Steinmeier in China: Handelsüberschuss im Fokus
Bundespräsident in Peking Steinmeier fordert von China fairen Handel
Stand: 30.10.2026 • 17:35 Uhr
Bundespräsident Steinmeier hat China zum Abbau seines hohen Handelsdefizits mit Deutschland aufgefordert. Bei einem Treffen mit Präsident Xi betonte er zudem die Verantwortung beider Länder, die internationale Ordnung aufrechtzuerhalten.
Bei seinem Besuch in Peking hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei Chinas Staatsführung auf einen Abbau des hohen Außenhandelsdefizits mit Deutschland gedrängt.
"Wir wollen enge Handels- und Wirtschaftsbeziehungen miteinander. Und zwar so, dass sie für beide Seiten nachhaltigen Nutzen bringen", sagte Steinmeier bei einem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping.
Das Handelsbilanzdefizit mit der Volksrepublik betrug im Jahr 2025 rund 90 Milliarden Euro. Chinesische Exporte nach Deutschland beliefen sich auf ca. 170 Milliarden Euro, so das Statistische Bundesamt - im Vergleich: Deutschland exportierte Waren im Wert von 81,3 Milliarden Euro nach China. China ist - nach einer Pause während der Covid-19 Pandemie - wieder der wichtigste Handelspartner der Bundesrepublik.
"Immer wieder Rahmenbedingungen überprüfen"
Chinas wirtschaftliche Kraft, seine technologische Leistungsfähigkeit und sein politischer Einfluss seien immens gewachsen, sagte Steimeier weiter. "Ich habe davor Respekt. Gleichzeitig tragen wir beide Verantwortung für eine internationale Ordnung, für die Bedingungen, unter denen Staaten in dieser Welt ihre Beziehungen pflegen und gestalten."
Xi, der vor Steinmeier sprach, argumentierte ähnlich. Beide Partner müssten Verantwortung übernehmen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken. Xi sprach davon "ein neues Kooperationsmodell zu schaffen, das von Gleichberechtigung, gegenseitigem Nutzen und strategischer Stabilität geprägt ist". Er betonte beide sollten sich einsetzen für "Offenheit statt Abschottung" und "Zusammenarbeit statt Konfrontation".
"Internationale Ordnung aufrecht erhalten"
Bundespräsident Steinmeier appellierte an Xi man müsse die internationale Ordnung von Regeln und Recht aufrecht erhalten. "Aber wir erleben heute an vielen Orten dieser Welt, wie diese Ordnung unter Druck gerät, wie Regeln gebrochen werden, wie das Recht des Stärkeren sich durchzusetzen scheint", so Steinmeier.
Steinmeier appellierte an Xi, gemeinsam daran zu arbeiten, die Fundamente der globalen Ordnung zu erhalten und zu stärken. "Die Welt braucht China im Einsatz für den Erhalt dieser Ordnung, von der wir profitiert haben."
Zudem betonte der Bundespräsident, dass er China auch in der Verantwortung sähe, aktuelle Krisen zu schlichten und Kriege zu verhindern - insbesondere in der Ukraine, im Sudan und im Mittleren Osten.
Vor dem Gespräch mit Xi hatte sich Steinmeier mit Ministerpräsident Li Qiang getroffen. Mit den politischen Gesprächen in Peking schloss er seinen viertägigen Staatsbesuch in China ab.
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