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Tuesday, September 22, 2026

Sprit-Panik: An jeder fünften Tankstelle gibts Engpässe

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  • In Frankreich fehlt an bis zu 21 Prozent der Tankstellen mindestens eine Treibstoffsorte.
  • Der Dieselpreis ist auf über 2,40 Euro pro Liter gestiegen – ein Rekordwert. Besonders betroffen sind Stationen von TotalEnergies.
  • Die Regierung plant neue Hilfen für Pendler; Details sollen in den kommenden Tagen folgen.

Tanken wird in Frankreich derzeit zur Gedulds- und Geldfrage. Der Dieselpreis ist auf durchschnittlich mehr als 2,40 Euro pro Liter gestiegen – so viel wie noch nie. Gleichzeitig fehlt an zahlreichen Tankstellen mindestens eine Treibstoffsorte. Besonders gross ist der Andrang dort, wo Benzin und Diesel noch vergleichsweise günstig angeboten werden. Französische Medien berichten von Hamsterkäufen.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Roland Lescure fehlte am Montag an 17 Prozent der französischen Tankstellen mindestens eine Kraftstoffsorte. Die Zeitung «Le Figaro» kommt mit aktuell 1961 von 9334 betroffenen Stationen sogar auf 21 Prozent. Eine landesweite Versorgungskrise sieht die Regierung dennoch nicht.

Autofahrer strömen zu günstigen Tankstellen

Besonders betroffen sind Stationen von TotalEnergies. Laut Lescure entfallen 91 Prozent der gemeldeten Engpässe auf Tankstellen des Energiekonzerns.

Der Grund liegt auch bei den Preisen. TotalEnergies deckelt Benzin derzeit bei 1,99 Euro und Diesel bei 2,25 Euro pro Liter. Das liegt deutlich unter dem allgemeinen Preisniveau. Entsprechend fahren viele Menschen gezielt diese Tankstellen an. Einzelne Treibstoffsorten sind dort also schneller ausverkauft.

Billigsprit sorgt für Streit

Die Preisbremse von TotalEnergies sorgt gleichzeitig für Ärger bei Konkurrenten. Supermärkte und unabhängige Tankstellen werfen dem Konzern Wettbewerbsverzerrung vor. Die Preisobergrenze habe TotalEnergies bereits 250 bis 300 Millionen Euro gekostet. Im ersten Halbjahr verdoppelte der Konzern gleichzeitig seinen Gewinn auf 11,2 Milliarden Euro.

Der starke Anstieg der Treibstoffpreise weckt zudem Erinnerungen an die Gelbwestenbewegung von 2018, die durch geplante höhere Kraftstoffsteuern ausgelöst worden war. Auch jetzt gibt es bereits Aufrufe zu Demonstrationen.

Belasten dich die aktuell hohen Spritpreise?

Regierung plant neue Hilfen

Paris versucht gleichzeitig, Sorgen vor einer echten Knappheit zu zerstreuen. Die strategischen Reserven Frankreichs seien gefüllt. Für die kommenden sechs bis acht Wochen habe man ausreichend Überblick über die Versorgungslage. Risiken bestünden allerdings durch den Konflikt im Nahen Osten und mögliche Störungen internationaler Lieferwege.

Die Regierung berät nun über neue Hilfen. Im Fokus stehen insbesondere Menschen, die für ihre Arbeit auf das Auto angewiesen sind. Details sollen in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden.

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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