Marschbefehl: Anders als Federer rückt Stricker ins Militär ein

- Tennisprofi Dominic Stricker (24, ATP 251) spielt mit einer Wildcard an den Swiss Indoors in Basel.
- Nach dem Turnier rückt er zusammen mit Henry Bernet in die Sportler-RS nach Magglingen ein.
- Erster Gegner ist wohl Alexander Bublik (ATP 19), dessen Start nach einer Verletzung in Almaty fraglich ist.
Aus Schweizer Sicht stehen die Swiss Indoors in diesem Jahr ganz im Zeichen des Abschieds von Stan Wawrinka (ATP 140), der zum letzten Mal ein Turnier in seinem Heimatland bestreiten wird. Neben Ehrengast Wawrinka erhalten mit Jérôme Kym (ATP 223) und Dominic Stricker (ATP 251) zwei weitere Schweizer eine Wildcard für den Hallen-Klassiker in Basel.
Für Stricker sind die Swiss Indoors der Saisonabschluss, ehe er zusammen mit dem Basler Henry Bernet (ATP 364) in die Sportler-RS nach Magglingen einrücken muss. «Es ist sicher eine grosse Motivation, möglichst lange hier im Turnier zu bleiben», witzelt der 24-Jährige, als ihn 20 Minuten darauf anspricht. «Sobald es hier vorbei ist, muss ich oder besser gesagt darf ich einrücken», schiebt er hinterher.
Dominic Stricker: RS nach den Swiss Indoors
Dass Schweizer Spitzenathleten ihrer Militärpflicht nachkommen, ist keine Selbstverständlichkeit und hängt oftmals auch von der Vereinbarkeit mit ihrer Profi-Karriere ab. Mit Roger Federer gibt es auch im Tennis einen prominenten Fall eines früheren Spielers, der keinen Militärdienst leistete.
Der 20-fache Grand-Slam-Champion wurde bereits zu Beginn seiner Karriere von den Militärärzten aus medizinischen Gründen (unter anderem Rückenbeschwerden) als militärdienstuntauglich eingestuft und später auch vom Zivilschutz befreit. Ein Fall, der Anfang des Jahrtausends gerade in militärnahen Kreisen hierzulande für grossen Wirbel sorgte.
«Für mich war es immer eine Option, den Militärdienst zu machen», sagt Stricker. In den vergangenen Jahren habe es oft einfach nicht gepasst wegen der anstehenden Januar-Turniere in Australien. «Mitte des Jahres habe ich mich entschieden, es nun zu machen, weil ich nicht weiss, ob es für die Qualifikation in Australien reicht. Ich freue mich auf die Zeit danach.»
Bublik als Auftaktgegner
Bei der Sportler-RS kommt Stricker in den Genuss von optimalen Trainingsbedingungen, um gerade im physischen Bereich weiter Fortschritte zu machen. «Es ist sicher auch etwas Cooles an der RS, dass wir hier auch Einblicke in andere Sportarten bekommen. Ich habe schon mit Henry gewitzelt, dann mal schwingen zu gehen», meint der Berner.
Bevor Stricker ins Magglinger Sägemehl steigt, will er an den Swiss Indoors für Furore sorgen wie 2023, wo er mit vielversprechenden Auftritten zumindest bis in den Viertelfinal vorstiess.
Unberechenbar Gegner aus Kasachstan
Die erste Hürde für den Linkshänder in Basel heisst wohl Alexander Bublik (ATP 19). «Das ist sicher eine spannende erste Runde. Er hat ein mega variantenreiches Spiel. Du weisst, was bei ihm kommt, aber irgendwie auch nicht», analysiert Stricker den unberechenbaren Kasachen.
Ob Bublik in Basel wirklich antritt, scheint nach dessen verletzungsbedingter Aufgabe beim Halbfinal in Almaty am Samstag jedoch fraglich.
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Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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