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Tuesday, October 13, 2026

Ägypten wirft Bomben ab – Das steckt hinter Angriffen auf Goldschürfer im Sudan

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Darum geht es: Am vergangenen Samstag sollen ägyptische Militärflugzeuge Goldabbaustätten nahe der Grenze im Sudan bombardiert haben. Dabei sollen laut Ärzte- und Menschenrechts­organisationen bis zu 200 Menschen getötet und 120 verletzt worden sein. Die Zahlen sowie die Vorwürfe gegen Ägypten lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Die betroffene Region ist sehr abgelegen und kaum erreichbar.

Es gibt Zeugenaussagen: Die sudanesische Zeitung «Sudan Tribune» hat mit drei Überlebenden gesprochen. Sie sagen, dass am Samstagmorgen früh Kampfflugzeuge aufgetaucht seien. Dann seien die Bomben gefallen. Manche Unterkünfte seien in Brand geraten, Minenschächte seien eingestürzt, Männer seien lebendig begraben worden. Hunderte der Goldschürfer seien dann in die Berge geflohen, teils ohne Wasser und Nahrungsmittel. Auch diese Angaben sind nicht unabhängig bestätigt.

Es ist naheliegend, dass hinter den Angriffen Ägypten steckt.

Die Goldschürfer: Das Schürfgebiet liegt sehr abgelegen im Sudan an der Grenze zu Ägypten. Im Sudan herrscht bekanntlich seit dreieinhalb Jahren Bürgerkrieg. Viele der Goldschürfer flohen vor dem Krieg und fristen jetzt ein hartes und entbehrliches Leben in diesen sehr einfachen und gefährlichen Goldminen. Laut Schätzungen sollen in den letzten Jahren bis zu 15'000 Sudanesen in die Region gekommen sein, um das Gold abzubauen.

Zwei Soldaten in Tarnkleidung stehen nahe einem getarnten Militärfahrzeug.
Legende: Das steckt hinter Angriffen auf Goldschürfer im Sudan Reuters/Samir Bol

Im Sudan herrscht seit dreieinhalb Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Das Gold-Abbaugebiet gehört nicht zu den aktuellen Kampfgebieten. Allerdings werfen Experten den Konfliktparteien vor, Einnahmen aus dem Verkauf von Bodenschätzen wie Gold zum Kauf von Waffen zu verwenden.

Im sudanesischen Bürgerkrieg bekämpfen sich die Regierungsarmee SAF des sudanesischen de-facto-Machthabers Abdel Fattah al-Burhan und die Miliz RSF von Mohamed Hamdan Daglo. Der Krieg hat die nach UNO-Angaben schwerste humanitäre Krise weltweit mit mehr als elf Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen ausgelöst. (sda)

Nicht die ersten Angriffe: Schon im Juni waren die Minen angegriffen worden. «Es ist naheliegend, dass hinter beiden Angriffen Ägypten steckt», sagt SRF-Afrikakorrespondentin Sarah Fluck. Kurz vor den Angriffen sollen jeweils Flugblätter abgeworfen worden sein, die die Goldschürfer aufforderten, das Gebiet zu verlassen. «Das Problem ist, dass diese Goldminen teilweise auf ägyptischem Gebiet liegen, für die Ägypten bereits Schürfrechte an Unternehmen vergeben hat», so Fluck.

Konflikt um das Gold: Es geht wohl also darum, wer das Gold in dem Grenzgebiet abbauen darf. Ägypten hat Abbaugenehmigungen an Unternehmen vergeben, doch dort, wo diese dann schürfen wollen, sind bereits die sudanesischen Goldschürfer an der Arbeit. Allerdings sei in dem hügeligen Gebiet nicht ganz klar, wo die Grenze zwischen dem Sudan und Ägypten verlaufe, so Fluck. Und es sei auch unklar, ob die Bomben am Samstag auf sudanesisches oder auf ägyptisches Gebiet abgeworfen worden seien.

Sicherheitsinteressen Kairos: Ägypten sieht an der sudanesischen Grenze ein Sicherheitsproblem, das sich mit der Ankunft der mehreren Tausend Goldschürfer noch verstärkt hat. Ägypten macht diese auch für illegalen Handel oder die Bildung von kriminellen Banden verantwortlich. Die ägyptischen Behörden befürchten, dass aus diesen Netzwerken immer mächtigere bewaffnete Gruppen entstehen könnten, die womöglich grenzüberschreitend die Sicherheit gefährden könnten.

Folgen unklar: Was die Luftangriffe längerfristig bewirken, weiss kaum jemand. Im Juni waren danach mehrere tausend Menschen aus dem Goldabbaugebiet in die Berge geflohen. Aber nach ein paar Tagen waren die meisten wieder zurück. Gleichzeitig waren ägyptische Soldaten zu den betroffenen Minen vorgerückt und hatten sie geschlossen. Zumindest vorübergehend wurde so der Goldabbau gestoppt. «Aber längerfristig hatte die Aktion vom Juni kaum mehr Sicherheit zur Folge», so die Korrespondentin.

SRF 4 News aktuell, 13.10.2026, 6:10 Uhr ;  srf/sda/snep;schh

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