ESPNFury vs. Joshua set for Dec. 11 in CardiffBollywood HungamaWelcome actor Mushtaq Khan passes away at the age of 56The Jerusalem Post'Heil f***ing Hitler!': Knife-wielding man chases Jewish student through Crown Heights, New YorkRTP DesportoPortugal confiante para o Mundial de hóquei em patins após estágio positivoESPN DeportesMichael Penix Jr. busca encender a los Falcons ante PackersCBS NewsPandas coming back to Zoo Atlanta for first time since 2024SRF NewsUS-Medienhäuser – Erst abgewiesen, dann zugelassen: Medien zurück im Weissen HausCollider8 Best Peanuts Specials of All Time, RankedNU.nlGouden Griffel 2026 voor overleden schrijver Sjoerd KuyperScreen RantThe Rings Of Power's World Map (& How It's Different From LOTR)Antara NewsSMU and LSE say universities and global academic culture should prioritise purpose and peopleConsequenceBruce Springsteen’s Rejected “Dancing in the Dark” Music Video Heads to Auction
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, September 24, 2026

Swisscom kündigt nach 38 Jahren: «Ich will meinen Job zurück»

Translate
  • Sébastien Perriard trifft seine Kündigung durch Swisscom hart.
  • Der 54-jährige Projektleiter hatte im Swisscom-Shop in Bulle FR für seine Nachbarin interveniert und wurde danach entlassen.
  • Perriard hofft auf eine Wiedereinstellung – und würde seiner Nachbarin nach eigenen Worten genau gleich nochmals helfen.

«Da schuftet man 38 Jahre für eine Firma und in 90 Sekunden ist man weg»: Sébastien Perriard sitzt zu Hause und versteht noch immer nicht, weshalb er seinen Job verloren hat. Im März kündigte Swisscom dem 54-Jährigen und stellte ihn sofort frei. Auslöser war ein Besuch im Swisscom-Shop in Bulle FR: Dort wollte er seiner 83-jährigen Nachbarin helfen.

Mit 16 begann Perriard seine Lehre bei der damaligen PTT. Zuletzt arbeitete er als technischer Projektleiter bei Swisscom und war viel bei Kunden unterwegs. Heute wünscht er sich vor allem eines: zurück an die Arbeit zu dürfen.

«Sie wurde einfach überschnorrt»

Wie Perriard erzählt, hatte seine Nachbarin sich ein neues Prepaid-Handy kaufen wollen. Nach ihrer Darstellung kam sie stattdessen mit einem iPhone für 600 Franken und einem Paket mit TV und Internet nach Hause. Sie bat Perriard um Hilfe. «Sie hat nicht mal einen Computer. Sie wurde effektiv einfach überschnorrt», sagt er.

Perriard begleitete sie in seiner Freizeit in den Shop, um die nicht benötigten Produkte zurückzugeben. Er habe sich als Swisscom-Mitarbeiter vorgestellt, um das Gespräch zu erleichtern. Doch der Filialleiter habe ihn kaum ausreden lassen. «Er war arrogant und empathielos.»

Die Abos konnten sie schliesslich über die Hotline kündigen. Für Perriard war die Sache damit allerdings nicht erledigt: Der Filialleiter meldete sein Verhalten intern. Den Vorwurf, sich im Ton vergriffen zu haben, weist er zurück: «Ich habe weder übertriebene Worte benutzt, noch im Shop herumgeschrien.»

«In 90 Sekunden ist man weg»

Wenige Tage später musste Perriard bei der Personalabteilung Stellung nehmen. Dabei habe er auf kritische Google-Rezensionen zur Filiale hingewiesen, die zeigen, dass der Filialleiter auch bei anderen Kunden negativ aufgefallen war. Die Antwort einer Mitarbeiterin sei gewesen: «Wir werden diese Rezensionen sowieso nicht berücksichtigen.» Auch seine Bitte, die Videoaufnahmen aus dem Shop anzuschauen, sei erfolglos geblieben.

Beim nächsten Gespräch am 9. März erhielt er die Kündigung. «Da schuftet man 38 Jahre für eine Firma und in einem Gespräch von 90 Sekunden ist man weg.» Seinen Badge und das Geschäftsauto habe er noch am selben Tag zurückbringen müssen. Auch die Geschäftsnummer, die er privat nutzte, wurde nach einigen Tagen abgeschaltet. «Ich habe eine SMS bekommen und keine 30 Sekunden später hatte ich kein Netz mehr, weil mir alles abgestellt wurde.» Den Lohn erhielt er während der Kündigungsfrist bis Ende August weiter.

Von langjährigem Chef enttäuscht

Besonders verletzt habe ihn das Verhalten seines Vorgesetzten, den er bereits seit 20 Jahren kannte. «Er war auch ein guter Kollege und wir haben während mehrerer Jahre zusammengearbeitet. Ich hätte nie gedacht, dass er mir so ein Messer in den Rücken rammen würde. Wir hätten zusammen an einem Tisch sitzen können und hätten das Problem wahrscheinlich innert Minuten aus der Welt geschafft.» Eine Verwarnung hätte er verstanden, die Kündigung nicht.

Von ehemaligen Kolleginnen und Kollegen habe er dagegen viel Zuspruch erhalten. Gegen Swisscom als Unternehmen hege er keinen Groll: «Sie waren 38 Jahre lang korrekt zu mir. Aber das ist ein Vorfall, der so nicht hätte passieren dürfen.»

Perriard will seinen Job zurück

Am 3. November soll sich das Arbeitsgericht des Saanebezirks in Granges-Paccot mit seiner Klage gegen die aus seiner Sicht missbräuchliche Kündigung befassen. Perriard hofft weiterhin auf eine andere Lösung. «Ich hoffe bis heute, dass die Swisscom mich wieder einstellt.»

Auch zurückblickend sagt der Freiburger: «Ich würde meiner Nachbarin genau gleich wieder helfen, das kann ich mit bestem Gewissen sagen. Ich habe keine Fehler gemacht – aber ich würde einen anderen Swisscom-Shop wählen.»

Würdest du nach einer solchen Kündigung wieder für dieselbe Firma arbeiten wollen?

Respektvoller Umgang in Swisscom-Filialen

Aus Datenschutzgründen und da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, will die Swisscom auf Anfrage nicht Stellung beziehen. Grundsätzlich seien die Mitarbeitenden darauf geschult, respektvoll, kompetent und bedarfsgerecht zu beraten, schreibt Mediensprecherin Annina Merk. Rückmeldungen würden ernst genommen und geprüft.

Zoé Stoller

Zoé Stoller (sto) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten und ist stellvertretende Leiterin des Ressorts Regionen.

View the original on 20 Minuten

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.