Nach Cyberangriff: Bauarbeiten am Fehmarnbelt-Tunnel gestört
Ein Cyberangriff verzögert derzeit die Arbeiten am Fehmarnbelt-Tunnel. FLC (Femern Link Contractors), das Konsortium hinter dem Projekt, bestätigt das auf seiner Homepage. Man behandle die Situation in Zusammenarbeit mit den relevanten Behörden und könne keine weiteren Details mitteilen.
Verschiedenen Medienberichten zufolge legte der Angriff nicht nur Zugangskarten von Mitarbeitern lahm, sondern auch notwendige Spezialausrüstung. So konnten einem Bericht der dänischen Zeitung „Folketidene“ zufolge Bauschiffe, die auf präzise Positionierung angewiesen sind, nicht auslaufen und Kräne mussten stillgelegt werden.
Auch die Politik reagiert. „Folketidene“ zufolge drängte die dänische Ministerin für soziale Sicherheit, Lisbeth Bech-Nielsen zu Gesprächen über Gegenmaßnahmen. „Während der Diskussion werden die Parteien darüber sprechen, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Cybersicherheit Dänemarks zu stärken“, sagte sie dem Fernsehsender TV 2. Der schleswig-holsteinische Wirtschafts- und Technologieminister Madsen (CDU) bezeichnete den Fall gegenüber dem NDR als „dramatisch“.
Weitere Verzögerung im Großprojekt
Wer für den Angriff verantwortlich war, ist derzeit unklar. Dänemark sieht sich besonders hybriden Angriffen Russlands ausgesetzt. Immerhin: Das Großprojekt scheint durch den Angriff nicht vollständig zum Erliegen gekommen zu sein. Dem Vernehmen nach fanden auf der dänischen und deutschen Seite Mitte der Woche Bauarbeiten statt. Ob und wann der reguläre Baubetrieb wieder aufgenommen wird, ist unbekannt.
Der Fehmarnbelttunnel soll die dänische Insel Lolland-Falster und die deutsche Ostseeinsel Fehmarn verbinden und die Reisezeit zwischen den Großräumen Kopenhagen und Hamburg deutlich verkürzen. Er besteht aus 89 vorgefertigten Betonsegmenten von je 217 Metern Länge. Das Großprojekt litt auch vor dem Cyberangriff bereits unter Verzögerungen; so soll seine Eröffnung sich um mehrere Jahre verschieben.
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