Robbe Nana schwimmt 200 Kilometer zurück zu den Menschen

- Die zweijährige Robbe Nana ist nach ihrer Freilassung rund 200 Kilometer zurück zur chinesischen Insel Dachangshan geschwommen.
- Forschende führen das Verhalten auf Nanas Vergangenheit zurück: Sie wurde als Jungtier von Menschen gepflegt und hat eine Bindung zu ihnen aufgebaut.
- Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, Abstand zu halten und Nana nicht zu füttern – haben ihr aber einen eigenen Social-Media-Account eingerichtet.
Am 7. September wurde Nana erneut ins Meer entlassen. Doch statt dauerhaft in der Wildnis zu bleiben, kehrte die zweijährige Robbe an einen vertrauten Ort zurück: Sechs Tage und rund 200 Kilometer später erreichte sie wieder Dachangshan. Das berichtet die «South China Morning Post» (SCMP) unter Berufung auf die chinesische Publikation «Science Education Times».
Ein Sender an Nanas Körper zeichnete ihre Reise auf. Als sie ihr Ziel erreichte, hatte die lange Strecke offenbar Spuren hinterlassen: Lokale Fischer berichteten, dass die Robbe deutlich dünner wirkte.
Nana kehrte schon einmal zurück
Es war nicht das erste Mal, dass Nana nach einer Freilassung die Nähe von Menschen suchte. Bereits im April war sie gemeinsam mit vier weiteren Robben nahe der Insel Sanshan ins Meer entlassen worden. Während sich die anderen Tiere einer wilden Robbengruppe anschlossen, schwamm Nana weiter nach Dachangshan. Dort verbrachte sie mehrere Monate und fiel auf, weil sie kaum Scheu vor Menschen zeigte.
Warum Nana immer wieder die Nähe von Menschen sucht, könnte mit ihrer Vergangenheit zusammenhängen. Im September 2024 wurde sie nach einem Taifun verletzt an einem Strand in der südchinesischen Region Guangxi gefunden. Damals war sie erst wenige Monate alt und wurde von Menschen gepflegt. Später kam sie laut SCMP in eine Meerestierschutzstation in Liaoning, wo sie auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet wurde.
Der Meeresforscher Wang Xin von der Dalian Ocean University führt Nanas Verhalten auf ihre lange Zeit in menschlicher Obhut zurück. «Sie wurde über einen längeren Zeitraum von Menschen aufgezogen und hat daher eine Verbindung zwischen Menschen und Sicherheit entwickelt», erklärte der Forscher. Dadurch habe Nana ihre Vorsicht gegenüber menschlichen Aktivitäten teilweise verloren und eine Bindung zu Menschen aufgebaut.
Auch Dachangshan selbst bietet laut Wang gute Bedingungen für die Robbe: sauberes Wasser, Sandstrände sowie reichlich Fische und Garnelen.
Menschen sollen Abstand zu Nana halten
So herzig Nanas Geschichte klingt, die Behörden wollen verhindern, dass sie noch abhängiger von Menschen wird. Die zuständige Lokalregierung rief die Bevölkerung Mitte September dazu auf, Abstand zu halten, Nana nicht zu verfolgen und sie vor allem nicht zu füttern. Zu viel Kontakt könne Stress auslösen, menschliche Fütterung zudem ihre Rückkehr zu wilden Robben erschweren.
Wie findest du es, dass Robbe Nana immer wieder zu den Menschen zurückkehrt?
Einfangen oder ihr Verhalten kontrollieren wollen die Behörden Nana derzeit nicht. «Wir werden ihr Verhalten nicht kontrollieren und sie auch nicht für Werbung ausnutzen», sagte ein Behördenvertreter laut SCMP.
Ganz ohne Öffentlichkeit geht es für Nana trotzdem nicht mehr: Ende September richtete die zuständige Meeresbehörde sogar einen offiziellen Social-Media-Account für die mittlerweile berühmte Robbe ein.
Etwas gesehen, etwas gehört?
Schick uns deinen News-Input!
Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente direkt an die 20-Minuten-Redaktion. Sendest du uns Fotos oder Videos, die zu einem neuen Beitrag führen, erhältst du eines von vier Geschenken. Mehr Details findest du hier.
Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.
Bitte beachte, dass die Redaktion im Einklang mit den publizistischen Leitlinien ausschliesslich Bilder akzeptiert, die nicht mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Eine Ausnahme bildet lediglich die Illustration von Beiträgen zum Thema KI (z. B. KI-Challenges).
Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb
Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
