strecke in ihren Flugplan auf. Vor allem Geschäftsreisende und Politiker nutzten die schnelle Verbindung über die Alpen.
Später übernahm die Tessiner Fluggesellschaft Darwin Airline die Route. 2014 erfolgte ein Namenswechsel: Nach dem Einstieg von Etihad Airways aus Abu Dhabi trat Darwin unter der Marke Etihad Regional auf. Mit Saab-2000-Propellermaschinen transportierte die Airline Passagiere zwischen den beiden Landesteilen.
Doch die wirtschaftlichen Probleme blieben. 2017 wurde Darwin verkauft, in Adria Airways Switzerland umbenannt und ging noch im selben Jahr in Konkurs. Seither fehlt eine reguläre Direktverbindung. Eine Wiederaufnahme wird im Tessin immer wieder diskutiert.
Nicht nur die Verbindung nach Genf ist verschwunden. Auch zwischen Lugano und Zürich fliegen längst keine Linienmaschinen mehr. Bis Herbst 2019 bot die Swiss täglich mehrere Flüge zwischen dem Tessin und ihrem Drehkreuz Zürich an. Durchgeführt wurden auch sie von Adria Airways mit 50-plätzigen Saab-2000-Propellermaschinen. Doch nach dem Konkurs der slowenischen Airline im September 2019 zog Swiss den Stecker.
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