Das Geheimnis um den Römer-Schatz von Bauer Alfred ist gelüftet

- Landwirt Alfred Loosli hat 2015 in Ueken AG einen der grössten Münzschätze der Schweiz gefunden.
- Die Kantonsarchäologie barg über 4130 Münzen, zu 84 Prozent sogenannte Aureliani aus dem 3. Jahrhundert.
- Der Besitzer vergrub den Hort laut neu publiziertem Bericht aus Misstrauen gegenüber den neuen Münzen des damaligen Kaisers.
- Die Buchvernissage über den Schatz findet am 4. November in Ueken statt.
Im Sommer 2015 stiess Landwirt Alfred Loosli in Ueken auf einen der grössten Münzschätze, die in der Schweiz je gefunden wurden. Die Handvoll Münzen, die er auf einem Maulwurfshügel in seiner Kirschbaumplantage im Aargauer Fricktal entdeckte, hielt er zu Beginn für Spielgeld.
Die nachfolgende Untersuchung der Kantonsarchäologie brachte über 4130 Münzen zum Vorschein. Nach über einem Jahrzehnt erscheint nun die Publikation zu dem aussergewöhnlichen Schatz, wie es in einer aktuellen Mitteilung des Kantons Aargau heisst.
Wie alt ist der Schatz?
Der Hortfund von Ueken ist mit über 4000 Münzen – abgesehen vom Fund in Orselina im Tessin – der bisher umfangreichste erhaltene Hort des 3. Jahrhunderts n. Chr. aus dem Gebiet der heutigen Schweiz.
Zu 84 Prozent besteht der Fund aus sogenannten Aureliani, das heisst nach der Münzreform von Kaiser Aurelianus im Jahr 274 geprägten Münzen. «Wenige Altstücke älterer Kaiserprägungen sind von aussergewöhnlicher Qualität und stehen im Kontrast zum damals üblichen Münzgeld», so die Kantonsarchäologie. Die Analyse der Münzen zeigt, dass der Hort eine gezielte Auswahl «guter» Münzen war: nur Aureliani mit einem Feingehalt an Silber von 4 Prozent.
Darum wurde der Schatz vergraben
Der oder die Besitzer seien misstrauisch gewesen, heisst es im Bericht. Denn ab 294 hat Kaiser Diocletian neue Münzen eingeführt. Diese hatten ein ungünstiges Wertverhältnis gegenüber dem Aurelianus. Der Gesamtwert des Münzhorts betrug etwa zehn Aurei (Goldmünzen): «Wine stattliche Summe, aber kein enormes Vermögen».
Warum haben die Besitzer die Münzen nie ausgegraben?
Dass der Münzhort von seinen Besitzern nie gehoben wurde, hängt entweder mit deren Schicksal zusammen – Tod oder Flucht – oder aber mit wirtschaftlichen Überlegungen. Nach einem ersten Wertverlust 294 erfolgte später eine weitere Reform, die erneut zu einer Änderung der Münzwerte führte. Die verborgenen Münzen hatten ihren ursprünglichen Wert eingebüsst: Eine Bergung lohnte sich kaum mehr, heisst es.
Darum dauerte die Auswertung so lange
Die Erforschung der über 4000 gefundenen Münzen begann 2016 und dauerte mehrere Jahre. Daran arbeiteten die Kantonsarchäologie, Fachleute der Fundmünzen der Schweiz (IFS) und Freiwillige gemeinsam. Das geschah Schritt für Schritt:
Reinigen und Ordnen: Von 2015 bis 2016 wurden die Münzen gereinigt und erfasst.
Bestimmen: Zwischen 2016 und 2018 wurden die Münzen in Workshops untersucht.
Fotografieren: In den Jahren 2019 und 2020 wurden alle Münzen in Bern fotografiert.
Auswerten: Zum Schluss wurden die Münzen genau analysiert, um ein Buch oder einen Bericht darüber zu schreiben.
Die Auswertungsresultate sind soeben in einer Publikation des IFS erschienen. Die Buchvernissage findet am 4. November in der Schule in Ueken statt.
Wie würdest du mit einem überraschenden Schatzfund auf deinem Land umgehen?
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