The Jerusalem PostEthiopian-Eritrean fighting raises fears of wider war as Egypt builds Red Sea alliance - analysisESPN DeportesLaLiga: Se suspendió Rayo-Athletic: ¿qué pasó?ESPN'We're not really here': As Man City sanctions loom, it's the fans who sufferPunchLa Liga: Rayo match against Bilbao abandoned after fan protestsInquirerPalace to Mans Carpio: Pray to ‘true God’ truth comes outInquirer EntertainmentEmma Tiglao to Miss Grand International candidates: ‘Be competitive, but be kind’ZDF heuteAktuelle Pressemitteilungen des ZDFVanguardThree Nigerian sisters who drowned in UK sea took own lives – Inquest Rules20 Minuten«Absoluter Wahnsinn»: Schweizer Kart-Wunderkind (5) wird gesperrtFootball ItaliaFabregas: ‘Respect for Gasperini, Arteta strength paid off at Arsenal’SportstarISL LIVE SCORE — FC Goa vs Chennaiyin FC updates, Indian Super League 2026-27Business AMEU importeert recordhoeveelheid Russisch lng ondanks belofte om afhankelijkheid af te bouwen
The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, October 10, 2026

Steigende Lebenskosten – Der Schweizer Mittelstand schaltet in den Überlebensmodus

Translate

Zwischen den bunten Marktständen von Vevey VD ist man sich einig: Die Lebenshaltungskosten sind eine immer grössere Belastung. «Die Kosten werden unerträglich», klagt eine Kundin. Eine andere sagt: «Man will zwei oder drei Sachen kaufen, man könnte meinen, man wolle Gold kaufen!»

Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit sehr kleinem Einkommen sind am stärksten betroffen. Doch auch die Mittelschicht, die als wirtschaftlicher Motor des Landes gilt, sieht ihre Kaufkraft schwinden.

Zwei Personen sitzen am Tisch und blättern in Dokumenten in einem Raum mit Regalen.
Legende: Am Ende des Monats bleibt für sie immer weniger übrig: Sabrina Meriem und Mathieu Rochat geben am Küchentisch Einblick in ihre private Buchhaltung. RTS

In Lucens (VD) verdienen die Spitex-Pflegefachfrau Sabrina Meriem und der Landschaftsgärtner Mathieu Rochat zusammen 11'200 Franken netto pro Monat. Doch mit Steuern, Hypothek, Krankenkassenprämien, Lebensmitteln und Treibstoff betragen ihre Fixkosten mehr als 7000 Franken pro Monat.

Steigende Heizölpreise

Die explodierenden Heizölpreise bereiten ihnen besonders Sorge. Sie haben darum beschlossen, ihre Tanks nicht vollständig zu füllen. «Ich hoffe, den Winter zu überstehen mit dem, was noch da ist, und zu warten, bis der Preis deutlich sinkt», erklärt Rochat.

Das alles ist auch eine psychologische Belastung für die Familie. «Wir können unsere Rechnungen bezahlen», betont Rochat. «Aber wenn man schaut, was am Ende übrig bleibt, wird es immer weniger. Es gibt immer weniger Extra-Aktivitäten, die wir uns als Familie noch leisten können.»

So sieht das Budget der Familie von Sabrina und Mathieu aus:

Bei seiner Partnerin ist die Wut deutlicher spürbar: «Die Mittelschicht zahlt für alle», schimpft sie. «Wir sind Milchkühe. Wenn Sie reich sind, können Sie alles haben. Wenn Sie arm sind, haben Sie das Glück, Hilfe zu bekommen. Wenn Sie in der Mitte sind, zahlen Sie für oben und unten. Das ist nicht normal.»

Weniger Ferien

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Qualinsight vom Januar 2026 führen 89 Prozent der Westschweizerinnen und Westschweizer genau Buch über ihre Ausgaben. Mehr als die Hälfte machen Abstriche bei Freizeit und Ferien, 47 Prozent bei der Ernährung.

Dasselbe Bild in Poliez-Pittet, einer ländlichen Gemeinde im Kanton Waadt. Aurore und Lionel Carrard bewirtschaften dort einen Familienbetrieb. Bei einem Bruttoeinkommen von rund 280'000 Franken pro Jahr erreichen ihre Ausgaben regelmässig 20'000 Franken pro Monat.

«Wir arbeiten nur, um zu zahlen, das ist alles», beklagt sich Aurore Carrard. «Es ist traurig, wenn man in einem reichen Land lebt und sich nicht sagen kann: Dieses Wochenende gehen wir ins Restaurant.»

Ihr Mann Lionel teilt diese Frustration: «Unser Hof war früher kleiner und ernährte zwei Familien, sogar mehr… Heute haben wir mehr als genug Arbeit, und doch bleibt am Ende nichts mehr übrig.»

Welche Lösungen?

Die Politik ist gespalten, was dagegen zu tun sei. Der sozialdemokratische Nationalrat Benoît Gaillard findet, die Gesetze müssten strenger angewendet werden, dann sänken auch die Mieten und die Margen auf Treibstoffen. Sein Kontrahent von der SVP, Yvan Pahud, fordert eine Senkung der Steuern und Abgaben, um den Haushalten wieder Luft zu verschaffen. Dieser Ansatz hat sich jüngst im Kanton Waadt mit der Initiative «12 %» durchgesetzt, die eine Senkung der kantonalen Einkommens- und Vermögenssteuer verlangt.

Die Aussichten bleiben düster. Mieten, öffentlicher Verkehr und Energie steigen weiter. Für viele Schweizerinnen und Schweizer setzt sich das Gefühl des sozialen Abstiegs dauerhaft fest.

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.