«Bio ist bis zu viermal teurer»: Gülsha scannte falsche Produkte

- Die Komikerin Gülsha (41) rechnet an Self-Checkout-Kassen Bio-Produkte als günstigere normale Ware ab.
- Sie wählt beim Wiegen «aus Versehen» normale Äpfel an, weil Bio in der Schweiz teils drei- bis viermal teurer sei.
- Das erzählt sie in ihrem Podcast «Extrem Therapie». In Kleiderläden habe sie aus Angst vor Entdeckung nie geklaut.
Aus Angst, erwischt zu werden, hat Gülsha noch nie in ihrem Leben Kleider geklaut, wie sie in der neusten Episode ihres Podcasts «Extrem Therapie» erzählt. «Ich dachte, die sind superkrass darauf vorbereitet, dass alles klingelt, wenn man da, ohne zu zahlen, rausläuft», sagt die 41-Jährige. Im Lebensmittelladen hingegen ist sie weniger vorsichtig.
Aus Angst, erwischt zu werden, hat Gülsha noch nie in ihrem Leben Kleider geklaut, wie sie in der neusten Episode ihres Podcasts «Extrem Therapie» erzählt. «Ich dachte, die sind superkrass darauf vorbereitet, dass alles klingelt, wenn man da, ohne zu zahlen, rausläuft», sagt die 41-Jährige. Im Lebensmittelladen hingegen ist sie weniger vorsichtig.
Gülsha greift nämlich aus Überzeugung immer zu Bio-Produkten, stört sich jedoch am Preisaufschlag. «Ich wiege dann meinen Bio-Apfel, wähle aber aus Versehen normale Äpfel an. Bio ist in der Schweiz teilweise drei-, viermal teurer, da denke ich mir: ‹Nee, für Brokkoli zahl ich nicht 18 Franken›», sagt die Komikerin Gülsha. Bei der Einführung der Self-Checkout-Kassen sei schliesslich miteingerechnet, dass Kundinnen und Kunden betrügen würden, behauptet sie.
Ihre Podcast-Partnerin Jenny Jennster warnt Gülsha noch, dass sie das nicht einfach so sagen könne. «Das müssen wir rausschneiden!» Daraufhin betont Gülsha, dass ihr das versehentlich passiere und keine Absicht dahinterstecke. Gegenüber 20 Minuten wollte sich Gülsha nicht weiter dazu äussern.
Gegenüber 20 Minuten wollte sich Gülsha nicht weiter dazu äussern.
Extra falsch scannen ist eine Straftat
Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte 2021 einen Mann wegen geringfügigen Diebstahls, weil er an der Self-Checkout-Kasse absichtlich teurere Bio-Produkte nicht oder falsch einscannte. Das Gericht stützte sich dabei auf die Videoüberwachung und Zeugenaussagen. Er musste eine Busse von 150 Franken und eine Entscheidungsgebühr von 900 Franken bezahlen. Dazu können die Detailhändler Ladenverbote verhängen.
«Wird ein solcher Fall beobachtet, wird dieser jeweils individuell nach unseren Reglementen und Weisungen überprüft und behandelt. Grundsätzlich ist die grosse Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden ehrlich und respektvoll», erklären Migros und Coop auf Anfrage von 20 Minuten.
Wer einen Bio-Apfel falsch scannt, um zu sparen, handelt vorsätzlich und begeht damit eine Straftat. Wer hingegen den Apfel einmal ganz zu scannen vergisst, bleibt vermutlich straffrei, wie die Kanzlei Voser Rechtsanwälte auf ihrer Website aufschlüsselt.
Hast du an den Self-Checkout-Kassen schon geklaut?
Ist der Scanner gefährlich? Sieben Mythen rund ums Self-Checkout
Stichprobenkontrollen, Jobkiller und gefährliche Laser: Um die Self-Checkout-Kasse ranken sich viele Mythen. 20 Minuten ging den grossen und manchmal auch kleinen Fragen rund um die Automaten im Laden nach.
1. Mythos: Self-Checkout ist immer schneller
Nicht unbedingt. In einem «RTL»-Test dauerte der Einkauf am Self-Checkout fast zehn Minuten länger. Die Testerin nutzte die Kasse erstmals und hatte Probleme mit Früchten. Auch ein Ex-Supermarkt-Mitarbeiter bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass Frischprodukte, Waagen und Twint Zeit kosten können.
Fazit: Falsch. Je nach Warteschlange und Erfahrung ist die bediente Kasse schneller.
2. Mythos: Self-Checkout kostet Arbeitsplätze
Eine Person kann mehrere Automaten betreuen. Dadurch braucht es weniger klassisches Kassenpersonal. Laut Detailhandelsexperte Philip Meeth können Angestellte stattdessen andere Aufgaben übernehmen. Ein Ex-Mitarbeiter warnt jedoch vor einem langfristigen Stellenabbau.
Fazit: Teilweise richtig. Kassenstellen fallen weg, Entlassungen sind aber nicht zwingend.
3. Mythos: Nur der Computer entscheidet über Stichproben
Bei der Migros bestimmt ein Algorithmus anhand vertraulicher Kriterien, wer kontrolliert wird. Laut einem Ex-Supermarkt-Mitarbeiter können auch Angestellte Kontrollen auslösen. Zudem kommen KI-Kameras zum Einsatz.
Fazit: Teilweise richtig. Nicht nur Algorithmen können Kontrollen auslösen.
4. Mythos: Am Self-Checkout wird mehr gestohlen
Ohne direkten Personalkontakt steigt laut Untersuchungen das Diebstahlrisiko. Detailhandelsexperte Meeth spricht von 15 bis 30 Prozent mehr Diebstählen. Das verursacht zusätzliche Sicherheitskosten.
Fazit: Richtig.
5. Mythos: Kleine Diebstähle bleiben folgenlos
Auch geringe Beträge können Konsequenzen haben. Eine Aldi-Kundin musste wegen eines nicht gescannten 85-Rappen-Gipfelis 600 Franken zahlen und erhielt schweizweites Ladenverbot.
Fazit: Falsch.
6. Mythos: Scanner-Laser schädigen die Augen
Self-Checkout-Scanner gehören laut Bundesamt für Gesundheit zur ungefährlichen Laserklasse 1. Auch für Kinderaugen seien sie unbedenklich, bestätigt Migros.
Fazit: Falsch.
7. Mythos: Self-Checkout ist hygienischer
Wer die bediente Kasse wegen Keimen meidet, ist am Automaten nicht unbedingt besser aufgehoben. Laut Mikrobiologe Jason Tetro bleiben bei Berührungen Mikroben auf Oberflächen zurück.
Fazit: Nicht belegt. Self-Checkout-Kassen sind nicht automatisch hygienischer.
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