Insider berichten von Strategie: "Sie sind besessen": Iran will Trump bei den Midterms stürzen

Insider berichten von Strategie"Sie sind besessen": Iran will Trump bei den Midterms stürzen
20.10.2026, 15:31 Uhr
Von Tobias Hauser
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Trumps Krieg im Iran hat weitreichende Folgen. Auch seine eigene Wählerschaft ist enttäuscht. Teheran will sich den Unmut zunutze machen. Insidern zufolge träumt die Regierung sogar davon, Trumps "Präsidentschaft zu Fall zu bringen". Der Schlüssel dazu ist demnach die Straße von Hormus.
Bei den Midterm-Wahlen in den USA droht Donald Trump eine herbe Klatsche - auch wegen seines Kriegs im Iran und der weltweiten Folgen davon. Das will sich die iranische Regierung einem Bericht der "Washington Post" zufolge zunutze machen. "Sie sind besessen", sagte ein anonymer arabischer Diplomat dem Blatt. "Sie glauben, sie könnten seine Präsidentschaft zu Fall bringen." Demnach wolle Teheran in den letzten Wochen vor den Wahlen die Angriffe in der Straße von Hormus weiter eskalieren und Trump "maximalen Schmerz" zufügen. Iranischen Insidern zufolge wurde der Strategiewechsel auf höchster Führungsebene beschlossen.
Zwei iranischen Regierungsvertretern zufolge sieht die Regierung sich in einem kritischen Zeitfenster, in dem Teheran noch Druck auf Trump ausüben kann. Man gehe davon aus, dass Trump nach den Wahlen weniger sensibel auf hohe Energiepreise reagieren wird.
Die US-Zwischenwahlen sind der "Post" zufolge in iranischen Medien sehr präsent. In Talkshows im staatlichen Fernsehen wird über die steigenden Energiepreise in den USA berichtet. Regelmäßig laufen Analysen, die sich um die Frage drehen, wie sehr Verluste in Senat und Repräsentantenhaus Trumps Fähigkeit beeinträchtigen könnten, in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit Krieg zu führen. Iranische Nachrichtenagenturen geben regelmäßige Updates zu den Schwankungen in Trumps Zustimmungswerten.
"Trumps fehlgeleitete Außenpolitik könnte sich nun als sehr hoher politischer Preis für ihn erweisen", schreibt etwa Fars, ein Nachrichtennetzwerk mit engen Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden. Der Krieg im Iran sei der Hauptgrund, dass Wähler sich von Trumps Partei abwenden, analysiert das regierungsnahe Medium. Es ist ein präsentes Narrativ in der iranischen Medienlandschaft: Eine Niederlage der Republikaner im November könnte dem Iran zugutekommen, da Trumps Macht eingeschränkt wäre und er wegen möglicher Amtsenthebungsverfahren und innenpolitischer Kämpfe weniger Möglichkeiten hätte, seinen Krieg fortzusetzen.
"Zwei Jahre Albtraum" für Trump?
Der ehemalige Außenminister Manouchehr Mottaki prophezeite Trump in einer Talkshow ein "schlimmes Schicksal", sollte er Anfang November seine Mehrheiten im Kongress verlieren. "Er wird die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit wie einen Albtraum durchleben müssen", sagte Mottaki. Und die iranische Regierung tut alles, um diesen Albtraum für den US-Präsidenten wahr werden zu lassen.
Dafür fahren die Revolutionsgarden die Angriffe auf Schiffe, die die Straße von Hormus durchqueren, wieder hoch. Teheran nehme jede Nacht "fünf oder sechs Schiffe" ins Visier, sagte der iranische Sicherheitsberater Mohsen Rezaei im staatlichen Fernsehen. Während die USA täglich mithilfe von Drohnen, Kampfjets und Spezialkräften Schiffe durch die Meerenge geleiten, erhöht der Iran den Druck und greift wieder deutlich mehr Tanker an als noch im Sommer.
Analysen der BBC zufolge erreichte die Zahl der Angriffe in der zweiten Oktoberwoche sogar ein Rekordhoch. Zwischen dem 5. und dem 11. Oktober wurden der britischen "Maritime Trade Operation" zufolge zwölf Schiffe angegriffen, die höchste Zahl seit Kriegsbeginn. In der Woche davor waren es zehn Schiffe. Allein am Sonntag, dem 11. Oktober, wurden sechs Schiffe angegriffen - auch das ist ein Rekord.
Teheran setzt auf Unmut der US-Wähler
Am vergangenen Mittwoch etwa geriet ein Frachter nach Explosion einer Seemine in Brand und sank. Die Revolutionsgarden erklärten, das mit mehr als 2500 Containern beladene Schiff habe versucht, die Meerenge auf einer nicht genehmigten und gefährlichen Route zu durchqueren. Auch im Persischen Golf, Hunderte Kilometer von der Straße von Hormus entfernt, wurden am Wochenende Attacken auf Tankschiffe gemeldet, unter anderem mit einem Raketenwerfer.
Trotz all der Angriffe fließt weiter Öl: Der Rohölexport durch die Meerenge am Golf lag nach Angaben des Datenanbieters Kpler zuletzt im Mittel bei etwa 82 Prozent des Niveaus vor Beginn des Kriegs. Die Ausfuhr von raffinierten Produkten wie etwa Benzin verblieb zuletzt jedoch bei lediglich etwa 44 Prozent im Vergleich zum Vorkriegsniveau.
Auch wegen der teuren US-Geleithilfe durch die Straße von Hormus gelangen Schiffe durch die Meerenge. Doch der springende Punkt ist folgender: Kosten und Risiken für den Transport steigen durch die iranischen Angriffe, was sich in den Preisen widerspiegelt. Die daraus folgenden Kostenanstiege spüren - wie Verbraucher auf der ganzen Welt - auch die US-Wähler, die in zwei Wochen an die Urnen gerufen werden. Und auf deren Unmut setzt Teheran.
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