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Saturday, November 7, 2026

500 Franken mehr Lohn veränderten sein Leben

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  • Der Basler Louis Lurvink (24) ist beim tschechischen Club Sigma Olomouc Stammspieler.
  • In 23 Spielen erzielte der Verteidiger fünf Tore, mehrere Clubs aus Europa und der MLS haben sich gemeldet.
  • Eine Rückkehr in die Schweiz schliesst er vorerst aus und peilt eine Top-5-Liga an.

Die Fussballkarriere von Louis Lurvink (24) schien vorbei, ehe sie begonnen hatte. Im Winter 2024 stand der Ex-Junior des FC Basel an einem Scheidepunkt. Ohne Berater verhandelte der Innenverteidiger über einen neuen Vertrag beim FC Schaffhausen in der Challenge League. Am Ende verliess er das Büro seines Vorgesetzten mit einem leicht verbesserten Angebot.

«Wenn ich 500 Franken weniger erhalten hätte, wäre ich wohl studieren gegangen und hätte eine berufliche Karriere angestrebt. Finanziell hätte das erste Angebot in der Schweiz nicht ausgereicht, um zu leben», erzählt Lurvink gegenüber 20 Minuten über die damalige Situation beim FC Schaffhausen.

Dass die Verantwortlichen Lurvinks Anforderungen zustimmten, erwies sich als Glücksfall. So spielte der Innenverteidiger weiter und zeigte beim FCS daraufhin gute Leistungen und wechselte einige Monate später zu Pardubice nach Tschechien, das dank datenbasiertem Scouting auf Lurvink aufmerksam geworden ist. «Ich zögerte zunächst, weil du dich als junger Schweizer nicht unbedingt mit den Ligen im Osten befasst», sagt Lurvink.

Tschechiens Liga ist besser als die Schweizer Liga

Mittlerweile hat Lurvink seine Zweifel längst abgelegt. Nicht nur, weil sich Tschechien als äusserst lebenswertes Land erwies. Sportlich geniesst die tschechische Chance Liga international ein höheres Ansehen als die Schweizer Liga. Immer mehr internationale Clubs beobachten den Markt. Clubs wie Sparta Prag oder Viktoria Pilsen spielen regelmässig in der Champions und Europa League. Und in der UEFA-Fünfjahreswertung liegt die Chance Liga (11.) deutlich vor der Super League (16.).

Louis Lurvink ist bei Sigma Olomouc unverzichtbar.

Louis Lurvink ist bei Sigma Olomouc unverzichtbar.IMAGO/CTK Photo

Der Fussball in Tschechien sei physischer, erzählt der Basler, der mit Tempo und körperlicher Stärke überzeugt. Seine Zweikampfwerte gehören zu den besten der Liga. Lurvink hat sich zudem zum Tormonster entwickelt und trifft als Innenverteidiger auffällig oft ins Schwarze. «Die Liga hier ist sehr physisch, kämpferisch. Ähnlich wie die Premier League, aber auf viel tieferem Niveau», lacht er.

Mit seinen Leistungen bei Pardubice empfahl er sich schnell für höhere Aufgaben. Im Winter 2026 klopfte Sigma Olomouc an. Der Club spielte international und gehört dank einem millionenschweren Investor in Tschechien zu den ambitionierteren Adressen. Lurvink musste nicht lange überlegen und wechselte für fast drei Millionen Franken in den Osten des Landes, wo er in der Conference League allerdings nicht spielberechtigt war. «Ich unterschrieb am Deadline Day um 23.50 Uhr – die Zeit war zu knapp, um mich noch zu registrieren.»

Mittlerweile ist der Ex-Basler bei Olomouc Stammspieler und hat in 23 Partien fünf Tore erzielt. «Jetzt habe ich aber gerade eine Durststrecke von acht Spielen», sagt er lachend und nimmt die eigene Torquote mit Humor.

Top-5-Liga: «Bin zuversichtlich, dass es klappen wird»

Von seinem Aufstieg haben mittlerweile auch andere Clubs Wind bekommen. Mehrere Clubs aus Europa und auch der MLS haben sich gemeldet. Für den 24-jährigen ist das allerdings noch kein Thema gewesen. «Für die MLS  bin ich noch zu jung», sagt er. «Ich bin hier sportlich und privat glücklich mit meiner Partnerin. Olomouc ist ein herziges Städtlein mit tollen Restaurants.»

Als er von 20 Minuten auf eine mögliche Rückkehr in die Schweiz angesprochen wird, verneint Lurvink zwar nicht. Sein Fokus liegt derzeit jedoch auf anderen Zielen. Dass er in der Super League nie gross Karriere machte oder sein Name hierzulande nicht in aller Munde ist, stört ihn nicht. Stattdessen richtet Lurvink den Blick nach vorne, wie er es bereits vor zwei Jahren im Büro seines ehemaligen Vorgesetzten in Schaffhausen tat. «Ich bin zuversichtlich, dass es irgendwann mit einer Top-5-Liga klappen wird.»

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