Nnamdi (14) träumt von der NHL – jetzt erhält er Unterstützung

- Auf Linkedin setzen über 50 Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Reichweite ein, um den NHL-Traum eines 14-jährigen Autisten zu finanzieren.
- Nnamdi Onwuka gilt als grosses Eishockey-Goalie-Talent, hat bereits mit Schweizer Legende Leonardo Genoni trainiert und ein Angebot für eine Elite-Academy erhalten.
- Der Verein der Ehrenspender aus Altbüron LU will den Nettoerlös aus dem Verkauf seiner Ehrenspender-Seife während eines Jahres Nnamdi zugutekommen lassen.
Über 50 Schweizer Unternehmer kämpfen gemeinsam für den grossen Traum eines 14‑Jährigen. Nnamdi Onwuka (14) gilt als grosses Eishockey-Nachwuchstalent seiner Altersklasse und träumt davon, eines Tages als Goalie in der NHL zu spielen. Doch der Weg zum Profisportler kostet viel Kraft und Geld.
Nnamdi hat Autismus und werde gemobbt und ausgegrenzt. Seine alleinerziehende Mutter Natalie kämpft zudem mit finanziellen Sorgen. Nnamdi durfte bereits mit der Schweizer Eishockey-Legende Leonardo Genoni trainieren.
Früher habe Nnamdi in Kloten und später in Visp im Verein gespielt. Aufgrund seiner Diagnose spiele er aktuell allerdings nicht mehr in einem Club, da viele die «Extrameile nicht gehen wollten». Inzwischen hat der Teenager allerdings ein Angebot für eine Elite-Academy in den USA erhalten.
«Kinder mit grossem Talent unterstützen»
Der im Jahr 2026 gegründete Verein der Ehrenspender mit Sitz in Altbüron im Kanton Luzern will Nnamdi helfen, sein grosses Ziel zu erreichen. «Der Verein möchte Kinder und Jugendliche unterstützen, die grosses Talent und grosse Träume haben, deren Lebensumstände ihnen den Weg jedoch besonders schwer machen», schreibt der Verein in einer Mitteilung.
Tim Kramis, Vorstandsmitglied des Vereins der Ehrenspender, begleitet das Schicksal von Nnamdi und seiner Mutter bereits seit Längerem. Unter anderem deswegen habe sich das Team des Vereins dazu entschieden, die beiden weiter zu unterstützen.
Netzwerk-Anlass wird zu Charity-Event
«Früher spendete ich jeweils jeden Monat einen Betrag für einen guten Zweck. Zusätzlich schrieb ich auf Linkedin darüber und merkte, wie sich die Spenden vervielfachten», sagt Kramis zu 20 Minuten. Aus dieser persönlichen Erfahrung sei die Idee entstanden, Linkedin auf einer grösseren Skala auch für Nnamdi einzusetzen.
Dafür wandelte der Verein einen ursprünglich Netzwerk-Anlass für Persönlichkeiten aus der Schweizer Linkedin-Welt 2026 erstmals zu einem Charity-Event um: Am 3. September 2026 kamen in Altbüron über 50 ausgewählte Unternehmerinnen und Unternehmer für den «Blauen Teppich Award» bei der Schweizer Teppichmanufaktur Kramis Teppich Design AG zusammen.
«Nettoerlös geht ins Kässeli von Nnamdi»
«Die Gäste erwarteten den exklusiven Networking-Anlass und wussten nichts von der Charity-Aktion. Sie waren aber positiv überrascht», erzählt Kramis. Jeder Gast erhielt zudem einen sogenannten Ehrenspender – eine Seife, die der Verein in der Schweiz produziert. Die Seife kann ausserdem als Geschenk sowie für Hotels oder Gastrobetriebe gekauft werden. «Der Nettoerlös geht ins Kässeli von Nnamdi», so Kramis.
Wer am Award den Blauen Teppich – den begehrten «Oscar der Schweizer Linkedin-Szene», wie Kramis ihn nennt – mit nach Hause nehmen wollte, sollte seine Reichweite auf Linkedin für Nnamdi nutzen und einen Beitrag über seine Geschichte veröffentlichen. «Innerhalb einer Woche seien über 40 Linkedin-Beiträge entstanden, die die Spendeneinnahmen deutlich ankurbelten», so Kramis.
Beiträge rührten Nnamdis Mutter zu Tränen
Dass sich so viele fremde Menschen für ihren Sohn einsetzen, habe Nnamdis Mutter zu Tränen gerührt. Besonders der Beitrag von Award-Sieger Roger Lüssi zeichnete sich durch seine Emotionalität aus.
Doch der diesjährige Blaue Teppich Award sei erst der Anfang gewesen: «Während des kommenden Jahres fliesst der Nettoerlös aus dem Verkauf der Ehrenspender-Seife in Nnamdis Unterstützung. Danach wollen wir jährlich eine neue Person oder Organisation auswählen, deren Geschichte erzählen und konkret helfen.»
Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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