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Tuesday, October 13, 2026

Prognosen des IWF – Wieso die Weltwirtschaft trotz allem wächst

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Es ist erstaunlich: Die Weltwirtschaft ist recht stabil – trotz all der Krisen. Weder die Corona-Pandemie noch der Ukraine-Krieg, die Kriege im Nahen Osten oder die Blockade der Strasse von Hormus und auch nicht Donald Trumps Zollkrieg haben zu einer globalen Rezession geführt. Im Gegenteil: Der Internationale Währungsfonds IWF geht davon aus, dass die Weltwirtschaft dieses Jahr um 3.1 Prozent wächst. SRF-Wirtschaftsredaktor Damian Rast erklärt, weshalb das so ist.

Damian Rast

Wirtschaftsredaktor

Damian Rast arbeitet seit 2013 bei Radio SRF, zuerst als Nachrichtenredaktor und Moderator, dann als Produzent und Moderator der Informationssendung Info 3. Anschliessend war er fünf Jahre Produzent beim Echo der Zeit, nun ist er als Wirtschaftsredaktor tätig.

Welche Länder tragen zur wachsenden Weltwirtschaft bei?

Der Bericht des IWF zeigt, dass die Weltwirtschaft auseinanderdriftet. Während einige Länder deutlich wachsen, geraten andere immer mehr unter Druck. Besonders profitieren diejenigen Länder, die beim Boom rund um die künstliche Intelligenz vorne mit dabei sind, also etwa die USA, wo massiv in KI investiert wird, oder auch Taiwan und Südkorea, die wichtige Halbleiter herstellen. Ausserdem profitieren Länder, die selbst viel Energie produzieren und exportieren können. Für sie sind hohe Energiepreise weniger eine Belastung.

Was sollten Staaten tun, um sich in der angespannten Weltlage zu behaupten?

Der IWF mahnt zur Vorsicht. Er sieht die Gefahr, dass die vordergründig stabile Entwicklung der Weltwirtschaft den Blick auf die Risiken verdecken könnte. Grundsätzlich fordert der IWF die Staaten auf, nicht nur die einzelnen Krisen zu bewältigen, sondern gezielt in die Widerstandskraft zu investieren. Sie sollten dies einerseits tun, indem sich die Staaten weniger abhängig machen und so resilienter werden nach aussen, und andererseits, indem die Staaten ihre innere Resilienz stärken. Der IWF plädiert etwa für gesunde Staatsfinanzen, für eine unabhängige Geldpolitik, die auf Preisstabilität fokussiert. Er ist für eine strenge Bankenregulierung, eine kluge Regulierung von KI, aber auch für Investitionen in Bildung zum Beispiel.

Was heisst das konkret?

Der IWF fordert nicht mehr Protektionismus, im Gegenteil. Der IWF ist ein überzeugter Vertreter des internationalen Handels und der regelbasierten internationalen Handelsordnung. Er empfiehlt aber, dass die Staaten bei ihren Importen und Exporten diversifizieren. Bei der Energie plädierte der IWF auch für Massnahmen zur Energieeffizienz und für Investitionen in lokale erneuerbare Energien.

Welche Rolle spielt bei dem Ganzen die Verschuldung der einzelnen Staaten?

Die hohe Verschuldung vieler Staaten ist ein Problem, und zwar in zweifacher Hinsicht: Zum einen müssen die Staaten immer mehr Geld ausgeben, um ihre Schulden zu bedienen. Das ist Geld, das an anderen Orten fehlt. Zum anderen bedeutet die höhere Verschuldung ein Risiko für künftige Krisen.

Ist der Aufruf des IWF an die Regierungen ein frommer Wunsch?

Positiv scheint mir, dass viele Probleme erkannt sind und in vielen Bereichen Lösungsvorschläge vorhanden sind. Aber diese Vorschläge politisch durchzubringen, ist anspruchsvoll. Gerade in einem Umfeld mit zunehmenden politischen Spannungen, Spaltungen in der Gesellschaft und auch Wahlkämpfen, die vor uns stehen, wird das nicht einfacher. Zudem erschwert die wachsende Rivalität zwischen den grossen Machtblöcken in vielen Bereichen eine gemeinsame Lösung.

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