Totholz im Garten: So entstehen Lebensräume für Wildtiere
Im Herbst fällt viel Strauchschnitt und Holz an. Statt es zu entsorgen, lässt sich daraus eine Totholzhecke bauen - ein Lebensraum, der vielen Gartentieren zugutekommt.
24.09.2026 | 4:33 minVor dem Winter wird in vielen Gärten aufgeräumt: Abgeschnittene Äste und Zweige landen im Häcksler oder bei der Grünschnittsammlung, Laub wird zusammengefegt und entsorgt. Für viele Tiere verschwinden damit allerdings wichtige Lebensräume. Denn Totholz ist alles andere als leblos. Wer Gehölzschnitt im eigenen Garten behält, kann mit wenig Aufwand zum Artenschutz beitragen.
Tipp 1: Eine Totholzhecke anlegen
Eine Totholzhecke (oft auch Benjeshecke genannt) ist eine Möglichkeit, größere Mengen Gehölzschnitt im Garten zu verwerten. Dafür werden zwei parallele Reihen stabiler Äste als Pfähle in den Boden gesetzt. Der Raum dazwischen wird mit kleineren Ästen, Zweigen und Reisig gefüllt. Auch Laub kann schichtweise ergänzt werden.
Dazwischen entstehen Hohlräume, die zahlreichen Tieren Schutz bieten. Der Vorteil: Das organische Material verrottet im Laufe der Zeit und schafft Platz für den Gehölzschnitt des nächsten Jahres. In einer solchen Totholzhecke leben viele Käfer - über 1.400 heimische Käferarten sind auf Totholz angewiesen. Aber auch Vögel wie Rotkehlchen oder Zaunkönige, Kröten, Molche und Igel finden hier schützende Verstecke und Nahrung.
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03.03.2026 | 2:10 minTipp 2: Einen Reisighaufen für Igel und Co. bauen
Schon ein Haufen aus Ästen, Zweigen und Laub in einer ruhigen Gartenecke schafft wertvolle Verstecke. Davon profitieren beispielsweise Erdkröten, Molche und zahlreiche Kleintiere. Auch Igel nutzen solche Strukturen als Rückzugsort.
Ist der Haufen ausreichend groß, trocken und geschützt und enthält er im Inneren geeignete Hohlräume und Laub, kann er sogar als Winterquartier dienen. Hat sich dort ein Igel zum Winterschlaf zurückgezogen, sollte der Haufen bis zum Frühjahr unbedingt ungestört bleiben.
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24.04.2026 | 9:58 minTipp 3: Einen Käferkeller anlegen
Eine weitere Möglichkeit, um Lebensraum für Wildtiere zu schaffen, ist der Käferkeller. Dafür wird eine Grube ausgehoben, in die dickere Stücke des angefallenen Laubholzes gestellt oder gelegt werden. Ein Teil des Holzes befindet sich im Erdreich und bleibt dadurch feucht. Mit der Zeit beginnt es zu vermodern.
Dicke Holzstücke eignen sich besonders, da sie sich langsamer zersetzen als dünne und dadurch über viele Jahre als Lebensraum erhalten bleiben können. Das morsche Holz dient verschiedenen Käferarten und zahlreichen anderen Organismen als Entwicklungsstätte.
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26.02.2026 | 10:02 minTipp 4: Totholz nicht wegräumen
Artenschutz muss nicht immer Arbeit machen. Bleibt ein dicker Ast einfach in einer ruhigen Gartenecke liegen, besiedeln Käferlarven diesen sehr schnell und es entstehen kleine Löcher im Ast. Diese dienen wiederum Wildbienen als Eiablageplatz - und es entsteht ein natürliches Bienenhotel.
Auch Baumstümpfe müssen nicht grundsätzlich entfernt oder ausgefräst werden. Wenn ein Baum aus Sicherheitsgründen gefällt werden muss, was nur zwischen dem 1. Oktober und 28. Februar erlaubt ist, kann unter Umständen sogar ein Teil des Stammes stehen bleiben.
Vielfalt lohnt sich: Ein trockener Stamm in der Sonne bietet andere Bedingungen als feuchtes, bereits morsches Holz im Schatten. Je unterschiedlicher die Totholzstrukturen im Garten sind, desto mehr Tierarten können davon profitieren.
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24.04.2026 | 9:58 minTipp 5: Herbstlaub unter Hecken liegen lassen
Neben Ästen und Zweigen kann auch Herbstlaub für Tiere wertvoll sein. Das Laub muss nicht vollständig aus dem Garten verschwinden. Unter Hecken, Sträuchern oder in einer ruhigen Gartenecke kann es liegen bleiben. Die Laubschicht schützt Pflanzen vor Frost und Austrocknung, gleichzeitig leben zahlreiche kleine Tiere darin. Auch Igel nutzen trockenes Laub als Material für ihre Winternester.
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:Was Sie über Laub wissen sollten und wie man es nutzen kannWer von Bäumen oder Sträuchern gefallene Blätter aus dem Garten entsorgt, verschwendet einen wertvollen Naturstoff. Denn Laub wirkt dort wahre Wunder für Böden, Pflanzen und Tiere.
von Markus Böhle
mit Video3:29
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 24.09.2026 ab 09:05 Uhr.
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